Man hatte bis zuletzt auf das scheinbar Unmögliche gehofft, aber diese Hoffnungen haben sich vorerst zerschlagen. Für das kommende Vereinsjahr wird die Katholische Frauengemeinschaft Markdorf (kfd) ohne Vorsitzende von einem kommissarischen Vorstandsteam weitergeleitet. Nach 16 Jahren hatten sich Bärbel Weigele und Inge Steffelin vom Amt der Vorsitzenden verabschiedet. "Eigentlich wollten wir vor vier Jahren schon aufhören", sagt Weigele. "Aber auch damals war es nicht möglich, Frauen zu finden, die den Vorsitz übernehmen wollten."

Nach 16 Jahren als Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Markdorf hinterlassen Bärbel Weigele (links) und Inge Steffelin große Fußstapfen.
Nach 16 Jahren als Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Markdorf hinterlassen Bärbel Weigele (links) und Inge Steffelin große Fußstapfen. | Bild: Helga Stützenberger

Es scheint eine Schwierigkeit des bundesweiten Verbandes zu sein, dass sich immer weniger Frauen in der Gemeinschaft verpflichten wollen. Von Unwissenheit, was dieser Verein macht und wofür er steht, spricht Rosemarie Fischer, Referentin für Frauenpastoral der Region Bodensee-Hohenzollern, die nun das leitende Team im anstehenden Jahr begleiten und eine Infoveranstaltung in Markdorf anbieten will. Unterstützung erfahren die Markdorfer Frauen ebenso von den beiden Vorsitzenden Margareta Schweikart sowie Isolde Noe vom Dekant Linzgau.

Gelegenheit zur Neuaufstellung

Die kfd ist mit rund 500 000 Mitgliedern der größte Frauenverband Deutschlands und damit ein Organ mit gesellschaftlichem Einfluss. Dazu tragen rund 170 Frauen aus Markdorf einen Teil bei. Ohne Frage haben Bärbel Weigele und Inge Steffelin große Fußstapfen hinterlassen. Dass es schwer bis nahezu unmöglich werden würde, diese Spuren fortzuführen, steht ebenso außer Frage. "Es ist aber für das kommende Jahr ein gangbarer Weg", sagt Pfarrer Ulrich Hund zu dieser Interimslösung. Und Rosemarie Fischer betont: "Der Verein hat jetzt die Möglichkeit, sich ganz neu zu formieren." Gleichwohl gelte es nun, neue Impulse in die Gemeinschaft zu bringen. "Es müssen Aufgaben neu verteilt werden, das kann in heutiger Zeit keine mehr alleine schultern", so die Pastoralreferentin.

Talente nutzen, neue Talente entdecken, Talente den anderen zur Verfügung zu stellen, das waren nicht nur eingangs die besinnlichen Worte, welche zum Nachdenken, aber auch zum aktiven Handeln anregen sollten – vielmehr wird dies nun zum Grundsatz für das kommende Jahr und für die kfd in Markdorf erhoben.