Bis zu 24 anerkannte oder geduldete Flüchtlinge können Ende April in die gemeindeeigene Container-Wohnanlage im Gewerbegebiet Bürglen einziehen. Dass die dort vorhandenen Plätze nicht ausreichen werden, ist seit längerem abzusehen. Die Prognose des künftigen Bedarfs sei aber sehr schwierig, erklärte Bürgermeister Jürgen Beisswenger. Laut einer Hochrechnung des Städte- und Gemeindetags sei bei der Größe Immenstaads bis 2017/2018 mit etwa 160 bis 200 Personen zu rechnen, für die dort Wohnraum gefunden oder geschaffen werden muss.

„Wir müssen agieren und wir werden agieren“, kündigte der Bürgermeister an. Schon lange bemühe sich die Gemeinde, Wohnungen anzumieten. Das Angebot sei sehr gering, die Verhandlungen mit den Vermietern schwierig. Zum Teil gebe es überzogene Forderungen von Seiten der Vermieter. „Diese Situation darf nicht als Weg gesehen werden, die Mieten in die Höhe zu treiben“, erklärte Beisswenger hierzu, „wir zahlen ortsübliche Mieten.“ Bisher habe die Gemeinde zu zwei Wohnungen Mietverträge geschlossen. Beim Erwerb von Bestandsimmobilien gebe es zudem einen preistreibenden Wettbewerb mit Bauträgern. „Das ist im Hinterland durchaus einfacher“, so der Bürgermeister. Der Gemeinde bleibt also wenig anderes übrig, als auf gemeindeeigenen Grundstücken selbst zu bauen. Mit oberster Priorität soll neben der gerade gebauten Wohnanlage im Bürglen bald eine weitere in ähnlicher Größe gebaut werden.

Die Gemeinde will hier möglichst nachhaltig bauen, damit das Gebäude in späteren Jahren als sozialer Wohnungsbau weitergenutzt werden kann. Nach Umzug des Bauhofs wäre die dazu nötige Änderung des Bebauungsplans möglich. Sechs Wohnungen mit flexibler Raumaufteilung sollen hier entstehen. Die Kosten werden auf 840 000 Euro geschätzt, ein Zuschuss über 250 000 Euro dafür ist vom Land zugesagt.

Für den weiteren Bedarf denkt die Gemeinde über Mobilheime nach. Darunter versteht man eine Art Wohncontainer auf Rädern. Darin gibt es drei Schlafräume für insgesamt bis zu vier Personen, einen Wohnraum mit Küchenzeile und ein Bad – alles zusammen auf einer Fläche von 40 Quadratmetern. Eines dieser Mobilheime kostet in der einfachsten Ausstattung 40 000 Euro. Für Zuweg und Stellplatz werden jeweils weitere 25 000 Euro veranschlagt. Zum Aufstellen der Mobilheime kommen zwei Standorte in Frage: sieben hätten östlich der Strandbadstraße, südlich des Bruggerwegs Platz, 14 würden auf ein Grundstück im Gewerbegebiet Steigwiesen zwischen Meichle und Mohr und dem früheren Betrieb Christoph Schneider passen. Der Standort Strandbadstraße erhielt nach dem Bau der zweiten Anlage im Bürglen Priorität zwei, vor allem wegen seiner Ortsnähe. Hierin schlossen sich die Gemeinderäte dem Vorschlag der Verwaltung an. Da auf dem Grundstück künftig ein Parkplatz entstehen soll, sei hier nur eine mobile Bauweise sinnvoll.


Aktuelle Situation

In Immenstaad sind derzeit in der Sammelunterkunft des Bodenseekreises im Kapellenweg 34 Syrer, darunter viele Kinder untergebracht. Deren Anerkennungsprognose ist gut. Die gemeindeeigene Wohnanlage zur Anschlussunterbringung im Gewerbegebiet Bürglen ist nahezu fertig gestellt und soll Ende April bezugsbereit sein. Dort ist Platz für bis zu 24 Personen. Für das laufende Jahr prognostizierte das Landratsamt im Februar für Immenstaad 95 Personen in der Anschlussunterbringung. (gik)

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