Der Heimatverein hat zu Ehren der Turmuhr zu einer kleinen Feier auf den Marktplatz eingeladen, zu der auch die eigens zu diesem Anlass formierten "Turmuhr-Musikanten" aufspielten.

Der Vereinsvorsitzende Reinhard König erklärte: "1893 wurde die Uhr von der Gemeinde als Kirchturmuhr für St. Jodokus gekauft." Dazu, warum es für Immenstaad eine Mannhardt-Uhr sein musste, scherzte König in Anspielung auf alte Rivalität: "Es könnte damit zusammenhängen, dass Kippenhausen zehn Jahre zuvor schon eine neue Turmuhr gekauft hatte – aber keine so gute." Die Uhren aus der Münchner Werkstatt seien das Beste auf dem Markt gewesen: "Der Maybach unter den Uhren", erklärt Uwe Fabri. Er kümmert sich seit zehn Jahren um Pflege und Wartung der Uhr.

90 Jahre war die Uhr im Dienst

90 Jahre verrichtete die Uhr im Kirchturm zuverlässig und mit großer Genauigkeit ihren Dienst. Sie hatte jedoch den Nachteil, dass der Mesner jeden Tag auf den Turm steigen musste, um sie aufzuziehen. Ein Grund, weshalb sie 1981, im Zug des Kirchenneubaus, durch eine elektrisch angetriebene Uhr ersetzt wurde. Die alte Uhr wurde in Turm gelagert, wo sie 2002 bei einer Besichtigung dem damaligen Bürgermeister Jürgen Beisswenger ins Auge fiel.

"Pfarrer Kirchmann und ich fragten uns: Lassen wir sie liegen oder sollte sie ins Museum?", erinnert sich Beisswenger. "Für beides war sie aber zu schade." Dem Bürgermeister und dem damaligen Vorsitzenden des Heimatvereins, Dieter Hallmanns, gelang es, auch den Gemeinderat für die Idee zu begeistern, die Uhr vor dem Rathaus auszustellen.

Die Kosten für Restaurierung und Wartung der Uhr trug der Heimatverein, die für Bau und Unterhalt des vom 2014 verstorbenen Immenstaader Architekten Hansi Veeser entworfenen Pavillons die Gemeinde. "Die Mannhardt-Uhr läuft auch heute noch sehr genau", lobte Bürgermeister-Stellvertreter Edwin Brügel in seiner Festrede, "viel genauer als die Uhr im Bürgersaal."