Wohnungen sind auch in Heiligenberg knapp. Die Gemeinde hat sich deshalb entschlossen, das Projekt „Neues Soziales Wohnen“ auf die Beine zu stellen – genauer auf Betonpfähle. Denn diese wurden in den Boden eingebracht, um acht Wohnmodule direkt am Ortseingang aus Richtung Betenbrunn aufstellen zu können. Bis zu 4,50 Meter tief sind die Gründungspfähle im Boden versenkt worden. „Es war keine einfache Sache“, stellte wie Bereichsleiter Hartmut Guhl von Schwörer-Haus aus Hohenstein-Oberstetten fest, als der Gemeinderat jetzt das Projekt besichtigte.

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Module kommen auf dem Schwertransporter an

Das Fertighausbauunternehmen hatte die Module mit speziellen Schwertransporten geliefert und in einer zentimetergenauen Aktion mittels Autokran aufgestellt. Wegen einer Baugrunduntersuchung, der erforderlichen wasserrechtlichen Genehmigung, einem Entwässerungskonzept und der Frage der technischen Erschließung hatte sich das Verfahren zur Baugenehmigung etwas verzögert.

Jede der vier Fassaden ist in einer anderen Farbe gestaltet. Beim Innenausbau der Module geht es gut voran, wenn auch Lieferschwierigkeiten beim Material für Verzögerungen sorgen. Im Frühjahr 2022 sollen die Wohnungen jedoch bezugsfertig sein.
Jede der vier Fassaden ist in einer anderen Farbe gestaltet. Beim Innenausbau der Module geht es gut voran, wenn auch Lieferschwierigkeiten beim Material für Verzögerungen sorgen. Im Frühjahr 2022 sollen die Wohnungen jedoch bezugsfertig sein. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Geflüchtete, Senioren, Kleinfamilien und WGs als mögliche Mieter

Die Gemeinde lässt sich das Projekt mindestens 1,25 Millionen Euro kosten. Bürgermeister Frank Amann machte beim Rundgang deutlich: „Unser Ziel ist es, nicht alle Wohnungen gleich zu belegen. Wir streben eine behutsame Belegung mit einer guten Durchmischung der Bewohnerinnen und Bewohner an.“ Mit der Baumaßnahme könne die Gemeinde ihren Verpflichtungen zur Unterbringung von Geflüchteten nachkommen, hat aber auch die Möglichkeit, Menschen unterzubringen, die kurzfristig obdachlos geworden sind. Die Wohnungen selbst weitgehend barrierefrei, was den Kreis der möglichen Mieter erweitert. Auch Senioren, Kleinfamilien oder Wohngemeinschaften von Auszubildenden könnten hier unterkommen.

Der Innenhof zwischen den vier Wohnmodulen wird noch gepflastert. Von hier geht es auch zu den überdachten Abstellplätzen für Fahrräder und Mülleimer.
Der Innenhof zwischen den vier Wohnmodulen wird noch gepflastert. Von hier geht es auch zu den überdachten Abstellplätzen für Fahrräder und Mülleimer. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Miete soll moderat ausfallen und sich nicht an Projektkosten orientieren

Frank Amann betonte, man wolle die Miete nicht an den Projektkosten orientieren. Da die Gemeinde keine öffentlichen Zuschüsse für den Bau in Anspruch genommen habe, sei sie nicht an entsprechende Vorgaben gebunden. Sie könne frei entscheiden, wer eine Wohnung bekommt und wie hoch die Miete ist. Der Gemeinderat werde die Miethöhe zu gegebener Zeit festliegen. Diese soll moderat ausfallen. Die Nebenkosten werden sich in Grenzen halten, denn die Module sind gut wärmegedämmt.

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Fließt schon Wasser? Gemeinderätin Maria Morgen probiert es aus.
Fließt schon Wasser? Gemeinderätin Maria Morgen probiert es aus. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

14 Wohnungen mit zwei Zimmern, Bad und Einbauküche

Insgesamt stehen nach Fertigstellung 14 Wohnungen mit jeweils 50 Quadratmetern Fläche zur Verfügung. Diese beinhalten zwei Zimmer, ein barrierefreies Bad mit Dusche und Waschbecken und einen kombinierten Bereich für Kochen und Essen inklusive Einbauküche. Duschen, Toiletten und Küchenzeilen sind bereits installiert und auch die Essbereiche sind bereits fertig.

Verzögerungen durch Lieferengpässe im Baubereich

Es fehlen noch Kleinigkeiten. Die Lieferengpässe, die mittlerweile den kompletten Baubereich treffen, verzögern auch die Fertigstellung des Projekts in Heiligenberg. Die Nachbestellungen werden laut Aussage von Hartmut Guhl im Frühjahr geliefert. Anschließend können auch die ersten Mieter einziehen.

Blick in den Heizraum: Die Wohnmodule entsprechen dem KfW-Standard und werden entsprechend gefördert.
Blick in den Heizraum: Die Wohnmodule entsprechen dem KfW-Standard und werden entsprechend gefördert. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Eine Wohneinheit hat einen Raum weniger. Das ist der Haustechnik geschuldet, die ebenfalls in einem Wohnmodul untergebracht ist. Von hier aus werden alle Wohnungen mit Wärme, Brauchwasser, Strom und Telekommunikationsleitungen versorgt. Für Fahrräder und Mülleimer gibt es einen überdachten Bereich. Die Pflasterarbeiten rund um die Gebäude sollen bald beginnen. Dann sind auch die Stellen nicht mehr zu sehen, wo die 410 Meter Leitungen für Wasser, Abwasser, Schmutzwasser und Glasfaser sowie Leerrohre verlegt wurden.

Die Module können jederzeit wieder getrennt und an anderer Stelle aufgestellt werden. „Diese Flexibilität war uns wichtig“, stellte der Bürgermeister fest.