Erstaunlich wenig Diskussionen gab es am Montag im Finanzausschuss, als MCB-Geschäftsführerin Margita Geiger das Jahresergebnis für 2019 erläuterte. Nimmt man die Ergebnisse für alle drei Häuser des Klinikverbundes zusammen, so erwirtschaftete der MCB ein Rekordminus von rund 32,3 Millionen Euro – rechnet man die Zuschüsse heraus, die der MCB im Jahr 2019 von der Zeppelin-Stiftung bekommen hat, ergibt sich ein Minus von über 42 Millionen Euro.

Bild: Bernhardt, Alexander

14-Nothelfer-Schließung ist teuer

Den höchsten Verluste fuhr erwartungsgemäß das Weingartener Krankenhaus 14 Nothelfer ein, das wegen hoher Abschreibungen und einer Schließungskostenrückstellung ein Minus von 25,1 Millionen Euro verbuchte. Aber auch das Klinikum Friedrichshafen verschlechterte sein Ergebnis auf minus 7,05 Millionen Euro (2018: minus 900 000 Euro). Allein fünf Million Euro davon entstanden wegen einer Rückstellung in Bezug auf Darlehensverbindlichkeiten für das Krankenhaus 14 Nothelfer. Außerdem stiegen die Personalkosten nach Angaben von Margita Geiger deutlich an, insgesamt um rund 4,8 Millionen Euro. Nur am Krankenhaus Tettnang sieht die Lage mit einem Minus von 75 500 Euro besser als in den anderen beiden Häusern aus.

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Stadt schießt 36 Millionen Euro bis 2021 zu

Im Juli 2020 hatte der Häfler Gemeinderat bereits zugestimmt, dem angeschlagenen MCB bis 2021 insgesamt 36 Millionen Euro an Zuschüssen zu gewähren, sowohl für den Verlustausgleich als auch für die Betriebskosten. Ansonsten hätten die Wirtschaftsprüfer den Jahresabschluss nicht genehmigt.

Besserung für 2020 in Sicht

Für 2020 erwartet Margita Geiger eine Besserung: „Wenn unsere Prognosen, die wir aus den Ergebnissen der Monate Januar bis Oktober errechnet haben, sich weiter so entwickeln, rechnen wir zum Jahresende 2020 mit einem Minus von 6,8 Millionen Euro in Friedrichshafen und 484 000 Euro in Tettnang, zusammen also mit minus 7,3 Millionen Euro.“ Erfreulich sei, dass die Umsätze seit zwei Jahren stiegen. „Die Klinik Tettnang ist auf dem Weg zu einem künftig ausgeglichenen Ergebnis“, sagte Geige   r. Auch das Klinikum Friedrichshafen sei trotz der Corona-Pandemie auf einem besseren Weg.

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Weitere Zuschüsse sind aber schon absehbar

Allerdings ist schon jetzt klar, dass es wohl auch nach 2021 weiterer Millionen bedarf, um den MCB am Leben zu erhalten. In der Sitzungsvorlage heißt es klar und deutlich: „Der vorhandene Instandhaltungs- und Investitionsstau beeinflusst weiterhin die Liquidität, die Wirtschaftlichkeit, aber auch die Innovationskraft erheblich.“ Weiter heißt es: „In der Gesamtbetrachtung wird auch weiterhin für die nächsten Jahre mit einer hohen und dauerhaften Bezuschussung der Betriebskosten sowie der Investitionen des Medizin Campus Bodensee zu rechnen sein.“

Die Corona-Pandemie ist auch für den Medizin Campus Bodensee eine wirtschaftliche Herausforderung.
Die Corona-Pandemie ist auch für den Medizin Campus Bodensee eine wirtschaftliche Herausforderung. | Bild: Lena Reiner

Ob in dieser Rechnung bereits die dringend benötigte Sanierung oder ein Neubau des Häfler Klinikums eingerechnet ist, bleibt unklar. Alleine dieses Projekt wird sicher weitere Millionen verschlingen, die die Stadt Friedrichshafen tragen müsste. Der Häfler Gemeinderat wird sich in seiner nächsten Sitzung am 14. Dezember noch einmal mit den Klinik-Miesen beschäftigen.