Der Vater war schwer krank. Nicht nur seine Familie, auch er wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Das war die Zeit, in der Manfred Schenk und sein Vater jede Möglichkeit nutzten, sich miteinander auszutauschen. Gerade in der Zeit vor seinem Tod habe sein Vater besonders viel über sein Leben gesprochen. „Er wollte Vieles noch weiter transportieren, hat sich mit der NS-Zeit und dem Krieg beschäftigt“, sagt der 52-Jährige. Sein Vater, Hermann Schenk, war mit 17 Jahren in den 2. Weltkrieg gezogen und nach zwei Jahren in der Wehrmacht für vier Jahre in französische Kriegsgefangenschaft gekommen.

Website zur Erinnerung an Hermann Schenk

Nach dem Tod seines Vater fasste Manfred Schenk unter dem Eindruck dieser Gespräche einen nicht ganz alltäglichen Entschluss: Er gestaltete gemeinsam mit seinem Sohn Max eine Website für den Verstorbenen. „Ich wollte sein Leben in Bildern darstellen für alle diejenigen, die ihn kannten und sich an ihn erinnern möchten.“ Das digitale Fotobuch zeigt in den Kategorien Jugend, Familie, Beruf/Hobby und Abschied die Stationen des Lebens von Hermann Schenk. Sogar ein Video, das Hermann Schenk und seine Rettich schneidende Nähmaschine zeigt, haben die beiden Hinterbliebenen eingefügt. Multimediales Gedenken in Zeiten der Digitalisierung.

Am Grabmal hat Manfred Schenk eine Bronzeplakette angebracht. Sie trägt die Inschrift der Website www.schenkfn.de und dazu den entsprechenden QR-Code. Gemeinsam mit seinem Sohn Max Schenk hat er an der Website gearbeitet.
Am Grabmal hat Manfred Schenk eine Bronzeplakette angebracht. Sie trägt die Inschrift der Website www.schenkfn.de und dazu den entsprechenden QR-Code. Gemeinsam mit seinem Sohn Max Schenk hat er an der Website gearbeitet. | Bild: Schnurr, Michael

Das digitale Gedenkbuch erweitert den Besuch des Grabmals

Manfred Schenk schuf aber nicht nur das digitale Gedenkbuch, er legte für jeden Besucher des Grabes seines Vaters auf dem Friedhof in Friedrichshafen-Jettenhausen außerdem noch einen digitalen Pfad zur Gedenkseite an: Am modernen Grabmal aus Holz und Stahl, das Manfred Schenk selbst gestaltet hat, ist eine Bronzeplakette angebracht. Sie trägt die Inschrift der Website www.schenkfn.de und dazu den entsprechenden QR-Code. Wer diesen Code mit dem QR-Scanner seines Smartphones abtastet, ruft die Gedenkseiten an Hermann Schenk auf.

Jüngere Generation begeistert von der Idee

Max Schenk, der 21-jährige Sohn von Manfred und der Enkel von Hermann Schenk, hat an der Website mit gearbeitet und natürlich mit Freunden und Bekannten darüber gesprochen. „Ich habe den Kommilitonen davon erzählt“, sagt er, „die waren begeistert und fanden das cool.“

Handwerkliche Begabung liegt in der Familie

Hermann, Manfred und Max Schenk sind alle handwerklich begabt. Der verstorbene Großvater absolvierte seine Ausbildung noch bei Maybach-Motorenbau und im Zeppelin-Luftschiffbau als Werkzeugmacher. Manfred Schenk arbeitet bei ZF als Maschinenbautechniker und Sohn Max ließ sich bei MTU zum Industriemechaniker ausbilden. Er studierte Mechatronik in Dornbirn und arbeitet jetzt bei Rolls-Royce-Power-Systems.

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