Jetzt ist es amtlich: Bis zu 140 Geflüchtete aus der Ukraine können künftig in das ehemalige Hotel Goldener Hirsch in Friedrichshafen einziehen. Nach den Vorberatungen mit einstimmigen Beschlussempfehlungen in den Ausschüssen hat jetzt der Gemeinderat entschieden, das Gebäude in der Charlottenstraße anzumieten.

Rund 400 Menschen in Friedrichshafen registriert

Wie Bürgermeister Andreas Köster erläuterte, haben sich inzwischen (Stand 21. März) knapp 400 Menschen aus der Ukraine in Friedrichshafen registrieren lassen – darunter vor allem Frauen und Kinder. „Wir wissen nicht, wann und wie viele weitere Menschen bei uns in Friedrichshafen eintreffen werden“, sagte Köster im Gremium. Daher müsse die Stadtverwaltung flexibel reagieren können.

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Die Anmietung des Hotels Goldener Hirsch sei dabei ein wichtiger Baustein, ergänzte Oberbürgermeister Andreas Brand. Bislang sind nach Angaben von Andreas Köster viele Geflüchtete in privaten Unterkünften untergekommen, im Verhältnis seien es etwa 70 (private Unterkünfte) zu 30 Prozent (städtische Unterkünfte). „Ob das demnächst auch noch so sein wird, können wir derzeit noch nicht sagen“, so Köster.

Bis im September vergangenen Jahres wurde das Gebäude als Hotel genutzt.
Bis im September vergangenen Jahres wurde das Gebäude als Hotel genutzt. | Bild: Fabiane Wieland

Ob die Unterbringung im ehemaligen Hotel nur eine Übergangslösung sein soll oder ob die ankommenden Menschen dort länger wohnen werden, wollte Christine Heimpel (Bündnis 90/Die Grünen) wissen. Dieter Stauber und Andreas Köster erläuterten, dass Friedrichshafen 2015 den Häfler Weg beschritten habe, der bei der Unterbringung von Flüchtlingen eine „größtmögliche Dezentralität“ vorsieht. Dieses Ziel verfolge man weiterhin. „Aber zunächst sind wir froh, dass wir alles nutzen können, was irgendwie geht“, so Köster.

Weitere Kapazitäten für Unterbringung schaffen

Auch Andreas Brand machte deutlich: Mit Blick auf die aktuellen Flüchtlingsbewegungen „brauchen wir massive Unterbringungskapazitäten“. Da dürften keine Möglichkeiten ausgeschlossen werden. „Wir hören von vielen Menschen, die derzeit ankommen, dass sie möglichst schnell wieder zurück möchten. Wenn man allerdings Bilder aus Mariupol und anderen Städten sieht, fragt mach sich, wie das gehen soll“, so der Oberbürgermeister. Daher müsse man jetzt weitere Kapazitäten schaffen.

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