Dienstagmittag an der B 31-neu: Der Waggershauser Tunnel ist frei, die Straße auch. Die letzten Absperrungen sind aufgeladen, ein paar Hütchen und ein Flatterband werden nach dem Festakt noch entfernt. Die Sonne lugt hinter den dunklen Wolken hervor und beleuchtet den neuen Straßenbelag und das Bauwerk mit seinen Lärmschutzwänden. Es wäre ein schöner Moment für die erste Fahrt durch die 700 Meter langen Röhren. Auf die Frage, was zum Auftakt noch fehlt, muss Andreas Irngartinger, der für die Deges vor Ort ist, schmunzeln: „Der Imbissstand und Toilettenwagen von vorhin: Wir müssen noch warten, bis die weg sind.“

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Ersterer wird dann auch nach einem kurzen Anruf relativ zügig weggefahren, Letzterer bleibt stehen. Weiß und eigentlich recht unscheinbar ist das Problem. Aufgebockt steht es da am Rand des neuen Straßenabschnitts herum. Das Fahrzeug, mit dem der Anhänger abtransportiert werden könnte, sowie sein Fahrer sind weder in Sicht- noch in Hörweite. Es wird ein wenig unruhig auf der ansonsten leeren neuen Straße.

Es ist inzwischen Viertel nach eins, noch 15 Minuten bis zur kurzfristig angesetzten Eröffnung. Doch der Toilettenwagen steht, vom Besitzer fehlt weiter jede Spur. Lässt sich der Wagen eventuell an eines der Fahrzeuge des Straßenbauamts anhängen und so wegfahren? Der Anhänger ist abgesperrt und stellt sich stur.

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Der Zeitpunkt, zu dem der Tunnel befahren werden sollte, naht. Immerhin: Auch ein weißes Fahrzeug, das das widerspenstige Klo abholen könnte, naht. Der Toilettenwagen muss allerdings erst noch befestigt werden, auch das braucht seine Zeit. Es ist Viertel vor zwei, als sich das Fahrzeug samt Anhänger schließlich in Bewegung setzen. Doch, Halt! Der Wagen stand entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung, in die er nun auch beinahe abgefahren wäre.

Freie Fahrt in Sicht: Doch auch der Abtransport des inzwischen angehängten Toilettenwagens gestaltet sich schwierig.
Freie Fahrt in Sicht: Doch auch der Abtransport des inzwischen angehängten Toilettenwagens gestaltet sich schwierig. | Bild: Lena Reiner

Nach kurzer Beratung aller Umstehenden und einem Zwischenruf über die leere Straße hinweg dann die Erleichterung: Die „drüben“, also auf der anderen Seite der Röhre, wissen Bescheid. Der Toilettenwagen kann passieren, ohne dass es in einem Verkehrschaos endet: nur links müsse er abfahren, damit er nicht in den Gegenverkehr des bereits geöffneten Teils der Bundesstraße gerate.

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Dann endlich kann der Verkehr rollen: Zunächst durch die Röhre, in der nicht noch der Toilettenwagen unterwegs sein könnte. Diese wird mit einer kleinen Verzögerung wenige Minuten später ebenfalls freigegeben.