Nach Einschätzung des Regierungspräsidiums (RP) Tübingen kommen "grundsätzlich mehrere unterschiedliche Verursacher" für den nächtlichen Gestank in Friedrichshafen-Ost in Betracht. Dafür sprechen unterschiedliche Geruchs-Charakteristika, die von den Anwohnern beschrieben werden, komplexe Strömungsverhältnisse mit unterschiedlichen Abflussrichtungen und Beschwerden aus einem recht großen Gebiet.

Regierungspräsidium für Überwachung zuständig

Das RP ist für die Überwachung von Industriebetrieben zuständig, die für die Umwelt relevante Anlagen betreiben. Aktuell prüfe die Behörde, welche dieser Unternehmen in Friedrichshafen als Verursacher für die Geruchsbelästigungen der Anwohner in der Kitzenwiese, in St. Georgen und im Schreienesch in Betracht kommen könnten. "Diese Prüfungen sind noch nicht abgeschlossen", teilte eine Sprecherin des RP Tübingen auf Nachfrage mit.

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Landratsamt hält Holzofen für wesentliche Quelle

Am Montag hatte das Landratsamt Bodenseekreis mitgeteilt, dass der Holzofen der Backstube Weber am Flughafen eine wesentliche Quelle der nächtlichen Geruchsbelästigung im Wohngebiet Friedrichshafen-Ost sei. Man könne aber nicht ausschließen, dass auch andere Quellen in der Nacht gerochen werden können. Die Überprüfung von zwei, drei Betrieben, für die das Landratsamt zuständig ist, sei noch nicht abgeschlossen.

Im Spätsommer 2017 mehrere Anlagen geprüft

Nach Aussage von Robert Schwarz, Sprecher der Kreisverwaltung, habe das Landratsamt vom RP Tübingen die Rückmeldung bekommen, dass es nach einem ersten Prüfdurchgang in den Industriebetrieben keine Anhaltspunkte gab, die zu den geschilderten Belästigungen gepasst hätten. "Konkret wurden im Spätsommer 2017 mehrere Anlagen der Firma ZF geprüft", so der Sprecher des Landratsamtes. Für die laufenden Untersuchungen sei vereinbart worden, dass auch weitere Betriebe vertieft geprüft werden sollen.

Sollten bei den Ermittlungen nun noch weitere Quellen identifiziert werden können, die mit den Belästigungen in Zusammenhang zu bringen sind, werde das Landratsamt auch hier schauen, welche Entlastungsmöglichkeiten es gebe.