Langsam geht es in Sachen Kommunalwahlen auf die Zielgerade, und hinter den Kulissen derzeit nur noch um eines: Die Bewerberlisten möglichst zu füllen, um bei der Gemeinderatswahl auch punkten zu können. Wir geben Ihnen den Überblick, welche Partei damit bislang wie weit gekommen ist:

CDU hat bereits genügend Kandidaten

Die Häfler Christdemokraten haben bereits genügend Kandidaten gefunden, wie Manuel Plösser, Vorsitzender der Häfler CDU, auf Nachfrage dieser Zeitung erklärt. Schon seit einem dreiviertel Jahr sei er mit dem Thema beschäftigt. "Wir haben nun einen bunten Strauß an Kandidaten beisammen. Es sind viele junge dabei, aber auch viele neue Gesichter", erklärt Plösser. Auch Bewerber, die nicht in der Partei seien, stünden auf der Liste. Plösser räumt aber ein, dass die Suche nach Kandidaten nicht immer ganz einfach gewesen sei. "Es ist tatsächlich eine Herausforderung, 40 Bewerber zu überzeugen", so der Stadtverbandsvorsitzende. Die Nominierungsveranstaltung der CDU wird am Donnerstag, 24. Januar, im Restaurant des Zeppelin-Museums stattfinden.

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Die Freien Wähler warten noch auf Zusagen

Dass die Freien Wähler bei der Gemeinderatswahl gut aufgestellt sein werden, davon ist Jürgen Durski, Vorsitzender des Vereins, überzeugt. Die Liste sei noch nicht ganz vollständig. „Wir haben tolle Leute angesprochen, die noch in Ruhe überlegen wollen“, so Durski. Seine Wahrnehmung ist, dass es schwieriger geworden sei, Kandidaten zu finden. „Mehr Leute setzen sich mit dem Zeitfaktor auseinander, der für die Ratsarbeit nötig ist.“ Mit wem die Freien Wähler im Mai 2019 in die Gemeinderatswahl gehen, entscheide sich voraussichtlich am 31. Januar.

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Die Grünen haben mehr Kandidaten als Listenplätze

Am 29. Januar nominieren die Grünen ihre Ratskandidaten – und haben eine große Auswahl. „Wir haben mehr Leute, die kandidieren wollen, als Plätze auf der Liste“, freut sich Felix Bohnacker vom Ortsverband über viele Mitstreiter. „Ich hatte es mir jedenfalls schwieriger vorgestellt“, so Bohnacker, der seit 2017 zum Vorstand der Grünen in Friedrichshafen gehört. Er selbst werde ebenfalls auf einem der vorderen Listenplätze kandidieren. Prinzipiell könnten es sogar noch mehr als die derzeit 45 bis 50 Kandidaten werden, von denen nicht alle Mitglied der Partei sind. Selbst am Nominierungsabend könnten sich Interessierte zur Wahl für die Ratsliste stellen, sofern sie Häfler sind. Wählen dürfen nur Bürger mit Erstwohnsitz in Friedrichshafen, die Mitglied der Grünen sind.

Die SPD freut sich über Gleichgewicht von neuen und alten Mitgliedern

Auch die SPD hat bereits die Kandidatenliste gefüllt. "Wir haben 40 Bewerber und einen Ersatzkandidaten", bestätigt Luca Baumann vom SPD-Ortsverband. Dabei sei ein gutes Gleichgewicht zwischen neuen und alten Mitgliedern gefunden worden. "Wir haben viele neue SPD-Mitglieder, und viele haben sich bereit erklärt zu kandidieren", so Baumann. Die derzeitigen Ratsmitglieder wollen alle weiter machen. Karl-Heinz Mommertz, der bei einem SÜDKURIER-Interview im Dezember 2017 noch klar sagte, dass er „Stand heute“ bei der Kommunalwahl 2019 nicht mehr antreten werde („Ich will nicht mit 80 noch im Gemeinderat sitzen), will es jetzt doch noch einmal wissen. „Ich habe einige Projekte mit angeschoben, da möchte ich bei der Umsetzung noch dabei sein“, erklärte er gestern auf Anfrage. „Ich arbeite gern weiter mit“, sagt Karl-Heinz Mommertz.

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Bei der FDP werden noch Bewerber gesucht

„Ganz voll ist die Liste noch nicht“, erklärt Gaby Lamparsky, die mit Gerlinde Ajiboye-Ames für die FDP im Gemeinderat sitzt – noch, denn ihre Mitstreiterin kandidiert nicht mehr. Sie selbst werde erneut antreten und strebe ihre vierte Legislaturperiode im Rat an. Bis zur Nominierungsversammlung Anfang März hofft Gaby Lamparsky noch auf den einen oder anderen Kandidaten, der sich für die FDP aufstellen lässt. „Die 30 haben wir Stand heute schon überschritten“, sagt sie frohgemut, bei zirka 35 Mitgliedern im Ortsverband eine ordentliche Zahl an Kandidaten. Auch bei den Freien Demokraten muss man nicht zwingend Parteimitglied sein, um auf der Kandidatenliste zu stehen.

Die ÖDP will bis Mitte Februar die Liste komplettieren

"Wir sind noch auf der Suche nach weiteren Kandidaten, aber wir wollen bis Februar möglichst eine volle Liste präsentieren", erklärt Sylvia Hiß-Petrowitz. Auch sie betont, dass die Kandidatensuche nicht immer ganz leicht ist. "Manche wollen sich nicht festlegen, andere argumentieren, das Amt sei zu zeitintensiv, andere trauen sich die Arbeit schlicht nicht zu", erzählt Hiß-Petrowitz. Ihr Ziel ist es, im nächsten Gemeinderat Fraktionsstatus zu erreichen.

Das Netzwerk für Friedrichshafen will viertstärkste Kraft werden

Philipp Fuhrmann und seine Mitstreiter werden bei der Kommunalwahl mit einer eigenen Liste antreten. "Bisher haben wir schon zehn Leute gefunden, wir sind aber zuversichtlich, dass wir bis Mitte Februar noch weitere Kandidaten finden", erklärt Fuhrmann. Er freue sich bereits auf die inhaltliche Diskussion im Wahlkampf und rechnet dem Netzwerk gute Chancen aus. "Ich glaube, dass wir es schaffen könnten, viertstärkste Kraft im Gemeinderat zu werden", sagt Fuhrmann. Das Netzwerk für Friedrichshafen will vor allem mit Inhalten punkten. "In Friedrichhafen steht ein Politikwechsel an", davon ist Fuhrmann überzeugt. Unter den Netzwerk-Kandidaten seien jüngere zwischen 18 und 25 Jahren, aber auch erfahrenere Mitglieder. "Wir haben derzeit eher Probleme, Frauen zu finden, die sich aufstellen lassen wollen, weil sie sich offenbar schwerer tun", erklärt Philipp Fuhrmann. Die Nominierungsveranstaltung des Netzwerkes soll am Dienstag, 19. Februar, stattfinden.

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Die AfD äußerte sich zuletzt im Juni 2018

Die AfD hat auf die aktuelle Anfrage des SÜDKURIER nicht reagiert, auch nicht auf Anfragen zur Kommunalwahl, die wir im November stellten. Zuletzte antwortete der Kreisverband im Juni 2018 auf unsere Frage, ob die Partei bei der Kommunalwahl in Friedrichshafen antreten werde und ob sie bereits auf der Suche nach Kandidaten sei, so: "Die AfD wird natürlich bei den Kommunalwahlen 2019 antreten. Derzeit befinden wir uns in den Vorbereitungen für die Kandidatensuche. Sobald diese abgeschlossen sind, können wir entscheiden, wie breit sich die AfD Bodenseekreis dabei aufstellen wird."