Die historische „Landshut“-Maschine, die mit großem Aufwand aus Brasilien nach Deutschland geholt worden war, braucht laut einem Zeitungsbericht einen neuen Standort. Grund ist nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagsausgabe) ein Streit über die Betriebskosten für die Maschine, die derzeit in Friedrichshafen im Flugzeugmuseum der Dornier-Stiftung steht. Die Bundesregierung und Vertreter der Stiftung hätten sich nicht auf eine Regelung der Kostenübernahme für die geplante „Landshut“-Ausstellung einigen können.

„Alternative Standortoptionen werden erwogen“, sagte eine Sprecherin von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) der Zeitung.

Dornier-Stiftung lehnt Übernahme der Betriebskosten ab

Die Dornier-Stiftung lehnt dem Bericht zufolge eine Übernahme der Betriebskosten in Höhe von 250.000 bis 300.000 Euro für die geplante Ausstellung rund um die Maschine und ihre Geschichte ab. Weil völlige Unklarheit über den Standort des Flugzeugs und somit die Ausstellung herrsche, sei eine für September geplante Sitzung des wissenschaftlichen Beirats abgesagt worden, schrieb die „FAZ“.

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Das Lufthansa-Passagierflugzeug „Landshut“ war im Oktober 1977 von palästinensischen Terroristen entführt worden, die inhaftierte Terroristen der Rote Armee Fraktion (RAF) freipressen wollten. Nach einem mehrtägigen Irrflug landete die Maschine in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Die Entführer erschossen Flugkapitän Jürgen Schumann, bevor das deutsche Antiterrorkommando GSG 9 die Maschine stürmte.

Nach dem GSG-9-Einsatz flog die Maschine bis 1985 im Liniendienst der Lufthansa, danach für andere Airlines, zuletzt für eine brasilianische. Auf Wunsch des damaligen Außenministers Sigmar Gabriel (SPD) war die „Landshut“ im Herbst 2017 von Brasilien nach Friedrichshafen in das Flugzeugmuseum der Dornier-Stiftung gebracht worden. Dafür musste sie komplett zerlegt werden. (AFP)

 

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