Noch ist es unverkennbar eine Baustelle. Eine Baustelle, auf der die Arbeiten nach Angaben der Stadtverwaltung derzeit auf vollen Touren laufen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, Ziel für die Eröffnung des neuen Sportbads ist Bürgermeister Andreas Köster zufolge aber der kommende Frühsommer. Sein Eindruck, nachdem er sich jüngst auf der Baustelle umgesehen hat: "Ich glaube, dass wir da mit etwas Besonderem aufwarten können." Wie viel es Besucher künftig kosten soll, sich einen Eindruck vom Ergebnis der Arbeiten zu verschaffen, entscheidet der Gemeinderat am Montag.

In diesem Becken sorgt eine Schleppschürze dafür, dass die Wasserhöhe verstellbar ist, und schafft den nötigen Ausgleich hierfür. Wer von den Sprungbrettern springt, landet im stets tiefen Teil dieses Beckens. (Archivbild von November 2018)
In diesem Becken sorgt eine Schleppschürze dafür, dass die Wasserhöhe verstellbar ist, und schafft den nötigen Ausgleich hierfür. Wer von den Sprungbrettern springt, landet im stets tiefen Teil dieses Beckens. (Archivbild von November 2018) | Bild: Julian Singler

Ein Tarifsystem für alle Bäder

Einzel- und Familienkarten, Ermäßigungen, Rabatte und Dauerkarten: Es mag auf den ersten Blick nicht so aussehen, aber das Tarifsystem für alle Häfler Bäder soll nachvollziehbar werden. Ein erster Schritt in diese Richtung waren die im vergangenen Jahr beschlossenen Anpassungen der Eintrittspreise für die Frei- und Strandbäder. Stimmt der Gemeinderat nun der vorgeschlagenen Entgeltordung für das Sportbad zu, zahlt ein Erwachsener dort für eine Tageskarte sechs Euro. Davon ausgehend, sollen die übrigen Preise im neuen Bad derselben Logik wie jene in den Freibädern folgen: Der ermäßigte Eintritt liegt beispielsweise bei rund 50 Prozent des Basistarifs, und eine Familienkarte kostet nicht mehr als die Tageskarten für einen Erwachsenen und zwei Kinder zusammen. Neben Saisonkarten für die Freibäder und Geldwertkarten, die verschiedene Rabatte ermöglichen, soll es künftig auch wieder Jahreskarten für alle Häfler Bäder geben.

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Von Kostendeckung kann angesichts des skizzierten Zuschussbedarfs von rund viereinhalb Millionen Euro in diesem Jahr für das Sportbad kaum die Rede sein. "Es ist ein Balanceakt zwischen Wirtschaftlichkeit und Besuchbarkeit", erklärt Stadtsprecherin Monika Blank. Zu den Zielen des Betriebskonzeptes für die Häfler Bäder, das dem Rat ebenfalls zur Entscheidung vorgelegt wird, gehört es, attraktive Bäder zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung zu stellen, sagt Reinhard Friedel, Leiter des Amtes für Bildung, Betreuung und Sport.

Noch führt der Weg durch den Haupteingang auf eine Baustelle

Video: Singler, Julian

(Aufnahme von November 2018)

Jedes Kind soll schwimmen können

Anders als sein Quasi-Vorgänger in der Ehlersstraße wird das Sportbad bis auf Revisionstage ganzjährig geöffnet sein. Die Ausstattung ermöglicht es außerdem, dass beispielsweise Schulen und Vereine sowie Privatbesucher das Bad gleichzeitig nutzen können. Somit sind die gesamte Woche über einheitliche Öffnungszeiten möglich. Und auch außerhalb dieser Zeiten wollen sich Stadt, Schulen, Vereine und weitere mit Eröffnung des neuen Bades verstärkt einem besonderen Ziel widmen: "Jedes zehnjährige Kind aus Friedrichshafen soll schwimmen können", sagt Köster.

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Pizza und Pasta für Badbesucher

Bereits entschieden ist, wer die Gastronomie im Bad- und Saunabereich und auch die Automaten im Eingangsbereich des Sportbads betreiben wird. Nico und Enrico Tatavitto haben die Mitglieder des Kultur- und Sozialausschusses nach Angaben der Stadtverwaltung im Januar mit ihrem Konzept, zu dem auch der Einkauf bei regionalen Anbietern gehört, überzeugt. Sie betreiben unter anderem bereits das "La Scala" im Bodensee-Center. Im Bad- und Saunabereich werden sie den Ausführungen aus dem Rathaus zufolge unter anderem Pastagerichte und Pizzen, Mittagsmenüs, Vegetarisches und Veganes, Kaffee und Kuchen anbieten.

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Vorgesehene Preise für Bad und Sauna

Im bundesweiten Vergleich sind sie Reinhard Friedel zufolge günstig und moderat. So sollen die Preise für das neue Sportbad aussehen:

  • Einzelkarte Bad: Sie soll für einen Erwachsenen 6 Euro kosten. Als ermäßigter Eintritt sind 3 Euro für Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 17 Jahren, Senioren ab 63 Jahren, Auszubildende und Studenten bis 24 Jahre, Schwerbehinderte sowie Bundesfreiwilligendienst-Leistende vorgesehen. Die Einzelkarten sollen für einen kompletten Tag gültig sein.
  • Familienkarte: Eltern oder Großeltern zahlen für den gemeinsamen Eintritt mit ihren Kindern oder Enkelkindern im Alter von vier bis 17 Jahren, Anzahl beliebig, 12 Euro.
  • Kurzschwimmtarif und Feierabendschwimmer: Wer rasch seine Bahnen ziehen möchte und dafür nur bis zu zwei Stunden im Sportbad bleibt, zahlt 3 Euro. Eine weitere Rabattierung durch die im vergangenen Jahr eingeführten Geldwertkarten soll es für den Kurzschwimmtarif nicht geben. Ab 18 Uhr beträgt der Einzeleintritt für Erwachsene 3,60 Euro, mit Ermäßigung 1,80 Euro.
  • Eintritt Sauna: Der Einzeleintritt zur Sauna, der die Nutzung des Bads beinhaltet, soll mit 18 Euro festgesetzt werden, ermäßigt 13,50 Euro. Zutritt zum Saunabereich haben Jugendliche ab 16 Jahren. Auch für die Sauna ist ab 18 Uhr ein ermäßigter Eintritt vorgesehen: 11 Euro für Erwachsene, ermäßigt: 8,50 Euro.
  • Freier Eintritt: Kostenlos soll der Sportbad-Besuch für Kinder bis 3 Jahre sein. Freien Eintritt zu Sauna und Bad haben außerdem Geburtstagskinder – auch Erwachsene, sowie Begleitpersonen von Schwerbehinderten, Merkzeichen "B".
  • Jahreskarte: Ab dem 1. März soll es wieder Jahreskarten geben, die in allen vier Häfler Bädern gültig sind. Erwachsene zahlen dafür voraussichtlich 359 Euro. Einer Rechnung der Stadtverwaltung zufolge lohnt sich der Preis ab dem 60. Sportbadbesuch pro Jahr. Mit Ermäßigung kostet die Jahreskarte 179 Euro. Weitere Ermäßigungen sind ab dem zweiten Kind pro Familie vorgesehen. Die Bezahlung soll auch in zwei Raten möglich sein.
  • Rabatte über Geldwertkarten: Diese Karten, die es seit Sommer 2018 gibt, ermöglichen verschiedene Rabatte in vier Kategorien: Bronze (50 Euro, 10 Prozent Rabatt), Silber (100 Euro, 15 Prozent Rabatt), Gold (150 Euro, 20 Prozent Rabatt) und Platin (200 Euro, 25 Prozent Rabatt). Die Karten, auf denen das Guthaben nicht verfällt, können auch im Sportbad, inklusive Sauna, eingesetzt werden. Nicht rabattierbar sind der Kurzschwimmtarif, wie es ihn auch im Fischbacher Freibad gibt, und die geplanten Jahreskarten für alle vier Bäder.
  • Zum Vergleich: Mit einem Tagespreis von 6 Euro pro Erwachsenem läge das Sportbad gleichauf mit dem Limare in Lindau. In der Therme Meersburg kostet der Einzeleintritt für einen Erwachsenen für bis zu zwei Stunden im Bad 9,50 Euro, in der Therme Überlingen 9 Euro.