Die gute Nachricht kommt zuerst: Kopfläuse übertragen keine Krankheiten. Aber sie können gehörig nerven. Allein die Vorstellung, die Krabbeltiere auf dem Kopf zu haben, sorgt für Ekelgefühle. „Besonders nach den Sommerferien häufen sich die Fälle von Kopflausbefall“, weiß Elke Häberle, Ärztin beim Gesundheitsamt.

Im Bodenseekreis meldeten seit dem Schulbeginn 15 Schulen und vier Kindertageseinrichtungen Läusefälle, insgesamt krabbelten 33 Kindern die winzigen Insekten auf der Kopfhaut herum. Kinder dürfen nach dem Infektionsschutzgesetz Gemeinschaftseinrichtungen und Schulen nicht besuchen, wenn sie sich die kleinen Tierchen eingefangen haben. Und die Einrichtungen müssen die Fälle ans Gesundheitsamt melden. Die Übertragung erfolgt von Kopf zu Kopf, der direkte Kontakt ist nötig.

Eine Kopflaus auf einem Computerbild des Leipziger Max-Planck-Instituts
Eine Kopflaus auf einem Computerbild des Leipziger Max-Planck-Instituts | Bild: Waltraud Grubitzsch

„Im Jahr 2018 wurden uns von Schulen und Kindertageseinrichtungen des Bodenseekreises insgesamt 477 Fälle von Kopfläusen gemeldet“, erklärt Elke Häberle. Doch wenn die Läuse gefunden werden, lassen sie sich leicht behandeln. Ein Überblick:

  • Behandlung: Verschiedene einfach anzuwendende Läuseshampoos sind in der Apotheke ohne Rezept erhältlich. Die Mittel können auch vom Arzt verschrieben werden, für Kinder bis 12 Jahren übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Am besten ist es die ganze Familie zu behandeln und Kontaktpersonen zu informieren. Durch nasses Auskämmen mit Haarpflegespülung und Läusekamm können Läuse und Nissen zusätzlich entfernt werden.
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  • Wiederholungsbehandlung: Acht bis zehn Tage beträgt der Zeitraum zwischen Eiablage und Ausschlüpfen der Läuse. Deswegen muss zwingend eine Wiederholungsbehandlung durchgeführt werden. „Bei der Therapie ist es entscheidend, dass diese Zweitbehandlung nicht vergessen wird“, betont Elke Häberle vom Gesundheitsamt.
Kopfläuse haben nach den Sommerferien Hochsaison. Sie können von Kopf zu Kopf übertragen werden. Die kleinen Insekten übertragen aber keine Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien. Eine Behandlung mit Läuseshampoo und Auskämmen mit einem Läusekamm sind eine wirksame Behandlung.
Kopfläuse haben nach den Sommerferien Hochsaison. Sie können von Kopf zu Kopf übertragen werden. Die kleinen Insekten übertragen aber keine Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien. Eine Behandlung mit Läuseshampoo und Auskämmen mit einem Läusekamm sind eine wirksame Behandlung. | Bild: Mommsen, Kerstin
  • Hygienemaßnahmen: Kämmen und Bürste sollten in heißer Seifenlösung gewaschen werden. Bettwäsche, Kopfkissen, Handtücher und Schlafanzüge sollten bei mehr als 60 Grad gewaschen werden oder mindestens 15 Minuten im Trockner gewesen sein. Nicht waschbare Textilien wie etwa Stofftiere können durch dreitägige Lagerung in einer gut verschlossenen Plastiktüte von Läusen befreit werden, da sie so aushungern.

Wissenswertes rund um die Kopflaus

Zwei bis drei Millimeter ist eine Kopflaus groß. Hier im Vergleich zwischen vier Streichholzköpfen zu sehen.
Zwei bis drei Millimeter ist eine Kopflaus groß. Hier im Vergleich zwischen vier Streichholzköpfen zu sehen. | Bild: Patrick Seeger/Dpa
  • Aussehen der Laus: Die ausgewachsene Kopflaus ist ein etwa zwei bis drei Millimeter großes, flügelloses Insekt. Sie ernährt sich vom Blut des Menschen, das sie aus der Kopfhaut saugt. Die frisch ausgeschlüpfte Laus ist weiß, sie wird nach dem ersten Saugen rot und später dunkler.
  • Wo sitzt die Laus? Am häufigsten halten sich die Läuse am Haaransatz, hinter den Ohren, im Nacken- und Schläfenbereich auf, dort legen sie ihre Eier, die Nissen ab. Nissen sehen ähnlich wie Schuppen aus, man kann sie aber nicht mit den Fingern vom Haar abstreifen, da sie bei der Eiablage „wie Perlen an einer Schnur“ fest angeklebt werden.
  • Vermehrung: Lausweibchen legen täglich mehrere Eier, die Nissen, die am Haaransatz festgeklebt werden. Läuse legen ihre Eier bevorzugt an den Schläfen, über den Ohren und im Nacken. Nach sieben bis zehn Tagen schlüpfen die Larven, die in neun bis elf Tagen zu Läusen werden. Sie können sich flink im Kopfhaar und auf andere Köpfe bewegen.
  • Komplikationen: Die Laus saugt alle zwei bis drei Stunden Blut. Durch den dabei entstehenden Juckreiz kratzen sich die betroffenen Personen häufig am Kopf. Dadurch können Eitererreger eindringen und Entzündungen hervorrufen.
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