Es war eine Pressekonferenz, die mit Spannung erwartet worden war. Wie würde sich die Messe Friedrichshafen neu positionieren, nachdem die European Outdoor Group (EOG) im Februar verkündet hatte, nach München weiterziehen zu wollen. Das Messeteam rund um Geschäftsführer Klaus Wellmann präsentierte am Mittwoch das neue Konzept, "am Tag 1 nach der Auflösung des Vertrages mit der EOG", wie Wellmann betonte. "Nachdem wir die Fesseln des Verbandes ablegen konnten, haben wir die Messe neu definiert und gedacht", sagte Bereichsleiter Stefan Reisinger. Die Frage, ob das Verhältnis zur EOG nach der Entscheidung "zerrüttet" sei, verneinte Klaus Wellmann. Welcher Begriff das Verhältnis denn richtig beschreibe? "Das können Sie sich selbst aussuchen", antwortete Wellmann etwas schmallippig.

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Das neue Konzept der "Outdoor Friedrichshafen", richtet sich vor allem an kleine und mittelständische Hersteller und Händler, die in die Entscheidung der EOG gar nicht einbezogen waren, wie Stefan Reisinger betonte. "Es sind etwa 95 Firmen in der EOG versammelt, bei der Outdoor in Friedrichshafen waren zuletzt über 900 Aussteller", erklärt Reisinger. "Wir stellen in Frage, ob das Votum der EOG das Interesse der gesamten Branche abbildet", so Reisinger klar.

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Friedrichshafen sei der ideale Standort für eine Outdoor-Messe, die Nähe zu den Bergen und der See seien ideal, um den Dachmarkt Österreich, Deutschland und die Schweiz zu bedienen, erläuterte Klaus Wellmann.

Produkte aus den Bereichen Wandern, Alpinismus, Camping, Caravaning, Wassersport und Outdoor-Lifestyle sollen auf der neuen Messe im Mittelpunkt stehen. Bild: Messe
Produkte aus den Bereichen Wandern, Alpinismus, Camping, Caravaning, Wassersport und Outdoor-Lifestyle sollen auf der neuen Messe im Mittelpunkt stehen. Bild: Messe | Bild: Silke Magino

Die Outdoor Friedrichshafen soll von Dienstag, 17. September, bis Donnerstag, 19. September, stattfinden, an nur noch zweieinhalb Tagen statt früher vier. Dieser Termin liegt außerhalb der Hauptverkaufssaison und soll so gerade für den Fachhandel interessant sein.

Das neue Konzept im Überblick

  1. Produkte: Präsentiert werden sollen Produkte aus den Bereichen Alpinismus, Wandern, Camping, Caravaning, Wassersport und Outdoor-Lifestyle. „Gerade der spezialisierte Fachhandel trifft in dieser Zeit die finalen Verkaufsentscheidungen zu diesen Produkten“, heißt es in der Pressemitteilung der Messe.
  2. Weiterbildung: Ein Schwerpunkt der neuen Outdoor soll auch im Bereich der Schulungen liegen. Wie Bereichsleiter Dirk Heidrich erläuterte, werden Vorträge, Diskussionsforen, Workshops und Seminare organisiert, die spezielle Fragen des Fachhandels thematisieren, etwa Personalführung oder die optimale Produkt-Präsentation.
  3. Trends und Innovationen: Auf der Messe solle „eine größere Bühne für innovative Start-Ups“ geboten werden, wie Bereichsleiter Dirk Heidrich erklärte. Zudem wird es wie zuvor einen Produkt-Award geben.
  4. Netzwerken: Wie schon bei den vorigen Outdoor-Messen will Friedrichshafen auch diesen Bereich stärken und weiter ausbauen. Geplant sind etwa runde Tische für den direkten Austausch, organisierte Gespräche und ein Party-Abend. Außerdem gibt es in den vier Messehallen erstmals größere Gastronomie-Bereiche, die den Austausch der Fachbesucher und Aussteller fördern sollen.
  5. Kostengünstige Alternative zur Messe München: Die Organisatoren der „Outdoor Friedrichshafen“ wollen eine Veranstaltung anbieten, die auch kleineren Unternehmen entgegenkommt. „Wir können ein ganz anderes Preisniveau anbieten, weil wir insgesamt weniger Kosten haben“, erläutert Bereichsleiter Stefan Reisinger. Neu ist auch, dass das Catering für Aussteller und Fachbesucher bereits enthalten ist, dafür also keine weiteren Kosten anfallen. Zudem bietet die Messe Friedrichshafen erstmals auch Standbaupakete an, die die Ausstellungsfläche, den Stand selbst, die Stromkosten und die Verpflegung enthalten. „Ein neun Quadratmeter großer Stand in Palettenbauweise kostet beispielsweise 1699 Euro, ist also auch für junge Unternehmen attraktiv“, so Dirk Heidrich. „Die Teilnahme an unserer Messe Outdoor Friedrichshafen soll einfach und unbürokratisch sein“, fügt Heidrich hinzu.
  6. Kein Publikumstag: Es wird im Jahr 2019 keine Veranstaltungen für die Öffentlichkeit geben. In diesem Jahr hatte die Messe erstmals im Uferpark ein zweitägiges „Midsummer-Festival“ veranstaltet, das die Outdoor-Themen auch der Öffentlichkeit näher brachte. „Wir haben uns jetzt aber gegen ein solches Format entschieden. Wenn sich die Outdoor Friedrichshafen jedoch erfolgreich etabliert, könnte wieder eine Öffnung in Richtung der Endverbraucher erfolgen“, erklärt Stefan Reisinger. (mom)