Arbeitskräfte aus Drittstaaten haben künftig die Aussicht auf einen unbefristeten Aufenthalt in Deutschland. Dafür sorgt ein neues Gesetz, das seit 1. März gültig ist. Doch für wen gilt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz? Walter Nägele, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg, erklärt: „In Frage kommen alle ausländischen Fachkräfte mit einer geschlossenen Berufsausbildung.“

„In Frage kommen alle ausländischen Fachkräfte mit einer geschlossenen Berufsausbildung.“
Walter Nägele, Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg

Eine weitere Voraussetzung sind Deutschkenntnisse. Erfüllt ein potenzieller Arbeitnehmer beide Bedingungen, hat er die Aussicht auf einen unbefristeten Aufenthalt in Deutschland – solange es keinen Bewerber mit Deutschem Pass gibt.

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„Die Unternehmen in der Region haben nun ein weiteres Instrument zur Fachkräftegewinnung. Es ist ein Element in einer ganzen Kette von Möglichkeiten, um den Bedarf an Fachkräften zu decken“, sagt Nägele. Er empfiehlt Arbeitgebern aber, zunächst an Lösungen zu arbeiten, die „naheliegender“ sind.

Walter Nägele, Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg: „In Frage kommen alle ausländischen Fachkräfte mit einer geschlossenen Berufsausbildung.“
Walter Nägele, Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg: „In Frage kommen alle ausländischen Fachkräfte mit einer geschlossenen Berufsausbildung.“ | Bild: Agentur Für Arbeit

Diese seien zum Beispiel: „Eigene Fachkräfte durch Ausbildung gewinnen, Mitarbeiter fördern und qualifizieren sowie Beschäftigung von behinderten Menschen und Berufsrückkehrern ermöglichen.“ Erst wenn diese Lösungen erfolglos bleiben, komme aus Sicht von Nägele eine Zuwanderung aus EU- oder Drittstaaten in Frage.

Fachkräftemangel herrscht in vielen Branchen

Optimal sei das neue Gesetz vor allen für Branchen, in denen derzeit Fachkräftemangel herrscht. Nach Angaben von Nägele werden qualifizierte Arbeitskräfte besonders in Metall-, Elektro- und Bauberufen sowie Ingenieurs-, IT- und Gesundheitsberufen gesucht, außerdem im Dienstleistungsbereich und in Gastronomie sowie Hotellerie.

Auch in der Hotellerie werden Mitarbeiter gesucht

Uwe Felix ist Betreiber des Hotels Traube am See in Fischbach. Er bestätigt die Aussage von Walter Nägele. „Grundsätzlich ist es so, dass wir Mitarbeiter suchen. Qualifizierte und Hilfskräfte.“ In der Vergangenheit sei es oft schwierig gewesen, für Bewerber, die nicht aus der EU kommen, eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen. „Das neue Gesetz soll hier eine Erleichterung bringen und das wäre auch gut so. Für uns und für die Branche“, sagt Felix.

Hotelier Uwe Felix: „Das neue Gesetz soll hier eine Erleichterung bringen und das wäre auch gut so. Für uns und für die Branche.“
Hotelier Uwe Felix: „Das neue Gesetz soll hier eine Erleichterung bringen und das wäre auch gut so. Für uns und für die Branche.“ | Bild: Privat

MTU Friedrichshafen begrüßt das neue Gesetz

Auch Rolls-Royce Power Systems (MTU) sieht die Einführung des neuen Gesetzes positiv. „Wir sind weltweit aufgestellt und bekommen in allen Bereichen Unterstützung von Fachkräften, beispielsweise aus den USA oder aus Asien„, sagt Pressesprecher Christoph Ringwald. Auch in Friedrichshafen wolle sich das Unternehmen diverser aufstellen und verstärkt Mitarbeiter von anderen Standorten holen.

Fachkräfte einfacher rekrutieren

„Durch das Gesetz erhoffen wir uns, internationale Fachkräfte künftig einfacher und schneller rekrutieren zu können.“ Ringwald betont aber, dass das neue Gesetz das Problem Fachkräftemangel nicht von heute auf morgen lösen könne. Denn qualifizierte Fachkräfte, vor allen in den Bereichen IT und Elektroingenieurwesen, seien auch auf internationaler Ebene begehrt.

Das Unternehmen ZF konnte wegen der kurzfristigen Anfrage und dem Coronavirus nicht auf die Presseanfrage des SÜDKURIER zum Thema Fachkräfteeinwanderungsgesetz antworten. „Hinsichtlich der Corona-Krise müssen wir unsere Kapazitäten darauf konzentrieren“, so ein ZF-Sprecher.

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