Der mit künstlicher Intelligenz ausgestattete mobile Astronauten-Assistent „Cimon“ (Crew Interactive Mobile CompanioN) ist am 27. August an Bord eines Dragon-Raumschiffs zurück auf die Erde gelangt. Dies teilt Pressesprecher Mathias Pikelj, Airbus Friedrichshafen, mit.

„Erwartungen voll erfüllt“

Christian Karrasch, Cimon-Projektleiter im DLR-Raumfahrtmanagement: „Cimon ist ein Technologie-Experiment, das unsere Erwartungen voll erfüllt hat. Bei seiner Premiere im All – einem 90-minütigen Einsatz mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst auf der ISS im November 2018 – hat er gezeigt, dass er unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit gut funktioniert und erfolgreich mit Astronauten interagieren kann. Wir freuen uns immer noch sehr über den bis heute einzigen Einsatz einer künstlichen Intelligenz auf der Raumstation und arbeiten seit mehreren Monaten an einem verbesserten Nachfolgemodell.“

Neuer Cimon besser ausgestattet

Auch der zweite Cimon werde im Auftrag des DLR-Raumfahrtmanagements mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie von Airbus in Friedrichshafen und Bremen gebaut. Airbus in Friedrichshafen habe die neue Hardware zusammengesetzt und getestet. Till Eisenberg, Cimon-Projektleiter bei Airbus Bremen: „Insgesamt gibt es mehrere Upgrades wie bessere Mikrofone, einen robusteren Computer, eine verbesserte Flug- und Lageregelung, neue Software-Features für die Konversation, zum Beispiel bei der Spracherkennung, dem Gesprächsverlauf und der Intention.“

Persönlichkeitsrechte betroffen

Ethische Fragestellungen werden durch Mediziner der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München beleuchtet. Es gehe um Persönlichkeitsrechte, da Bild und Tonmaterial vom Astronauten durch Cimon aufgenommen, verarbeitet und interpretiert werden. Einerseits sind hohe technische Standards im Bereich der Datensicherheit notwendig, andererseits ist bei der Arbeit im Team zwischen Mensch und Maschine das Vertrauen in ein solches System wichtig.

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„Auch der neue Cimon hat einen eingebauten Schalter, mit dem der Datenstrom aller Kameras und Mikrofone von der ISS aus unterbrochen werden kann. So hat der Astronaut jederzeit die Kontrolle über Cimon, dies war uns besonders wichtig“, sagt LMU-Wissenschaftlerin Judith Buchheim.

Das DLR-Raumfahrtmanagement, das die deutschen Beiträge zur europäischen Weltraumagentur ESA steuert, arbeitet parallel mit der ESA daran, den neuen Cimon im Dezember auf die ISS zu bringen.