Kurz vor Ebenweiler weisen rote Trauerkerzen am Straßenrand den Ort, an dem Friedrich Herzog von Württemberg am 9. Mai zu Tode kam. Sechs Autominuten entfernt fand er am Freitag seine letzte Ruhestätte in der Familiengruft des Hauses Württemberg in Altshausen gleich neben der Schlosskirche. In der liegen etwa 20 Ahnen und Nachkommen von Albrecht Herzog von Württemberg, der nach der Abdankung von König Wilhelm II. 1918 als Thronfolger nach Altshausen zog. 1927 ließ er die Gruft bauen und auch einige Ahnen umsetzen. Zuletzt wurde 2004 Herzogin Marie Antoinette von Württemberg, eine Schwester von Herzog Carl, in der Familiengruft beigesetzt.

Förster der Hofkammer übernahmen bei der Beisetzung von Herzog Friedrich die im Hause Württemberg traditionelle Aufgabe als Sargträger ...
Förster der Hofkammer übernahmen bei der Beisetzung von Herzog Friedrich die im Hause Württemberg traditionelle Aufgabe als Sargträger und die Totenwache. | Bild: Stefan Trautmann

Hier nahmen am Freitag etwa 2000 Menschen nach einer bewegenden Trauerfeier Abschied von Herzog Friedrich. Unzählige Kränze entlang der Kirchenmauern bezeugten den Respekt und die Wertschätzung für den mit 56 Jahren aus dem Leben gerissenen Erben des Hauses. Er sei stets den Menschen zugewandt gewesen, sagte Bischof Gebhard Fürst, der ihn in seiner Trauerrede unter anderem als großen Förderer der Bodenseeschule in Friedrichshafen benannte, die zur bischöflichen Schulstiftung gehört. Herzog Friedrich habe die verschiedensten Menschen miteinander in Verbindung gebracht, sei offen, engagiert und vor allem humorvoll gewesen. So zeigt ein Foto auf der Trauerkarte den Verstorbenen lachend, den Daumen hochgereckt. Darunter steht ein Zitat von Papst Franziskus: „Humorvoll zu sein ist jene menschliche Eigenschaft, die Gottes Gnade am nächsten kommt.“

Prinz Alexander zu Schaumburg-Lippe (rechts) war unter den Trauergästen.
Prinz Alexander zu Schaumburg-Lippe (rechts) war unter den Trauergästen. | Bild: Stefan Trautmann

Eine Stunde vor Beginn der Zeremonie und auch nach der Beisetzung bildeten die "Gelben Husaren" und weitere Garde-Abordnungen Spalier, das die Trauergäste abschritten. Sehr lang war die Liste der Adligen, die Herzog Friedrich die letzte Ehre erwiesen, vom belgischen Königspaar bis zu Prinz Alexander zu Schaumburg-Lippe oder Fürst von Thurn und Taxis. Auch Vertreter der Landes- und regionalen Politik nahmen Abschied, darunter Landrat Lothar Wölfle und Friedrichshafens OB Andreas Brand. Die Liste der Geladenen war jedoch zu lang, um allen Trauernden Platz zu bieten. So wurde das Requiem in ein Zelt im Schlosshof und auf eine Großleinwand auf dem Marktplatz übertragen. Der Chor der Schloss- und Pfarrkirche sang Mozarts Requiem.

Viele Kränzen säumten die Kirchenmauer.
Viele Kränzen säumten die Kirchenmauer. | Bild: Stefan Trautmann

Den letzten Weg ging Herzog Friedrich auf den Schultern von vier Förstern, die in den Wäldern der Hofkammer arbeiten, bei der Beisetzung aber auch die Totenwache hielten. So ist es Tradition im Hause Württemberg.