Die Ankündigung des Regierungspräsidiums (RP) bedeutet auch, dass die Gemeindeverbindungsstraße weiterhin von vielen Auto- und Lastwagenfahrern als Ausweichstrecke in Anspruch genommen wird, um nicht die großräumige Umfahrung über Markdorf fahren zu müssen. Wobei auch die Ausweichstrecke vom 14. bis 16. September gesperrt wird.

Drei Kilometer ist die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Roggenbeuren und Urnau lang und die Randstreifen sind durch den Schwerverkehr in Mitleidenschaft gezogen worden.
Drei Kilometer ist die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Roggenbeuren und Urnau lang und die Randstreifen sind durch den Schwerverkehr in Mitleidenschaft gezogen worden. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Für die Anwohner der Ausweichstrecke ist die aktuelle Situation eine erhebliche Belastung. Am Urnauer Weg, nur einige hundert Meter von Roggenbeuren entfernt, wohnt Familie Klawiter. „Es ist entsetzlich, Sie sehen ja, was hier passiert, es ist eine Zumutung“, empört sich Inge Klawiter. Die Straßenränder seien völlig ausgefahren und dadurch staube es stark. Sie liebe die Gartenarbeit, aber der Verkehr und Staub hätten ihr den Spaß daran verdorben.

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Inge Klawiter ergänzt: „Wir haben ja kein Recht, hier in Ruhe zu wohnen und ich würde die abkürzende Umleitung wohl auch nutzen, aber die Straße ist viel zu klein für den vielen Verkehr.“

Hohes Verkehrsaufkommen ab 5 Uhr morgens

Zum Glück gebe es auf der Strecke auch Gegenverkehr, sonst würden die Autofahrer wohl noch deutlich schneller fahren, zeigt sich Klawiter überzeugt. Als der jetzt geschlossene Schaukelweg noch offen gewesen sei, habe sie laufend mitbekommen, wie Mütter ihre Kinder vor den Autos schützen mussten. Der starke Verkehr gehe bereits um 5 Uhr morgens los. Und auch die Geschwindigkeitsmessungen des Landratsamtes hätten nichts daran geändert, dass auf dem Weg gerast werde.

Weil auch an der L 204 kein Durchkommen ist und aus Sicherheitsgründen wurde der bei Familien sehr beliebte Schaukelweg gesperrt.
Weil auch an der L 204 kein Durchkommen ist und aus Sicherheitsgründen wurde der bei Familien sehr beliebte Schaukelweg gesperrt. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Tatsächlich hatte das Landratsamt auf Bitten der Gemeindeverwaltung Deggenhausertal am 14. und 21. August beim Hahnenhof, dort gilt eine Beschränkung auf Tempo 30, mobile Messsysteme aufgestellt.

Ergebnis der Geschwindigkeitsmessungen

An diesen zwei Terminen befuhren in zusammengerechnet gut sieben Stunden 366 Fahrzeuge die Messstelle in Richtung Urnau. Mehr als 80 Fahrzeuge überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit, woraufhin 75 Fahrzeuglenker mit einer Ordnungswidrigkeit bedacht wurden und vier mit einem Bußgeldbescheid rechnen müssen, wie eine Statistik des Landratsamtes ausweist.

Anwohner berichten, dass die Fahrzeuge etwa eine Stunde nach Aufstellen der Messgeräte langsamer unterwegs gewesen seien. Gegenüber den ersten zwei Wochen der Umleitung habe sich der Lastwagenverkehr auf der Ausweichstrecke etwas vermindert. Allerdings werde immer noch viel zu schnell gefahren und auf Fußgänger werde meist keine Rücksicht genommen.

Alle Anwohner an der Ausweichstrecke dürften wohl froh sein, wenn wieder Ruhe einkehrt. Bleibt zu klären, wer für die entstandenen Schäden an der Straße aufkommen wird.

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