„Bei uns hätte es in 100 Jahren noch kein Glasfaser, und das direkt bis ins Haus, gegeben“, sagt Mathäus Sturm aus Benistobel – und übertreibt bewusst. Was er ausdrücken will: Das schnelle Internet reicht jetzt sogar bis ins unwegsame Hinterland. Bei einem kleinen Abstimmungstreffen im Rathaus in Wittenhofen betont Manfred Stöhle: „Auf Initiative des Stadtwerks am See, der Firma Teledata und der Gemeinde ist das Projekt entstanden und durch die Gründung einer Bürgerinitiative schlussendlich auch umgesetzt worden.“

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Teilorte, Weiler und Höfe im Deggenhausertal an Glasfasertechnik anschließen

Tatsächlich geht es darum, verschiedene Teilorte, Weiler und Höfe im Deggenhausertal an die Glasfasertechnik anzuschließen. Einbezogen sind Wahlweiler, Oberhomberg, Unterhomberg, Wippertsweiler, Mögenhausen, Höge, Burg, Benistobel, Weißenbach, Unterlimpach und Wattenberg. Aktuell seien außerorts bereits sieben von neun Kilometer Leerrohre verlegt worden. Die Arbeiten nach Wattenberg werden zu Beginn des kommenden Jahres fertiggestellt.

Mit diesem gewaltigen Baugerät wurde der Graben zur Veerlegung der Leerrohre gezogen. Manfred Ströhle (rechts) beobachtet den Start des Fahrzeugs in Oberhomberg.
Mit diesem gewaltigen Baugerät wurde der Graben zur Veerlegung der Leerrohre gezogen. Manfred Ströhle (rechts) beobachtet den Start des Fahrzeugs in Oberhomberg. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Organisationsteam mit Mitgliedern aus allen Teilorten

Das Besondere: Alle in diesen Gebieten Betroffenen, sie stehen für rund 120 Anschlüsse, machen mit und werden von direkten Anschlüssen (FTTH-Glasfaser bis ins Haus) profitieren. Die ursprüngliche Trassenplanung wurde in der Bürgerinitiative diskutiert und gewisse Korrekturen über landwirtschaftliche Flächen wurden vorgenommen. „Wir haben ein Organisationsteam mit Mitgliedern aus allen Teilorten gebildet, sodass alle einen direkten Ansprechpartner hatten und man nachbarschaftlich sprechen und verhandeln konnte“, erklärt Ströhle, was den gesamten Prozess beschleunigt und harmonisiert habe.

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Zum Team gehören Thomas Gartmann, Albert Scherer, Christoph Hiestand, Peter Dorner, Dominik Baur, Uwe Rölle, Mathäus Sturm, Manfred Ströhle und Jörg Huber. Die außerörtliche Verlegung übernahm eine Baufirma mit schwerem Gerät. Die Mitglieder der Bürgerinitiative übernahmen die übrigen Arbeiten, wie das Verschließen der Gräben, sodass die Kosten im Rahmen blieben.

Bauleiter installiert einige Hausanschlüsse persönlich

Um den Baukostenzuschuss der Anschlussnehmer ausgeglichen zu gestalten, wurde das Gebiet in fünf Zonen aufgegliedert, nach denen die Abrechnung erfolgt und für jeden tragbar sei. Wobei die Mitglieder des Organisationsteams betonen, dass die Firmen Teledata und Stadtwerk am See eine große Flexibilität gegenüber der Bürgerinitiative gezeigt hätten und in vielen Fällen auf Anregungen und Wünsche eingegangen seien. Besonders erwähnen Sie den Bauleiter des Stadtwerks, Josef Scheffler, der sich sehr im Sinne der Bürger engagiert habe und stets vor Ort war sowie einige Hausanschlüsse persönlich installiert habe.

Nahezu abgeschlossen ist die Verlegung von Glasfaser im Bereich der Bürgerinitiative. Hier ist das Leerrohr in Weißenbach unweit von Benistobel zu sehen.
Nahezu abgeschlossen ist die Verlegung von Glasfaser im Bereich der Bürgerinitiative. Hier ist das Leerrohr in Weißenbach unweit von Benistobel zu sehen. | Bild: Wolf-Dieter Guip
„Bei uns hätte es in 100 Jahren noch kein Glasfaser, und das direkt bis ins Haus, gegeben.“
Mathäus Sturm aus Benistobel

Interessant ist, dass im Zusammenhang mit der Maßnahme Oberhomberg und Unterhomberg ans Gasnetz angeschlossen werden konnten – „niemand hätte gedacht, dass dort jemals jemand Gas bekommen könnte.“ Mathäus Sturm schreitet bei einem Besuch nicht ohne Stolz über seinen Hof in Benistobel und zeigt, wo das Leerrohr ankommt: „Wir haben es von Burg nach Benistobel verlegt und von hier aus geht es weiter nach Weißenbach.“

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