Es war freitags um die Mittagszeit, als Elmar Walters Nachbarin einen furchtbaren Knall hörte und gleich über die Landesstraße 204 in Mennwangen eilte, um nachzusehen, was passiert war. Tatsächlich war ein Baum umgestürzt, der direkt an der Deggenhauser Aach stand, berichtet Elmar Walter gegenüber dem SÜDKURIER. „Das Gewässer hat wohl die Wurzeln unterspült und so ist der Baum zunächst auf das Dach meines Hauses und dann auf ein auf meinem Grundstück abgestelltes Wohnmobil gestützt“, erklärt Elmar Walter.

Nach Angaben von Elmar Walter stehen direkt an der Deggenhauser Aach zahlreiche Bäume, die sein Grundstück, das Haus und das Inventar bedrohen.
Nach Angaben von Elmar Walter stehen direkt an der Deggenhauser Aach zahlreiche Bäume, die sein Grundstück, das Haus und das Inventar bedrohen. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Er ärgert sich sehr über den Schaden, der dadurch entstanden ist. Dies vor allem deshalb, weil er die Gefährdung des Grundstücks, des Gebäudes sowie des Inventars durch potenziell umstürzende Bäume am Rande der Aach bereits vor zwei Jahren bei den zuständigen Behörden angezeigt habe. „Man hat mir versprochen, diese Situation in Augenschein zu nehmen, und entsprechende Maßnahmen zu veranlassen, allerdings ist bis heute niemand bei mir gewesen“, echauffiert sich Walter. Nach dem jetzt entstandenen Schaden hat er sich auch an die Gemeindeverwaltung Deggenhausertal gewandt.

Auf Nachfrage äußert sich Bürgermeister Fabian Meschenmoser: „Herr Walter hat uns per Fax über den Baumsturz beziehungsweise die Gefährdung informiert. Da sich der Baum auf dem Grundstück der Deggenhauser Aach befindet und es sich an dieser Stelle um ein Gewässer erster Ordnung handelt, haben wir diese Information umgehend an das zuständige Amt (Gewässer) im Regierungspräsidium (RP) weitergeleitet. Dieses kümmert sich um das weitere Vorgehen.“

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Zwischenzeitlich hat sich Elmar Walter auch mit seiner Versicherung in Verbindung gesetzt. Den Schaden am Wohnmobil wird seinen Angaben zufolge wohl die Teilkasko-Versicherung übernehmen. Für die Schäden am Haus sei das Land haftbar. Hier hätte sich bereits jemand von der unteren Wasserbehörde angekündigt, um die Schäden zu erfassen.

Bäume müssten fachmännisch gefällt werden

Damit ist Walter noch nicht ganz zufrieden. „Im Bereich meines Grundstücks gibt es noch mehrere Bäume, die die Gebäude und Fahrzeuge bedrohen, die unbedingt fachmännisch gefällt werden müssen.“ Seine Frau Ionela wohne bereits seit Oktober 2018 in einer Zweitwohnung in Meersburg, weil sie sich in den Räumen in Mennwangen nicht mehr sicher fühle. Familie Walter wohnt im historischen Sägewerk aus dem Jahre 1896.

Auch gegenüber des Wohnbereichs stehen Bäume direkt an der Deggenhauser Aach.
Auch gegenüber des Wohnbereichs stehen Bäume direkt an der Deggenhauser Aach. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Zu dem Baumsturz nimmt die Pressesprecherin des RP, Katrin Rochner, Stellung. „Ein Baum mit einem Brusthöhendurchmesser von rund 15 Zentimetern ist von der gegenüberliegenden Uferseite der Deggenhauser Aach umgestürzt und hat die Dachfläche eines Schuppens berührt und ist anschließend auf der Reling eines Wohnmobils zum Liegen gekommen. Der Baum stand auf einem landeseigenen Grundstück. Der Geschädigte soll nichts unternehmen, um den Baum zu entfernen. Das Regierungspräsidium wird Kontakt mit dem Betroffenen aufnehmen und nach Rücksprache mit dem Grundstückseigentümer den Baum entfernen. Der entstandene Schaden wird geprüft, nach aktuellem Stand kommt der Besitzer des Baumes für den Schaden auf.“