Wandern, Singen, Gemeinschaft und die Natur miteinander hautnah erleben, am Lagerfeuer singen, Spielen und Basteln, all dies ist Programm beim Zeltlager der katholischen Seelsorgeeinheit Laiz-Leibertingen. Vom 18. bis 29. August bietet die Seelsorgeeinheit Jungen und Mädchen zwischen zehn und 14 Jahren die Möglichkeit daran teilzunehmen. Die Teilnehmer müssen nicht zwangsläufig aus der Seelsorgeeinheit stammen, auch die Konfession spielt keine Rolle, unterstreicht Mathias Utz vom Organisationsteam des Zeltlagers. Gerade nach dieser schwierigen Zeit der Pandemie und den damit einhergehenden Kontakt-und Freizeiteinschränkungen ist es für Kinder und Jugendliche umso wichtiger, endlich wieder etwas mit Freunden zu erleben, ist der Familienvater und Lehrer überzeugt.

Mathias Utz, 42 Jahre, Altheim, Mitorganisator: „Weil Kinder so lange nicht die Möglichkeit hatten, mit Gleichaltrigen Gemeinschaft zu erleben, ist das diesjährige Zeltlager die optimale Chance dazu.“
Mathias Utz, 42 Jahre, Altheim, Mitorganisator: „Weil Kinder so lange nicht die Möglichkeit hatten, mit Gleichaltrigen Gemeinschaft zu erleben, ist das diesjährige Zeltlager die optimale Chance dazu.“ | Bild: Sandra Häusler

Platz für 40 Kinder und Jugendliche

Es wird in Zelten nach Jahrgängen und Geschlechtern getrennt übernachtet, erläutert der 42-Jährige: „Wir haben Platz für bis zu 40 Kinder und Jugendliche.“ Viele Gruppenleiter sind ehemalige Teilnehmer, denen das Zeltlager am Herzen liegt, und die Gemeinschaft, die in diesen zehn Tagen entsteht, wertschätzen. Mathias Utz selbst hat eine „typische“ Zeltlagerkarriere durchlaufen, vom jungen, begeisterten Teilnehmer, über Küchenhilfskraft, Verantwortlichem für die Küche bis vor vier Jahren zum Zeltlagerverantwortlichen. „Wir sind mit dem Zeltlager sozialisiert worden“, lacht er. Auf eine ähnliche „Zeltlagerkarriere“blickt auch Antonia Glöckler vom Organisationsteam zurück. Mit dem Weggang habe Pastoralreferent Thomas Trebitzky ihr das Zeltlager in den Schoß gelegt. Bei der Zeltlagerorganisation unterstützen auch die Hauptamtlichen aus der Seelsorgeeinheit.

Keine mobilen Endgeräte erlaubt

Was sicher vielen Kids und Teens schwerfallen wird, ist, dass keine mobilen Endgeräte, wie Smartphone, Tablet oder Konsolen mitgenommen werden dürfen. Es sorgt jedoch dafür, dass die Teilnehmer aus ihrem Alltag herauskommen und in direkten Kontakt miteinander treten. Bei den Anmeldungen läuft viel über Mund-zu-Mundpropaganda über die Kinder, sagt Antonia Glöckler. Wenn sie, Mathias und Evelyn Utz heute, Jahrzehnte später von ihren Zeltlagererlebnissen erzählen, leuchten ihre Augen noch immer. Das Schlafen im Zelt schaffe eine besondere Atmosphäre, findet Antonia Glöckler.

Luis Utz, zwölf Jahre, Zeltlager-Teilnehmer aus Altheim: „Am meisten machte mir im Zeltlager Spaß, mit anderen zusammen in einem Zelt zu schlafen. Die Thementage waren sehr schön, weil man als Gruppe zusammenhalten musste. Man konnte kreativ mit seinen Gruppenmitgliedern einen tollen Unterschlupf gestalten.“
Luis Utz, zwölf Jahre, Zeltlager-Teilnehmer aus Altheim: „Am meisten machte mir im Zeltlager Spaß, mit anderen zusammen in einem Zelt zu schlafen. Die Thementage waren sehr schön, weil man als Gruppe zusammenhalten musste. Man konnte kreativ mit seinen Gruppenmitgliedern einen tollen Unterschlupf gestalten.“ | Bild: Sandra Häusler

Ein Zeltlagertag startet mit einem Morgenimpuls und Frühsport. Es gibt ein großes Materialzelt für Outdooraktivitäten und Spiele. Dann stehen Tagesaktivitäten und Thementage, wie Lagerolympiade, Schwimmbadbesuche, Wandern und Basteln auf dem Plan. Abends wird gemeinsam am prasselnden Lagerfeuer gesungen. Für die Nachtwanderung ist schon etwas Mut gefragt.

Hygienekonzept auf die Beine gestellt

Um der Pandemie gerecht zu werden, hat das Organisationsteam neben dem vielfältigen Zeltlager-Programm ein sicheres Hygienekonzept auf die Beine gestellt. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) stelle gerade ein übergeordnetes Hygienekonzept für Zeltlager auf, berichtet Mathias Utz.

Auf Antrag Zuschuss möglich

Für das erste Kind kostet die Teilnahme am zehntägigen Zeltlager 170 Euro, für jedes weitere Kind 140 Euro. „An Geld soll die Teilnahme nicht scheitern“, unterstreichen Mathias und Evelyn Utz. Falls es in einer Familie einen finanziellen Engpass gibt, kann ein Antrag auf einen Landeszuschuss gestellt werden. Bei Rückfragen steht den Familien Vikar Klaus Käfer (klaus.kaefer@kath-laiz-leibertingen.de) gerne vertraulich zur Verfügung.

Thomas Trzebitzky, ehemaliger Pastoralreferent der Seelsorgeeinheit Leibertingen: „Ein solches Jugendlager ermöglicht Erfahrungen im sozialen, religiösen und auch ganz praktischen, handfesten Bereich, die nirgendwo sonst möglich sind.“
Thomas Trzebitzky, ehemaliger Pastoralreferent der Seelsorgeeinheit Leibertingen: „Ein solches Jugendlager ermöglicht Erfahrungen im sozialen, religiösen und auch ganz praktischen, handfesten Bereich, die nirgendwo sonst möglich sind.“ | Bild: Archiv/Privat

Thomas Trzebitzky hat in seiner Zeit als Pastoralreferent der Seelsorgeeinheit Leibertingen, maßgeblich an Entwicklung des Zeltlagers anfangs nur für Jungs und Ministranten, dann mit jeweils einem Zeltlager für Jungen und Mädchen und schließlich beim gemeinsamen Zeltlager für Jungen und Mädchen mitgewirkt. Dem heute 66-Jährigen war wichtig, dass im Zeltlager im christlichen Sinn miteinander umgegangen wird, das „Glauben leben“ in den Tag hineingenommen wird und dies von den Teilnehmern als „normal“ erlebt wurde. Er überschreibt das Zeltlager: „Komfortzone verlassen, einfach leben und ohne Handy Zeit miteinander verbringen“.

Projektteam hat gut funktioniert

„Das Tolle war, dass sich ein Projektteam der Vorbereitung und Durchführung des Zeltlagers angenommen hat. Das hat sehr gut funktioniert. Es war ein eingeschworener Haufen und hat den Nachwuchs und spätere Gruppenleiter aus den ehemaligen Lagerteilnehmern gewonnen“, sagt der Pastoralreferent im Ruhestand, der nun im Pfinztal lebt. Thomas Trzebitzky unterstreicht: „Das Herz der Zeltlagers sind natürlich die ehrenamtlichen Leiterinnen und Leiter. Sie waren in der Regel aus der KLJB gekommen. Immer wieder setzten die jungen Leute ihren privaten Urlaub für die Zeltlagerzeit ein. Zwar gibt es einen Anspruch auf Sonderurlaub für diesen sozialen Einsatz, aber leider sind Betriebe davon oft wenig begeistert und die jungen Leute wollen sich keinen Ärger im Geschäft einhandeln.“