Sie ist das größte Spektakel dieser Art am Bodensee: An diesem Samstag, 25. Juli, hätte die „Schrottregatta„ zum 36. Mal stattfinden sollen – und sie ist das Aushängeschild des Unteruhldinger Hafenfestes. Aber, wie die anderen großen Sommerereignisse ist das beliebte Fest wegen Corona abgesagt. Sie traf dasselbe Schicksal wie etwa das Überlinger Promeadenfest, das seit vielen Jahren immer am selben Wochenende stattfindet.

2012: „50 Jahre Schatz im Silbersee“: Der berühmte Apachenhäuptling hoch zu Ross, ein Saloon mit hübschen Mädels und die berühmte Karl-May-Melodie von Martin Böttcher: Peter Wittwer vom Schweizer Flößerteam „Rotzenflöö“ hatte die Idee, ein 12,50 Meter langes und 2,30 Meter breites Boot zu bauen, das Karl Mays fiktiven Häuptling der Mescalero-Apachen zeigt.
2012: „50 Jahre Schatz im Silbersee“: Der berühmte Apachenhäuptling hoch zu Ross, ein Saloon mit hübschen Mädels und die berühmte Karl-May-Melodie von Martin Böttcher: Peter Wittwer vom Schweizer Flößerteam „Rotzenflöö“ hatte die Idee, ein 12,50 Meter langes und 2,30 Meter breites Boot zu bauen, das Karl Mays fiktiven Häuptling der Mescalero-Apachen zeigt. | Bild: Kleinstück, Holger

„Schweren Herzens abgesagt“

Der Beschluss des Bundes und der Länder, dass Großveranstaltungen aufgrund der Corona-Epidemie bis mindestens 31. August nicht möglich sind, hatte die Tourist-Information der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen im April veranlasst, das Traditionsfest „schweren Herzens“ abzusagen. „Besonders bitter, in diesem Jahr hätte das Uhldinger Hafenfest zum 40. Mal stattgefunden“, hatte sie mitgeteilt.

2014: „Grimms Märliwelt“ zeigte die Floßgruppe Rotzenflöö mit Kapitän Peter Wittwer aus Bischofszell in der Schweiz. 14 Personen waren beteiligt.
2014: „Grimms Märliwelt“ zeigte die Floßgruppe Rotzenflöö mit Kapitän Peter Wittwer aus Bischofszell in der Schweiz. 14 Personen waren beteiligt. | Bild: Kleinstück, Holger
2010: Die „Wikinger auf Brautschau“ waren erfolgreich – im Nachhinein. Ursprünglich hatte die Jury „Wickie und die starken Männer“ des Floßclub Rattenschwänz, Steinebrunn in der Schweiz, zum Sieger erklärt.
2010: Die „Wikinger auf Brautschau“ waren erfolgreich – im Nachhinein. Ursprünglich hatte die Jury „Wickie und die starken Männer“ des Floßclub Rattenschwänz, Steinebrunn in der Schweiz, zum Sieger erklärt. | Bild: Kleinstück, Holger

40. Hafenfest nun vom 23. bis 25. Juli 2021

„Für die örtlichen Vereine, die traditionell für die Ausrichtung des Hafenfestes mitverantwortlich sind, tut es uns besonders leid“, so Manuel Dillmann von der Tourist-Information. Ihm zufolge war bereits viel Engagement und Herzblut in die Vorbereitungen des Festes gesteckt worden.

2013: Zehn Uhldinger Funkenbuben gewannen mit ihrem Boot „Turmspringen“. Bei 30 Grad im Schatten sprangen die Jungs um Kapitän Markus Fuchs immer wieder in den See.
2013: Zehn Uhldinger Funkenbuben gewannen mit ihrem Boot „Turmspringen“. Bei 30 Grad im Schatten sprangen die Jungs um Kapitän Markus Fuchs immer wieder in den See. | Bild: Kleinstück, Holger

„Die Gäste hätten sich auf ein buntes und abwechslungsreiches Festprogramm zum Jubiläumsjahr freuen können, aber wir verstehen die Entscheidung des Bundes und der Landesregierung – auch wenn es schwer fällt, Gesundheit geht vor“, sagt Manuel Dillmann weiter. Das 40. Hafenfest soll nun im kommenden Jahr vom 23. bis 25. Juli gefeiert werden. Die Tourist-Information: „Mit Musik, Feuerwerk und ganz viel guter Laune.“

2017: Die „Flosshüüler“ aus der Schweiz mit Kapitän Heinz Brauchli waren mit dem Motto „Angezapft ist“ siegreich. Er ist seit Jahren Stammgast bei der verrückten Regatta.
2017: Die „Flosshüüler“ aus der Schweiz mit Kapitän Heinz Brauchli waren mit dem Motto „Angezapft ist“ siegreich. Er ist seit Jahren Stammgast bei der verrückten Regatta. | Bild: Kleinstück, Holger

Die verrückteste Regatta am Bodensee

Anziehungspunkt Nummer eins des Hafenfestes ist stets die Schrottregatta, die in der Regel samstagsnachmittags stattfindet und jede Menge Zuschauer anlockt. Bei der verrücktesten Regatta am Bodensee geht es weniger um Schnelligkeit als um Kreativität und Einfallsreichtum. Die Teilnehmer treten auf einer etwa 400 Meter langen Strecke auf selbstgebauten, fantasievollen Booten gegeneinander an.

2011: Das neu ernannte Weltkulturerbe der Pfahlbauten hatte es den Unteruhldingern Julian Sulger, Johanna Sulger, Niclas Rimmele, Nico Schmidt und Moritz Bühler angetan: Sie siegten mit ihrem „Unesco-Ahoi“.
2011: Das neu ernannte Weltkulturerbe der Pfahlbauten hatte es den Unteruhldingern Julian Sulger, Johanna Sulger, Niclas Rimmele, Nico Schmidt und Moritz Bühler angetan: Sie siegten mit ihrem „Unesco-Ahoi“. | Bild: Kleinstück, Holger

Bei diesem stets feucht-fröhlichen Spektakel wird das Kentern – ob nun mit Absicht herbeigeführt oder ungewollt – gewöhnlich mit mehr Applaus belohnt als der Gewinn des Rennens. Nach dem Rennen zieht sich eine mehrköpfige Jury zurück. Natürlich berücksichtigt sie, wer als erster ins Ziel gelangt ist. Doch meist wird ein Boot zum Sieger erklärt, das durch den Einfallsreichtum seiner Freizeitkapitäne besticht.

2015: Erstmals fand die Schrottregatta sonntags wegen schlechtem Wetter am Samstag statt: Siegerboot bei den Erwachsenen wurde die „Dschungelbar“, ein Boot der Streibehexen der Narrengesellschaft Oberuhldingen mit ihren Kapitänen Sabine und Philipp Großhardt.
2015: Erstmals fand die Schrottregatta sonntags wegen schlechtem Wetter am Samstag statt: Siegerboot bei den Erwachsenen wurde die „Dschungelbar“, ein Boot der Streibehexen der Narrengesellschaft Oberuhldingen mit ihren Kapitänen Sabine und Philipp Großhardt. | Bild: Kleinstück, Holger

Überhaupt waren es oft die Boote der Eidgenossen, die der Gaudiregatta zur besten Optik verhalfen. Wenn aber gerade jüngere und heimische Schiffsbauer tagelang damit beschäftigt waren, ein schwimmendes Gefährt zu konstruieren, dann hatten sie das Wohlwollen der Jury mit Sicherheit auf ihrer Seite.

2018: Gewinner sind Familie Kaspar mit „Uhldi Party Meile“, die es nach der Uferneugestaltung im Jahr 2019 geben soll.
2018: Gewinner sind Familie Kaspar mit „Uhldi Party Meile“, die es nach der Uferneugestaltung im Jahr 2019 geben soll. | Bild: Kleinstück, Holger

Ideenreichtum zählt bei Bewertung viel

Vor drei Jahren waren die Bewertungsrichtlinien geändert worden. Erstmals gab es eine fünfköpfige Jury, die den Ideenreichtum der Boote, die Umsetzung des von den Freizeitkapitänen selbst gewählten Mottos und den Fun-Faktor sowie die Schnelligkeit bewertete. Und eine extra Wertung für die Jugend gibt es seitdem auch. Jetzt heißt es abwarten bis kommendes Jahr: Wer weiß, vielleicht starten dann mehr Boote denn je.

2016: „Goodbye Weinfest“ mit Fabian Kaspar und Jan-Maik Mäder. Die beiden 17-Jährigen wollten mit ihrem Boot an das nicht stattfindende Birnauer Weinfest erinnern.
2016: „Goodbye Weinfest“ mit Fabian Kaspar und Jan-Maik Mäder. Die beiden 17-Jährigen wollten mit ihrem Boot an das nicht stattfindende Birnauer Weinfest erinnern. | Bild: Kleinstück, Holger