Monja Kettner steht hinter der Verkaufstheke in ihrem Secondhand-Laden „Bambini“ in Mühlhofen und beklebt gerade erst angenommene Waren. Das ist wichtig, damit die Kinderkleidung und das Spielzeug auch verkauft werden können. Ihre Mutter Barbara Frank verteilt die Waren anschließend auf der Verkaufsfläche. So sieht der typische Arbeitsalltag im Secondhand-Laden „Bambini“ aus, in dem es Sachen für Kinder gibt.

Wegfall der Basare macht sich bemerkbar

Seit 2018 hat Monja Kettner ihren Laden „Bambini“ und kann sich in jüngster Zeit kaum über zu wenig Kunden beschweren. „In der Corona-Zeit hat die Zahl der Besucher schon zugenommen“, sagt sie. „Allerdings ist es schwer zu sagen, ob es am gestiegenen Interesse an Secondhand-Ware im Allgemeinen oder am fehlenden Einkommen in der Corona-Zeit liegt.“ Sie bekomme jedenfalls so viel Ware, dass sie „für den Winter eigentlich schon genügend hat“. Man merke, dass die sonst zahlreichen Basare in den Kindergärten und Grundschulen diesen Herbst nicht stattgefunden haben.

Der Secondhand-Laden „Bambini“ in Mühlhofen hat Schuhe, Kleidung, Spielzeug, Kinderwagen und Fahrräder im Angebot.
Der Secondhand-Laden „Bambini“ in Mühlhofen hat Schuhe, Kleidung, Spielzeug, Kinderwagen und Fahrräder im Angebot. | Bild: Jäckle, Reiner

Drei Monate wartet die Kleidung auf Käufer

Nach der Abgabe der Waren beginnt für Monja Kettner die Arbeit, denn dann wird alles digital erfasst und jedes einzelne Stück etikettiert. Danach wird es bis zu drei Monate lang ausgelegt. Was verkauft wird, wird mit dem ursprünglichen Eigentümer abgerechnet, der Rest wird entweder wieder abgeholt oder an karitative Einrichtungen gespendet.

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Monja Kettner bereut ihren Schritt nicht

Monja Kettner hat vor der Eröffnung ihres eigenen Geschäftes bereits in einem Secondhand-Laden in Überlingen gearbeitet. „Das Konzept ist einfach super“, sagt sie. „Als das Geschäft in Überlingen zugemacht hat, hat sich die Chance in Mühlhofen ergeben, dass ich selbst eines eröffne.“ Das war 2018. Bis heute hat sie ihren Schritt nicht bereut, sagt sie. „Es kommt immer wieder vor, dass die Kinder in der Spielecke sind und gar nicht mehr gehen wollen, wenn die Mutter den Einkauf erledigt hat“, erzählt sie schmunzelnd.

Ähnlich begeistert vom Second-Hand-Konzept ist auch Patricia Bischof, die seit 2013 in Stetten ihr Geschäft „Kunterbunt“ leitet. Auch sie hat sich auf Kinderkleidung und Spielzeug spezialisiert. „Viele sagen, dass sie gern Secondhand-Kleidung kaufen, weil sie so Markenartikel zum Bruchteil des Normalpreises bekommen und weil durch das viele Waschen keine Giftstoffe mehr darin sind“, erzählt Patricia Bischof. „Außerdem hat sich in den vergangenen Jahren das Wegwerfverhalten stark verändert.“

Patricia Bischof in ihrem Secondhand-Laden „Kunterbunt“ in der Hauptstraße in Stetten. Sie betreibt ihn bereits seit 2013.
Patricia Bischof in ihrem Secondhand-Laden „Kunterbunt“ in der Hauptstraße in Stetten. Sie betreibt ihn bereits seit 2013. | Bild: Jäckle, Reiner

Auch Patricia Bischof nimmt die Waren auf Kommission, legt sie mehrere Wochen aus und rechnet dann ab. Allerdings startete sie „Kunterbunt“ in einer Zeit, in der das Secondhand-Konzept noch nicht so etabliert war. „Es war anfangs schleppend“, berichtet sie. „Mittlerweile ist der Laden aber komplett angenommen und ich habe viele Stammkunden.“ 2013 habe es schon die eine oder andere Nacht gegeben, in der sie von Klamotten geträumt habe, gibt Patricia Bischof zu. „Damals habe ich noch teilweise die Wäsche mit nach Hause genommen, gewaschen und gebügelt.“

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Heute kämen auch Kunden von weiter weg, beispielsweise aus Sipplingen oder Ravensburg, in ihren Laden. „Ich habe selbst eine Kundin aus Bingen, der ich immer wieder Bilder von Kleidung schicke“, erzählt sie. „Sie sucht sich dann etwas aus und ich packe ein Paket für sie.“

Im Secondhand-Laden in Stetten gibt es viele Kindersachen.
Im Secondhand-Laden in Stetten gibt es viele Kindersachen. | Bild: Jäckle, Reiner

Auch Patricia Bischof berichtet davon, dass in der Corona-Zeit die Anzahl der Kunden deutlich gestiegen sei. Ihrer Meinung nach liege das an den abgesagten Basaren, aber auch daran, dass immer mehr Menschen ihre noch guten Kinderkleider nicht mehr einfach nur wegschmeißen wollten.

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