Am Ortseingang, von Oberuhldingen kommend, sind hier auf einem sonnigen Hanggrundstück zwei Wohnanlagen mit 24 barrierefreien Eigentumswohnungen, vier behindertengerechte Chalets und ein Seniorenpflegeheim mit 45 Pflegeplätzen entstanden, das sein komplettes Serviceangebot der Wohnanlage zur Verfügung stellen wird. Gestern Vormittag erfolgte die offizielle Inbetriebnahme sowie die ökumenische Segnung der Wohnanlage durch die Pfarrer Matthias Schneider und Thomas Weber. Die Bewohner sollen im Herbst einziehen.

Der Gemeinderat hatte im Dezember 2015 nicht nur den Bauantrag verabschiedet, sondern parallel auch die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Ottenbohl III“ auf Kosten des Investors Frank Birkemeyer, geschäftsführender Inhaber Soziales Netzwerk Schauinsland, beschlossen. Nachdem bereits im Spätsommer 2016 die Erschließungsarbeiten begonnen hatten, erfolgte der symbolische Spatenstich Ende Januar 2017, das Richtfest im September vorigen Jahres.

Hanglage verlangt Planern alles ab

Frank Birkemeyer erwähnte den Weg von der Planung bis zur Umsetzung, der mit vielen Hürden bestückt gewesen sei. Auf dem Gelände habe aufgrund der Hanglage viel Erde bewegt und mit Kalk versetzt werden müssen. Anfangs sei er skeptisch in Bezug auf die schwierige Topografie gewesen, "aber es ist wirklich ein wunderschönes Gelände geworden. Ich bin überzeugt, dass es ein toller Ort für Senioren in Uhldingen-Mühlhofen wird", sagte Birkemeyer, der von Matthias Ryzlewicz, Geschäftsführer der "weisenburger bau gmbh", den symbolischen Messingschlüssel erhielt. Diesen reichte Birkemeyer gleich weiter an Petra Höger, die die Heim- und Pflegedienstleitung des Hauses übernehmen wird.

Lamm: "Weiteres Juwel für Gemeinde"

Bürgermeister Edgar Lamm freute sich, mit dem Wohnpark "ein weiteres Juwel für unsere Gemeinde" einweihen zu können. Er machte darauf aufmerksam, dass die Realisierung des Wohnheims in der Gemeinde dringend notwendig gewesen sei. "Das Thema Pflege und Betreuung im Alter wird immer wichtiger", sagte er und erläuterte, dass die Gemeinde mittlerweile über 8400 Einwohner mit steigender Tendenz verfüge. Davon seien über 2000 Bürger inzwischen über 65 Jahre alt. Lamm: "Das sind fast 25 Prozent." Pflegeheime und betreutes Wohnen seien aus diesem Grund eigentlich in jedem der drei Ortsteile der Gemeinde erforderlich. „Der Bedarf steigt rapide an."

Schon zu erahnen ist die ergänzende Zufahrt über die Hohlgasse.
Schon zu erahnen ist die ergänzende Zufahrt über die Hohlgasse. | Bild: Kleinstück, Holger

Der Rathauschef wies auf Diskussionen in der Gemeinde hin, die anstatt eines Investors es lieber gesehen hätten, wenn die Gemeinde selber solch ein Haus gebaut hätte. Lamm: "Da muss ich ganz klipp und klar sagen: Das würde unserer Gemeinde völlig überfordern. Wir haben nicht die Fachkompetenz, sondern wir holen uns die Fachkompetenz", sagte er in Richtung des Teams des sozialen Netzwerks Schauinsland, verbunden mit einem Dank.

Grundstück ist 11.000 Quadratmeter groß

Er dankte auch dem ehemaligen Grundstückeigentümer Leyhr für den vor Jahren erfolgten Verkauf des 11.000 Quadratmeter großen Grundstücks. In dem Zusammenhang ging auch der Verwaltungschef auf dessen „nicht ganz ideale“ Topografie ein. "Es war eigentlich aber die einzig mögliche Fläche in unserer Gemeinde, die zur Verfügung stand, und die sich dann durch die Arbeiten im Nachhinein auch als ideale Fläche erwiesen hat“, erläuterte Lamm. Den künftigen Bewohnern wünschte er viel Erfolg, „dass sie hier im Haus Schauinsland einen segensreichen Lebensabend verbringen können – gut betreut und gut versorgt".