„Im normalen Rahmen“, wie es Ortsbaumeister Norman Zieger ausdrückte, liegt die vorläufige Kostensteigerung für den Bauabschnitt A (Ostmole bis Bootsvermietung) und B (Uferrenaturierung) der Uferneugestaltung in Unteruhldingen. Der Gemeinderat nahm die Kostenentwicklung zu Kenntnis. Diese ist aber noch vorläufig, da die Leistungen noch nicht schlussgerechnet sind. Ebenso beauftragte er die Gemeindeverwaltung, für die Bauabschnitte E (Kapellenplatz) und F (Westmole, Umfeld Bahnhof und Pfahlbaumuseum) einen Antrag auf Tourismusförderung im Herbst dieses Jahres zu stellen.

Ein Aushängeschild an der Ostmole ist das Sitz- und Liegedeck aus Holz, das bereits jetzt zahlreiche Nutzer hat. Allerdings wurde bemängelt, dass es hier oft zu nass sei.
Ein Aushängeschild an der Ostmole ist das Sitz- und Liegedeck aus Holz, das bereits jetzt zahlreiche Nutzer hat. Allerdings wurde bemängelt, dass es hier oft zu nass sei. | Bild: Kleinstück, Holger

Die Gesamtkosten für Bauabschnitt A liegen nach Darstellung von Zieger derzeit bei rund 2,045 Millionen Euro. Davon entfallen 1,8 Millionen auf den Tiefbau und rund 247 000 Euro auf die Stahl- und Holzarbeiten. Das sind etwa 270 000 Euro mehr als es die Vergabesumme vorsah, somit eine Kostensteigerung von rund 15 Prozent. Davon entfallen jedoch allein 153 000 Euro auf die Entsorgung von belastetem Boden im Wegebereich der Ostmole. Der Unterbau der Wege hätte eigentlich erhalten bleiben sollen, was aber nicht mehr möglich gewesen sei. Weitere Kosten seien für Untergrundverbesserungen, eine hochwertigere Bewässerungsanlage oder auch für zusätzliche Kabelrinnen für das Hafenfest entstanden. „Besondere Herausforderungen waren die Arbeiten zur Winterzeit, der zum Teil schlecht tragfähige Baugrund und auch der schlechte Zustand der Hafenmauer am Kronenplatz“, sagte Zieger. Trotz der Widrigkeiten könnten die Arbeiten nun bis auf wenige Restarbeiten im Zeitplan abgeschlossen werden.

Arbeiten liegen im Zeitplan

In Bezug auf die Uferrenaturierung, bei der das Regierungspräsidium Tübingen (RP) 75 Prozent der Kosten trägt, sagte der Ortsbaumeister, dass auch hier Erschwernisse aufgrund der Wetterbedingungen, aber auch infolge des notwendigen Rückbaus der alten Uferbefestigungsmauer vorhanden gewesen seien. Die Arbeiten hätten im Zeitplan ausgeführt werden können. Die Vergabesumme betrug laut Zieger rund 332 000 Euro netto, insgesamt lägen die Gesamtkosten rund sechs Prozent über der Kostenprognose. „Die Kostenentwicklung beider Bauabschnitte hat sich in einem positiven, normalen Rahmen gehalten“, sagte Zieger.

Räte sind gegen Wasserspielplatz

Obwohl, wie Gabriele Busam (FW) erkannt habe wollte, aus der Bevölkerung positive Resonanz zu hören sei, übte das Gremium Kritik. So beanstandete es in erster Linie, dass entgegen dem Beschluss ein wassergebundener Belag beim Sitz- und Liegedeck verlegt worden sei und dieses dreckig sei, sobald es ein bisschen nass werde. Zum anderen sei der bei Sitzstufen verwandte Rorschacher Sandstein mit roten Tafeln verkleidet worden, was so nicht abgemacht gewesen sei. Lamm sagt eine mögliche Änderung zu, wolle dies „jetzt aber über die Saison so laufen lassen“. Auch sprach sich das Gremium gegen einen Wasserspielplatz aus, der laut Planer den bisherigen Spielplatz beim Naturstand ersetzen soll.

Entscheidung über Förderantrag bei Sondersitzung

Der Gemeinderat beauftragt die Planstatt Senner für 55 778,56 Euro mit der Ausarbeitung der Planunterlagen und Kostenschätzung für einen Tourismusförderantrag im Herbst 2019, um die Bauabschnitte E und F über den Winter 2020/21 umzusetzen. Als Kostenobergrenze sollen eine Million Euro netto festgesetzt werden; die zu beantragende Fördersumme wird 475 000 Euro betragen. In einer Sondersitzung des Gemeinderates am 17. September soll das Ratsgremium endgültig über den Förderantrag entscheiden, der bis zum 1. Oktober eingegangen sein muss. Allerdings forderten die Bürgervertreter, dass die Planstatt Senner noch vor der Sommerpause im Gemeinderat das weitere Vorhaben vorstellt und sich die Wünsche des Gremiums anhört, bevor es in die endgültige Planung geht.

Das könnte Sie auch interessieren