Die Symphonie Nr. 45, auch Abschiedssymphonie genannt, präsentierte sich als ein rast- und kompromissloses Orchesterwerk in der ungewöhnlichen Tonart fis-Moll. Im ersten Satz vollgestopft mit dynamischen Kontrasten, über fast zwei Oktaven herabstürzende Dreiklangkaskaden, rastlos pochendem Bass oder Disharmonien. In Joseph Haydns Musik spiegeln sich in der Regel zwei herausragende Charakteristika des Komponisten wider: seine katholische Frömmigkeit und sein ausgeprägter Humor. Dass er auch anders konnte, zeigte jetzt das Konzert der Birnauer Kantorei in der Basilika Birnau unter der Leitung von Thomas Gropper. Für Heiterkeit wirkt höchstens der nach und nach stattfindende Abgang einzelner Musiker, von Haydn bewusst intendiert. Wie Thomas Gropper im hervorragend geschriebenen und gestalteten Programmheft schildert, gibt es dafür drei Erklärungen. Welche davon die mit der größten Wahrscheinlichkeit ist, bleibt freilich jedem Zuhörer selbst überlassen.

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Fest steht nur, dass dies kein musikalischer Ulk ist, sondern, wie Gropper schreibt: „...ein von Trauer und Tragik umwitterter Abgesang eines schockierenden, dramatischen Geschehens“. Im völligen Kontrast zur Symphonie stand Joseph Haydns „Theresienmesse“. Vom Umfang beziehungsweise Länge und von seiner sechsteiligen Anlage her ist diese Messvertonung eine „Missa solemnis“. Wie bereits bei der Symphonie überzeugte das Orchester „L‘harpa festante“ in jeglicher Hinsicht auf historischen Instrumenten. Zur präzisen Orchesterarbeit kam jetzt noch der gut aufgestellte Chor hinzu mit sauberer Intonation und guter Textverständlichkeit. Auch hinsichtlich der differenzierten Dynamik blieben keine Wünsche offen. Die Theresienmesse ist eine der späten Messvertonungen Haydns, entstanden nach der Josephinischen kirchenmusikalischen Zwangspause. Als Solisten glänzten mit Lilli Jordan (Sopran), Diana Schmid (Alt), Magnus Dietrich (Tenor) und Micha Mathäus (Bass) vier auffallend junge Künstler. Das Konzert war trotz recht hochpreisiger Eintrittskarten völlig ausverkauft.

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