Der Standort ist für die Stadt klar, fehlt nur noch der ideale Betreiber respektive Investor. Im November 2019 hatte der Gemeinderat beschlossen, ein Hotelprojekt im Bereich Zimmerwiese auszuschreiben und dafür ein städtisches Grundstück vom aktuellen Reisebusparkplatz entlang der Schlachthausstraße mit maximal 3400 Quadratmetern über ein langfristiges Erbbaurecht zur Verfügung zu stellen. „Ein Hotel an diesem Standort bietet Touristen und Geschäftsreisenenden die perfekte Übernachtungsmöglichkeit in verkehrsgünstiger Lage und dennoch in Innenstadtnähe“, ist Oberbürgermeister Jan Zeitler überzeugt. Eine „umfassende Potential- und Bedarfsanalyse“ hat aus Sicht der Stadt zudem Potenziale im Segment der Budget-Hotels für „sport- und aktivitätsaffine Gästegruppen im gehobenen Segment zahlungskräftiger Gäste und mit innovativen und spezifischen Angeboten“ gezeigt.

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Hotel soll jüngeres Publikum ansprechen

So ein Hotel würde auch aus Sicht von Touristiker Jürgen Jankowiak zur Gesundheitsstadt Überlingen passen und könnte ein jüngeres Publikum ansprechen. Beziffert wird der Bedarf auf über 100 Zimmer, in der Ausschreibung werden 125 gefordert. Diesen Bedarf mit einem Hotel im Mittelklassebereich (3 bis 4 Sterne) abzudecken, dafür sei der Standort ideal. Eine Ergänzung mit Appartements mit Anschluss an den Hotelbetrieb, so genannten ‚serviced Apartments‘ wird ebenfalls als sinnvoll betrachtet.

Hier ist im Hintergrund der Schlauchturm der Feuerwache zu sehen. Auf diesem Areal soll das Hotel gebaut werden.
Hier ist im Hintergrund der Schlauchturm der Feuerwache zu sehen. Auf diesem Areal soll das Hotel gebaut werden. | Bild: Hanspeter Walter

Geplant hatte die Verwaltung zu diesem Thema eine Veranstaltung im Kursaal. Aufgrund des Corona-bedingten Beschränkungen wurde die vorgesehene Bürgerbeteiligung auf eine schriftliche Information reduziert. Auf dem Grundstück sollen neben dem Hotel zudem gewerbliche Flächen entstehen, von deren Angeboten auch Bürger und Tagesgäste profitieren sollen.

Heute parken auf dem Gelände Reisebusse.
Heute parken auf dem Gelände Reisebusse. | Bild: Hanspeter Walter Journalist-Texte-Bilder

Naturdenkmal Linde muss erhalten werden

Für die Verwaltung sind die Hotelpläne selbst Ausfluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) von 2016, zudem seien sie ein Beitrag zum Ausbau der „Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof“ mit der Zimmerwiese insgesamt, betont die Verwaltung. Bestandteil der Ausschreibung war es, die große Linde als Naturdenkmal „unbedingt zu erhalten“. Beachtet werden müsse auch der eingedolte Bachlauf, der jenseits der Hizlerstraße beim Bahnhof Mitte als kleiner Wasserfall zu Tage tritt und offen in den Graben mündet.

Ein Luftbild des Areals: Im oberen Teil soll der Hotelbau entstehen. Auf diesem Bild aus dem Jahr 2007 steht noch der inzwischen abgerissene alte Schlachthof.
Ein Luftbild des Areals: Im oberen Teil soll der Hotelbau entstehen. Auf diesem Bild aus dem Jahr 2007 steht noch der inzwischen abgerissene alte Schlachthof.

Auch „erste Entwurfsskizzen“ werden vorgestellt

„Aus Sicht der Verwaltung ist sehr erfreulich, dass nach der Ausschreibung des Hotel-Projekts innerhalb der Bewerbungsfrist vollständige, aussagekräftige und hochinteressante Bewerbungen eingegangen sind“, heißt es in der Sitzungsvorlage, ohne eine Zahl zu nennen. Am Mittwoch werden die Bewerbungen samt ersten Entwurfsskizzen im Gemeinderat öffentlich präsentiert. Der Monat August werde dann intensiv genutzt, um die umfangreichen Bewerbungsunterlagen zu prüfen. Zur Begleitung der anstehenden Verhandlungen mit den Bewerbern und für das weitere Verfahren empfiehlt die Verwaltung die Bildung eines beratenden Hotel-Ausschusses aus Vertretern der Verwaltung und der Fraktionen.