„Trotz der frühsommerlichen Temperaturen hat sich der Großteil der Bevölkerung bislang an diesem Osterwochenende an die geltenden Regeln zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus gehalten“, bilanziert Polizeipräsident Uwe Stürmer am Abend des Karfreitags. Eine abschließende Bilanz vom gestrigen Ostermontag steht noch aus. Insgesamt stellten die Beamtinnen und Beamten der Dienststellen am Freitag 72 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fest. Dabei seien jedoch keine beim ersten Überwachungsflug des Zeppelin NT beobachtet worden. Auch die Erkenntnisse aus der Luft hätten bestätigt, dass die meisten Menschen das Gebot der Stunde kennen und es befolgen, zeigt sich Stürmer zufrieden. Positiv sei zudem anzumerken, dass auch die Allgemeinverfügungen einiger Bodenseegemeinden von der Bevölkerung eingehalten wurden, so Stürmer bei der Bilanz des Zeppelinfluges am Samstag. Auch bei diesem Flug mussten nur wenige Ereignisse am Boden von den Einsatzkräften vor Ort überprüft werden. Dabei wurde lediglich in einem Fall ein Verstoß festgestellt.

In Überlingen hatte die Stadt mit Oberbürgermeister Jan Zeitler schon über eine Woche vor Ostern beschlossen, die mutmaßlich längste Promenade am Bodensee über die Feiertage dicht zu machen. Auch in Sipplingen, noch weiter im Westen, wählte man diesen Weg.

Ostersonntag, 15.31 Uhr, Seepromenade Meersburg. Bewusst hatte sich die Stadt Meersburg gegen eine Schließung ihrer Ufermeile entschlossen und setzte auf die Vernunft der Spaziergänger. Augenscheinlich zu Recht. Die Besucher waren im Regelfall – wie erlaubt – nur zu zweit unterwegs und hielten rücksichtsvoll Abstand.
Ostersonntag, 15.31 Uhr, Seepromenade Meersburg. Bewusst hatte sich die Stadt Meersburg gegen eine Schließung ihrer Ufermeile entschlossen und setzte auf die Vernunft der Spaziergänger. Augenscheinlich zu Recht. Die Besucher waren im Regelfall – wie erlaubt – nur zu zweit unterwegs und hielten rücksichtsvoll Abstand. | Bild: Jean-Paul Mende

Im Gegensatz dazu waren die östlichen Seegemeinden Uhldingen-Mühlhofen, Meersburg, Stetten, Hagnau und Immstaad übereingekommen, ihre Uferareale offen zu lassen – nachdem die Erfahrungen an den vorausgegangenen Wochenenden gut gewesen waren.

Ostersonntag, 13.45 Uhr, Überlinger Landungsplatz. Die gesperrte Überlinger Promenade mit dem Bodensee ohne Schiffe im Hintergrund wird zu einem außergewöhnlichen Selfie-Motiv. Die wenigen Spaziergänger, die entlang der Überlinger Sperranlagen unterwegs sind, haben zumindest ihre Ruhe.
Ostersonntag, 13.45 Uhr, Überlinger Landungsplatz. Die gesperrte Überlinger Promenade mit dem Bodensee ohne Schiffe im Hintergrund wird zu einem außergewöhnlichen Selfie-Motiv. Die wenigen Spaziergänger, die entlang der Überlinger Sperranlagen unterwegs sind, haben zumindest ihre Ruhe. | Bild: Jean-Paul Mende

In Überlingen, wo sonst bei jedem Sonnenstrahl Cafés und Uferanlagen überfüllt sind, sah man nur wenige Spaziergänger. Und vereinzelt mal einen Radfahrer, der sich doch über die Absperrung auf die Promenade gewagt hatte.

Karfreitag, 10.50 Uhr, Überlinger Altstadt. Der Blick vom Münsterturm zeigt ein Bild für das Geschichtsbuch – weniger wegen der leeren Überlinger Hofstatt als vielmehr wegen des still ruhenden Bodensees, auf dem kein einziges Fahrgastschiff, kein Segelboot und kein Motorboot zu sehen ist.
Karfreitag, 10.50 Uhr, Überlinger Altstadt. Der Blick vom Münsterturm zeigt ein Bild für das Geschichtsbuch – weniger wegen der leeren Überlinger Hofstatt als vielmehr wegen des still ruhenden Bodensees, auf dem kein einziges Fahrgastschiff, kein Segelboot und kein Motorboot zu sehen ist. | Bild: Hilser, Stefan

So manches Foto, das auf den ersten Blick vertaut wirkt, erscheint beim genauen Hinsehen plötzlich seltsam. Ein Bodensee im Frühling ohne ein einziges Wasserfahrzeug...

Ostersonntag, 14.51 Uhr, Affenberg Salem. Die Berberaffen und Störche sind eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region, sowohl für einheimische Wanderer als auch für Besucher bis aus der Schweiz und Österreich. Auf dem riesigen Parkplatz, der an sonnigen Sonntagen auch schon mal überfüllt ist, steht kein einziges Auto.
Ostersonntag, 14.51 Uhr, Affenberg Salem. Die Berberaffen und Störche sind eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region, sowohl für einheimische Wanderer als auch für Besucher bis aus der Schweiz und Österreich. Auf dem riesigen Parkplatz, der an sonnigen Sonntagen auch schon mal überfüllt ist, steht kein einziges Auto. | Bild: Reiner Jäckle

Fremd auch der Blick auf den Salemer Affenberg: Normalerweise ist dort schon an einem ganz normalen Frühlingswochenende kein Parkplatz mehr zu bekommen. Nun aber war Ostern und der Parkplatz leer. Was auch daran erinnert, dass der Tierpark gerade bei Gästen aus der Schweiz und aus Österreich beliebt sind – für die jetzt die Grenzen völlig dicht sind.

Ostersonntag, 10.15 Uhr, Klosterkirche Birnau. Um diese Zeit fände eigentlich der Ostergottesdienst statt und der Besucherparkplatz wäre voll. Stattdessen sind nur einige wenige Personen unterwegs, denen die Basilika ja trotz des allgemeinen Gottesdiestverbodes zur Andacht und inneren Einkehr offen steht.
Ostersonntag, 10.15 Uhr, Klosterkirche Birnau. Um diese Zeit fände eigentlich der Ostergottesdienst statt und der Besucherparkplatz wäre voll. Stattdessen sind nur einige wenige Personen unterwegs, denen die Basilika ja trotz des allgemeinen Gottesdiestverbodes zur Andacht und inneren Einkehr offen steht. | Bild: Reiner Jäckle

Die Wallfahrtskirche Birnau zieht zum bedeutendsten christlichen Fest die Gläubigen an wie ein Magnet. Und das seit rund 270 Jahren. Das heute zur Zisterzienserabtei Mehrerau gehörende Kloster, oft als „Barockjuwel am Bodensee„bezeichnet, blieb leer. Wie in den anderen Kirchen gab es keinen Ostergottesdienst – wovon hier am touristischen Brennpunkt hoch über dem Bodensee die leeren Parkplätze zeugten.

Ostersonntag, 16.21 Uhr, im Wald zwischen Unteruhldingen und Meersburg. Auf dem Osterpfad, den der einheimische Privatmann Bernd Hölle angelegt hat, sind viele Familien unterwegs und bestaunen die handgefertigten Osterhasen aus Holz. Der verlangte Abstand zwischen den Menschen bleibt auch hier gewahrt.
Ostersonntag, 16.21 Uhr, im Wald zwischen Unteruhldingen und Meersburg. Auf dem Osterpfad, den der einheimische Privatmann Bernd Hölle angelegt hat, sind viele Familien unterwegs und bestaunen die handgefertigten Osterhasen aus Holz. Der verlangte Abstand zwischen den Menschen bleibt auch hier gewahrt. | Bild: Reiner Jäckle

Ob nun entlang des Bodenseeufers oder auch auf den Wanderwegen durch die Wälder rund um den Überlinger See, die Menschen hielten sich an die geltenden Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Ostersonntag, 17.26 Uhr, St. Martin, Seefelden. Paula und Emil Mairle holen ihr geweihtes Osterlämmchen, Osterlicht und Osterwasser aus der Pfarrkirche ab – aus einem der wohl ältesten Gotteshäuser Deutschlands. 1165 erstmals urkundlich erwähnt, soll die Pfarrei bereits im 7. Jahrhundert gegründet worden sein.
Ostersonntag, 17.26 Uhr, St. Martin, Seefelden. Paula und Emil Mairle holen ihr geweihtes Osterlämmchen, Osterlicht und Osterwasser aus der Pfarrkirche ab – aus einem der wohl ältesten Gotteshäuser Deutschlands. 1165 erstmals urkundlich erwähnt, soll die Pfarrei bereits im 7. Jahrhundert gegründet worden sein. | Bild: Reiner Jäckle

Da die Kirchen keine Ostergottesdienste feiern durften, fanden die Gläubigen andere Wege – Gemeinden boten virtuelle Messen an und die Überlinger Münstergemeinde feierte via Radioübertragung. Der Gottesdienst wurde live auf SWR 4 übertragen, da der Überlinger Dominik Frey Rundfunkbeauftragter der Erzdiözese Freiburg beim SWR ist und die Kooperation vermitteln konnte. Und so mancher Gläubige nutzte die Möglichkeit, alleine in eine der offenen Kirchen zu gehen – zu einer ganz persönlichen Andacht.