„Wir hätten uns viel ersparen können“, resümierte Jörg Bohm (CDU) am Ende der Sitzung mit Hinblick auf die lange und nicht sehr glückliche Vorgeschichte. Im Ausschuss Bau, Technik und Verkehr hatten erst der Investor und sein Architekt das Konzept für die Bebauung des Telekom-Areals an der Langgasse vorgestellt.

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Dann gaben drei Experten des mobilen Gestaltungsbeirats der Architektenkammer ihre Einschätzung ab. Nach der Beratung durch den Ausschuss stellte Baubürgermeister Matthias Längin einen „breiten Konsens“ fest. Das Gremium beschloss einstimmig, das Konzept mit zwei Nachbesserungen zur endgültigen Absegnung in den Gemeinderat zu bringen.

Turm und Bestandsgebäude bleiben unangetastet

Die Erleichterung war nicht nur Jörg Bohm anzumerken. Seit die Firma Betz Baupartner aus Ludwigsburg das Areal 2015 von der Telekom gekauft hatte, gab es viele Diskussionen um zu hohe und zu massive Bauvorhaben. Das nun vorliegende Konzept sieht vier Neubauten mit Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen auf dem ehemaligen Parkplatzgelände vor. Der Turm und das Bestandsgebäude bleiben unangetastet.

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Durch den leicht gekippten Winkel der beiden schmalen Häuser in Längs- und der größeren in Querrichtung zum bestehenden Gebäude, würden Blick- und Laufachsen zwischen den angrenzenden Straßen ermöglicht, so der Vertreter des Architekturbüros Grath aus Ravensburg. Dazu orientierten sich die unterschiedlichen Geschosshöhen an der Umgebungsbebauung und passten sich der Topografie an. Alle Dächer sollen begrünt werden und die Autos Platz in einer Tiefgarage finden. Als autofreies Zentrum des Areals ist eine „Grüne Mitte“ vorgesehen.

Planung erntet viel Lob von Experten

Die Planung erntete viel Lob von den drei Experten des mobilen Gestaltungsbeirats. Landschaftsarchitekt Andreas Böhinger aus Freiburg fand die „Grüne Mitte“ zu klein und regte einen ausreichenden Substrataufbau für die begrünten Dächer an, um für trockene und heiße Perioden gerüstet zu sein. Wie seine Kollegen empfahl er, die Besucherstellplätze am Kuchelmannweg beim Wendehammer anders anzuordnen, um auch hier mehr Grün zu ermöglichen.

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Kritik an der zu kleinen „Grünen Mitte“ kamen von mehreren Seiten. Robert Dreher (FWÜ) findet zudem den Begriff reichlich überstrapaziert. Michael Wilkendorf (SPD) wollte wissen, wie es mit der Belegung der Wohnungen aussieht, da Überlingen dringend bezahlbaren Wohnraum aber keine neue Rolladensiedlung brauche.

Aktuell geht es um städtebauliche Fragen

Der Baubürgermeister konterte, es gehe aktuell nur um städtebauliche Fragen und Hans-Peter Betz ergänzte: „Der Gemeinderat hat eine Sozialquote wie bei der BGÜ beschlossen. Wir haben uns bereit erklärt, das umzusetzen.“ Leicht ironisch fügte er hinzu, dass höhere Bauten mehr und kürzere Verfahren günstigeren Wohnraum schaffen würden.