Segeln inmitten der Naturgewalten Wind, Wasser und Wellen und dabei neue Länder kennenlernen: Das ist für Hubert Merkelbach das Faszinierende am Segelsport. Der 54-Jährige, Mitglied im Bodensee-Yacht-Club Überlingen (BYCÜ), ist für die Sportlerwahl am 17. März im Kursaal zum Sportler des Jahres nominiert. „Wenn man auf dem Meer segelt, kann man sich das so vorstellen, wie wenn man auf einer Buckelpiste Ski fährt“, sagt der Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin. Beim Starboot, mit dem er derzeit die Deutsche Rangliste anführt, gelte es, 30 Quadratmeter Segelfläche zu beherrschen. Es handelt sich um ein offenes Zweimann-Kielboot für den anspruchsvollen und athletischen Segler, weshalb es immer wieder Topsegler aus aller Welt in diese Bootsklasse zieht. „Man arbeitet körperlich hart und versucht, das Boot auf möglichst hohe Geschwindigkeit zu bringen. Und das noch an tollen Plätzen in dieser Welt“, sagt er. Entscheidend seien körperliche Fitness und Kraft, aber auch die entsprechende Taktik, Winddrehungen und -strömungen auf dem Wasser optimal auszunutzen.

Hubert Merkelbach wurde bereits 2015 Sportler des Jahres.
Hubert Merkelbach wurde bereits 2015 Sportler des Jahres. | Bild: Marc Rouiller

Das alles scheint er zu besitzen, blickt man auf seine vorjährigen Erfolge zurück, die sich sehen lassen können. Begonnen hat die Saison für ihn mit der Miami-Sailing-Week, einer der wichtigsten Weltranglistenregatten, die auch als Qualifikation für die Weltmeisterschaft (WM) gilt. Anschließend gewann er die Schweizer Meisterschaft am Bodensee „relativ souverän“, wie er sagt. Weiter ging es mit einem Trainingscamp am Gardasee mit den besten Starbootseglern, um sich auf die WM in Troense in Dänemark Anfang Juli vorzubereiten. Unter 80 Booten belegte er dort mit seinem amerikanischen Vorschoter Brian Fatih einen fünften Platz. „Das war sensationell, weil wir noch die letzte Schlusswettfahrt gewinnen konnten. Das hat uns noch mal ganz nach vorne gebracht; am Ende haben uns sogar nur sechs Punkte zum WM-Titel gefehlt, wenn wir da Glück gehabt hätten, wäre sogar noch mehr drin gewesen. Aber natürlich waren wir mit unserem fünften Platz sehr, sehr zufrieden, weil wir viele der teilnehmenden Olympiasieger sowie Europa- und Weltmeister hinter uns lassen konnten.“ Aufgrund dieser hervorragenden Platzierungen qualifizierte sich Merkelbach für die Star-Sailors-League in Nassau auf den Bahamas im Dezember, wo er den 19. Platz belegte. Seine Konkurrenz war allerdings übermächtig, denn im Feld waren zwei America's-Cup-Sieger, sieben olympische Goldmedaillen-Gewinner und 28 Starboot-Weltmeister. „Ich war dort der einzige Amateur“, verrät der gebürtige Westfale, der schon seit seiner Jugend auf dem Wasser zu Hause ist.

Möglich sind seine Erfolge natürlich nur mit ausreichend Training. Fitness und Kraft stehen bei dem Arzt bis zu sechs Mal in der Woche an, drei Mal in der Woche läuft er eine Strecke über zehn Kilometer. Im Sommer kommt das Segeln hinzu: Das Training findet zumeist dort statt, wo die Wettkämpfe über die Bühne gehen. Keine Frage, dass das entsprechend Zeit kostet. Selbst Urlaub muss der Orthopäde für seinen Sport opfern. Dennoch bleibt noch genügend Zeit für das Private. Merkelbach: „Ich versuche, eine Balance mit Beruf und Familie herzustellen.“ Auch in diesem Jahr hat er wieder jede Menge vor: Am morgigen Samstag fliegt er wieder zur Miami-Sailing-Week in den Südosten der USA, die vom 4. bis 10. März in den Gewässern der Biscayne Bay in Coconut Grove, Miami, stattfindet und jedes Jahr mehr als 200 Segler aus rund 23 Ländern anlockt. „Das wird ein kleines Kontrastprogramm zum Wetter hier“, sagt Merkelbach. Geplant sind unter anderem auch die Teilnahmen an der Europameisterschaft im August in der Flensburger Förde und die WM im Oktober in Oxford an der Ostküste in den USA. Außerdem stehen die Teilnahme an der deutschen und österreichischen Meisterschaft am Altersee beziehungsweise Ammersee an. Hubert Merkelbach: „Wir wollen natürlich noch einmal Vollgas geben und ähnlich gute Resultate wie im Vorjahr erzielen.“

Zur Person und Wahl

  • Hubert Merkelbach: Der Sportler des Jahres 2015 steht auch dieses Jahr wieder zur Wahl. Der 54-jährige Segler des Bodensee-Yacht-Clubs Überlingen (BYCÜ) ist nach wie vor der beste Starbootsegler in Deutschland und belegt in der Weltrangliste den siebten Platz. Beim „Gipfeltreffen“ der Starbootsegler auf den Bahamas stellte er dies als bester Amateur mit dem 19. Platz unter Beweis. Neben seinem Starboot segelte er auch erfolgreich in der Zweiten Segel-Bundesliga und war maßgeblich am achten Platz des BYCÜ-Teams beteiligt. Erfolge: 1. Rang Deutsche Starbootrangliste Gesamtwertung 2017; 2. Rang Flottenmeisterschaft (Qualifikation zur WM und EM); 1. Rang Internationale Schweizer Meisterschaft; 5. Rang WM-Qualifikation zu den weltbesten Starbootseglern auf den Bahamas.
  • Die Wahl: Die Leser des SÜDKURIER können bis Sonntag, 11. März, ihre Stimme für die Sportlerwahl abgeben. Dazu müssen Sie zu Handy oder Telefon greifen, die Nummer 0 13 79/37 05 00 wählen und folgende Endziffern für die jeweiligen Kandidaten anhängen: Sportler des Jahres: Sebastian Harms-Mendez -51; Hubert Merkelbach –52; Johanna Siebler -53.Mannschaft des Jahres: Fußballclub -54; Segel- und Motorbootclub -55; Turnverein -56. Ein Anruf aus dem Festnetz der Telekom kostet 50 Cent, Mobilfunk deutlich mehr. Die Anrufer sollten neben ihrem Namen und der Adresse das Stichwort „Sportlerwahl“ angeben. Die Abstimmung ist auch möglich mit dem am 15. Februar veröffentlichten Coupon, unter der E-Mail-Adresse ueberlingen.redaktion@suedkurier.de oder im Internet: www.suedkurier.de/sportlerwahl-ueberlingen www.facebook.de/sportlerehrung

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