Fast genau ein Jahr ist es her, dass die Arbeiten am neuen Parkhaus gegenüber der Überlinger Therme begonnen haben. Nun wurde das Richtfest für das nicht gänzlich unumstrittene Millionenprojekt mit seiner wechselhaften Vorgeschichte gefeiert.

Domenico Cremer (links) und Patrick Fenner stoßen auf das Wohl von Bauherrn, Handwerkern und Parkhaus an.
Domenico Cremer (links) und Patrick Fenner stoßen auf das Wohl von Bauherrn, Handwerkern und Parkhaus an. | Bild: Lange, Tobias

Arbeiten fast im Zeitplan

Die Arbeiten seien beinahe im Zeitplan, freute sich Oberbürgermeister Jan Zeitler. Sie seien nur zwei Wochen im Verzug. „Das ist nichts in der heutigen Zeit.“ Auch lobte er, dass der Kostenrahmen bislang eingehalten werde. „Das ist keine Selbstverständlichkeit.“

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Für ihn sei diese Woche besonders erfreulich, unterstrich der OB scherzend. Erst habe beim Besuch in der Partnerstadt Chantilly das Pferd, auf das er gesetzt habe, beim Pferderennen gewonnen, dann konnte die Jugend des Bodensee Yachtclubs Überlingen ihren Titel bei der Champions League verteidigen. Und nun dürfe er das Richtfest des Parkhauses Therme feiern. „Ich bin beeindruckt“, urteilte der OB. Er zeigte sich überzeugt, dass sich das Gebäude mit der geplanten Begrünung in die umliegende Landschaft einbetten werde.

Applaus für das Parkhaus. Oberbürgermeister Jan Zeitler (mitte) freut sich über die bisherigen Fortschritte.
Applaus für das Parkhaus. Oberbürgermeister Jan Zeitler (mitte) freut sich über die bisherigen Fortschritte. | Bild: Lange, Tobias

Das schwere Unwetter vom 15. Juni habe das Gebäude gut überstanden, sagte Norbert Schültke, Bereichsleiter Mobilität beim Stadtwerk am See, im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Er sei am folgenden Sonntag nach Überlingen gefahren, um sich ein Bild über die befürchteten Auswirkungen von Regen und Schlamm zu machen. Außer Wasserpfützen sei aber nichts gewesen.

Vom schweren Unwetter zeugt nur noch etwas Wasser auf dem zukünftigen Parkdeck.
Vom schweren Unwetter zeugt nur noch etwas Wasser auf dem zukünftigen Parkdeck. | Bild: Lange, Tobias

Auch für zukünftige Unwetter sei gerade hinsichtlich der Dach- und Fassadenbegrünung – vorgesorgt worden, sagte Schültke. Die Begrünung werde durch Gitter gesichert, sodass sie den Elementen nicht schutzlos ausgeliefert sein werde.

Das Parkhaus Therme nimmt Gestalt an. Bis 2020 soll es fertig sein.
Das Parkhaus Therme nimmt Gestalt an. Bis 2020 soll es fertig sein. | Bild: Lange, Tobias

Langer Weg zum Baustart

Dem Richtfest war ein langer Prozess vorausgegangen, in dessen Verlauf die Pläne immer wieder abgeändert werden mussten. Die Parkplätze waren ursprünglich Teil eines Wettbewerbs zur Gestaltung der Landesgartenschau. Vorgegeben waren dabei allerdings Parkmöglichkeiten unter dem Uferpark. Landschaftsarchitektin Marianne Mommsen setzte sich mit der Idee eines Parkhauses gegenüber der Therme über die Vorgaben hinweg, konnte die Jury damit aber überzeugen.

Das Parkhaus Therme von Oben. Die Aufnahme entstand Anfang Mai.
Das Parkhaus Therme von Oben. Die Aufnahme entstand Anfang Mai. | Bild: Gerhard Plessing

Weniger glücklich zeigte sich hingegen das Landesdenkmalamt. Dieses meldete Bedenken an, da das Parkhaus an dieser Stelle in einen Konflikt mit dem Ensembleschutz für die Tunneleingänge der Bahn komme. Der Gemeinderat räumte dem Parkhaus allerdings höhere Priorität ein und gab den Plänen grünes Licht. Das Regierungspräsidium Tübingen stimmte ebenfalls zu und erteilte die Baugenehmigung für den finalen Bauplan, der sich zu den ersten Entwürfen grundlegen unterschied.

Wegen dem Tunnelportal hatte das Landesdenkmalamt Bedenken geäußert.
Wegen dem Tunnelportal hatte das Landesdenkmalamt Bedenken geäußert. | Bild: Hilser, Stefan

310 Stellplätze auf insgesamt sechs ober- und unterirdischen Stockwerken waren ursprünglich vorgesehen. Zunächst zwei unterirdisch und vier oberirdisch, später jeweils drei ober- und unterirdisch. Im Juli 2017 schob Oberbürgermeister Jan Zeitler den Plänen aber einen Riegel vor. Die geschätzten Kosten wuchsen auf 15 Millionen Euro an – zu viel für den OB. Die Pläne wurden daraufhin geändert: Aus den sechs Stockwerken wurden vier – allesamt oberirdisch. Von den 310 Stellplätzen blieben 189 übrig. Die Kosten senkten sich dadurch auf etwa sieben Millionen Euro.