Gibt es in der Überlinger Verkehrsdebatte mal wieder eine Rolle rückwärts? Nach einer langen Diskussion, in die sich sogar der Petitionsausschuss des Landtags eingemischt hatte, hatte der Verkehrsausschuss im April eigentlich endlich eine Lösung für den Standort eines neuen Mottoradparkplatzes gefunden: Nicht auf dem Chantilly-Platz (wie ursprünglich von der Verwaltung vorgesehen) und auch nicht weiter südlich in der Seestraße (wie der Ausschuss noch im März 2018 entschieden hatte), sondern bei der Zimmerwiese. Ganz konkret: Gegenüber der Zimmerwiese, im Kurvenbereich zwischen Kreisverkehr und Schlachthausstraße.

Eigentlich sollten auf diesem Grünstreifen an der Zimmerwiese sollten ursprünglich 16 Motorradstellplätze angelegt werden. „Aufgrund privatrechtlicher Vereinbarungen“, so die Stadtverwaltung, ist das nun doch nicht möglich.
Eigentlich sollten auf diesem Grünstreifen an der Zimmerwiese sollten ursprünglich 16 Motorradstellplätze angelegt werden. „Aufgrund privatrechtlicher Vereinbarungen“, so die Stadtverwaltung, ist das nun doch nicht möglich. | Bild: Hanspeter Walter

Doch aus diesem Vorhaben wird nun nichts. „Aufgrund privatrechtlicher Vereinbarungen, die im Zuge der Herstellung des Kreisverkehrsplatzes am Friedhof geschlossen wurde, kann im Kurvenbereich kein Parkplatz erstellt werden“, schreibt die Verwaltung nun jedoch in der aktuellen Vorlage für den Verkehrsausschuss. Noch in der Aprilsitzung hatte Helmut Köberlein, Leiter der Abteilung Tiefbau, gesagt: „Die rechtlichen Voraussetzungen für einen Parkplatz wären gegeben.“

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Nach genauerer Überprüfung ist dies nun offenbar doch nicht so. Stattdessen beginnt die Suche nach einem geeigneten Standort für die Motorradstellplätze von vorne. Als schnelle Alternativlösung könnten einige der bisherigen Autoparkplätze auf der Zimmerwiese für Zweiräder umgewidmet werden. „Es wären lediglich Markierungsarbeiten erforderlich“, heißt es in der Vorlage.

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Als weitere Alternative bringt die Verwaltung aber auch wieder die Seestraße ins Spiel. Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung, die eine Pflasterung auf dem Chantillyplatz vorsah, könnte nun ein Teil der Kurzzeitparkplätze gegenüber der Einfahrt zum Parkhaus Post in Zweiradstellplätze umgewandelt werden. „Nachdem durch den Nahversorger private Stellplätze angemietet wurden, könnten die dort vorhandenen acht Stellplätze zu Motorradstellplätzen umgewidmet werden. Eine Beeinträchtigung der südlich gelegenen Bebauung ist aus Sicht der Verwaltung nicht zu befürchten, da die Zufahrt sowie die Abfahrt in Richtung Kreisverkehrsplatz erfolgt“, schreibt die Verwaltung. Vorstellbar sei, sechs Auto- in Motorradparkplätzen umzuwandeln. „Damit gäbe es die Möglichkeit, einen weiteren Behindertenstellplatz zu erstellen, sodass mit dem bereits vorhandenen Stellplatz in der Seestraße dann zwei Behindertenstellplätze zur Verfügung stünden.“

Die ursprüngliche Planung der Verwaltung sah vor, diese Grünfläche am Chantilly-Platz zu bepflastern und Motorradstellplätze auszuweisen.
Die ursprüngliche Planung der Verwaltung sah vor, diese Grünfläche am Chantilly-Platz zu bepflastern und Motorradstellplätze auszuweisen. | Bild: Deck, Martin

Geht es nach der Verwaltung, sollen an beiden vorgeschlagenen Standorten Stellplätze für Zweiräder entstehen. Das habe den Vorteil, „dass dann aus jeder Himmelsrichtung ein Stellplatz für Motorradfahrer zur Verfügung stehen würde und der Suchverkehr damit reduziert werden könnte“. Der Ausschuss wir am kommenden Montag, 24. Juni, 16 Uhr, darüber entscheiden.