Zwölf Hornisten, drei Schlagzeuger, zwei Tenorhörner, eine Tuba und ein Dirigent – das ist Lake Brass. Am vergangenen Freitag konzertierte das 2010 am Bodensee gegründete und mittlerweile international aufgestellte Ensemble im großen Saal der Waldorfschule. In eben diesem Saal wurde im Sommer 2018 auch die erste CD „Across The Lake“ aufgenommen, die Lake Brass jetzt im Rahmen des Konzerts präsentierte.

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Zusammenspiel auf höchstem Niveau

Der Abend mit Lake Brass war in jeder Beziehung außergewöhnlich und herausragend. Außergewöhnlich die Zusammensetzung des Ensembles mit dieser Vielzahl an jungen Profi-Hornisten und herausragend ihr Zusammenspiel auf höchstem Niveau. Unter dem Dirigat des Detmolder Hornprofessors Norbert Stertz, der Lake Brass seit 2017 leitet, gelangen vertrackte Rhythmen, virtuose Klangakrobatik, rasante Tempi und mitreißende Dynamik scheinbar mühelos.

Musiker schaffen gemeinsam mit Gemischtem Chor Heiligenberg epische Atmosphäre

Außergewöhnlich auch das Programm, das den Schwerpunkt auf Filmmusik legte. In speziellen Bearbeitungen erklangen Passagen aus „Der letzte Mohikaner“ und „Drachen zähmen leicht gemacht“. Das Medley „Cavalcade of Cinematic Choirs“, eigens arrangiert von Ádam Dávid Gál, brachte großes Klang-Kino mit Kompositionen von John Williams, Steve Jablonsky und Hans Zimmer aus den Filmen „Saving Private Ryan“, „Transformers“ und „Gladiator“. Hierbei wurde Lake Brass vom Gemischten Chor Heiligenberg unterstützt, was den epischen Charakter der Filmmusiken noch verstärkte.

Hommage an die Bodenseelandschaft

Höhepunkt des Konzerts war die „Bodensee Fantasie“, ein Lake Brass gewidmetes Auftragswerk des US-amerikanischen Komponisten und Hornisten Kerry Turner. Das Stück vereint lyrische Passagen mit effektvollen Klangbildern. Alphornklänge erinnern an die Voralpenlandschaft, silbrig hell bringen verschiedene Percussion-Instrumente den See vor dem inneren Auge des Zuhörers zum Glitzern. Paukenwirbel und Trommelschläge sorgen für bedrohliche Gewitterstimmung. Mit dieser Hommage an die heimatliche Bodenseelandschaft konnte Lake Brass alle Register seiner musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten ziehen.

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Ensemble arbeitet an Multimediaprojekt

Ebenso wie das Publikum zeigte sich auch Dirigent Norbert Stertz begeistert von seinem Ensemble: „Die Qualität der Musiker ist phänomenal und die Besetzung einmalig“, schwärmte er. Für 2020 plant er die Uraufführung des Multimediaprojekts „Sweet World – World Suite“. „Ich möchte mit dem Ensemble neue Wege gehen“, kündigte Stertz an.