Fünf Jahre existiert Lake Brass nun schon und demonstrierte überzeugend eine beachtenswerte Entwicklung vom Waldhornquartett der Anfangszeit zum heutigen, großen Ensemble auf Spitzenniveau.

Bezeichnete sich Lake Brass vor drei Jahren selbst noch als eine Formation aus dem weiteren Bodenseeraum, so ist Lake Brass inzwischen international mit Bläsern besetzt, die zumeist Waldhorn, aber auch andere Instrumente studieren oder bereits studiert haben. Aber auch hochtalentierte Hobbyspieler sind mit in der Band zu hören. Tuben, Tenorhörner, Flügelhörner und Euphonium ergänzen die ausgeprägt weiche Klangcharakteristik der Formation auf beste Weise.

Einzigartig sind zudem die Arrangements, die die Musiker zumeist selbst setzen (müssen), da es für eine derartige instrumentale Besetzung keine originäre Literatur gibt. Mit klarer Gestik im Dirigat formt Szabolcs Galanthay die Stücke zu beeindruckenden Wohlklang.

Schon die enorme Strahlkraft der "Fanfare for Common Man" (Aron Copland) zu Beginn überzeugte, eindrücklich unterstützt von satten Trommelschlägen. "Le Rendez-Vous de Chasse" ließ mit Echo-Horn aus einem entfernten Fenster den Humor des Komponisten Gioacchino Rossini durchblitzen. Das zarte, einfühlsame "Gabriella's Song" sowie "Intermezzo from Cavalleria Rusticana" offenbarte feinste Pianokultur und lupenreine Intonation.

Im zweiten Teil spielte Lake Brass ausgeprägt klangfarbenfreudig und mit ausgefeilter Dynamik sinfonische Filmmusik, wie beispielsweise "King Arthur" und "Pearl Harbor". Große Zustimmung und Beachtung fanden drei Interludien des Bodensee Alphorntrios mit Dirk Bühler, Walter Ruf und Peter Tolksdorf. Als Zugaben waren der wunderbare Choral "Salvation is created", "Der Mond ist aufgegangen" und der fetzige "Bravura March" zu hören. Es war, sichtbar auch für die Ausführenden, ein tolles, stimmiges Konzert.