„Das Jahr war ein schwieriges Jahr, ein Jahr der Absagen und ein Jahr des Rückzuges.“ So fasst Sipplingens Bürgermeister Oliver Gortat das Jahr 2020 zusammen. Durch die Corona-Pandemie waren und sind in allen Lebens- und Arbeitsbereichen Einschränkungen spürbar.

Aber: „Gleichwohl konnte viel bewegt werden. Es war eben nicht nur überall Stillstand, denn was möglich war, wurde realisiert“, sagt Gortat im SÜDKURIER-Jahresgespräch. Mehrere Projekte, die 2020 angestoßen worden sind, sollen nun umgesetzt werden.

Rathaussanierung ist beinahe abgeschlossen

Die 4,3 Millionen Euro teure Sanierung des Rathauses ist Gortat zufolge so gut wie abgeschlossen, jetzt fehle noch die Möblierung des Rathauskellers. „Hier wollen wir mit den Vereinsvertretern Gespräche führen, speziell was die Einteilung der Bar anbelangt, damit diese dann auch praktikabel nutzbar ist“, so der Bürgermeister.

Rathausplatz soll zu Fronleichnam fertig sein

Ein großes Projekt wird nach seinen Worten die Sanierung des Rathausplatzes sein. „Wir sind hier einmal optimistisch, dass dieser zu Fronleichnam fertig sein wird“, sagt Gortat. Sein Ziel ist es, dem Rathauspatz wieder Leben einzuhauchen. Seine Vision: Den Rathausplatz mit Stehtischen für Gespräche und etwas Musik zu einer Art Feierabendhock zu nutzen.

Die Sanierung des Rathauses ist abgeschlossen. Die Verwaltung samt Bürgermeister Oliver Gortat (rechts) zog im Oktober wieder in das sanierte Haus. Links Architekt Nils Kolberg.
Die Sanierung des Rathauses ist abgeschlossen. Die Verwaltung samt Bürgermeister Oliver Gortat (rechts) zog im Oktober wieder in das sanierte Haus. Links Architekt Nils Kolberg. | Bild: Kleinstück, Holger

Innerhalb des Rathauses soll die Umstrukturierung der Verwaltung weiter sukzessive vorgenommen werden. Diese wird mit dem Ziel vorangetrieben, zu effektiveren Prozessen und Arbeitsabläufen zu gelangen. Oliver Gortat: „Ich bin sehr dankbar, dass diese Umstrukturierung durch eine motivierte Mitarbeiterschaft weitestgehend mitgetragen wird.“ So sind die Wege für die Bürger bereits kürzer geworden, indem besucherstarke Bereiche zusammengelegt wurden.

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Kämmerin wird Bürgermeister-Stellvertreterin

Spätestens November werde Ulrich Sulger, langjähriger Fachbereichsleiter Zentrale Verwaltung und innerdienstlicher Stellvertreter Gortats, in die Freistellungsphase mit anschließender Versetzung in den Ruhestand gehen. Kämmerin Sabrina Girrbach werde dann seine Vertretung, berichtet Gortat.

Ein weiteres großes Projekt ist laut Gortat die Sanierung des Sanitärgebäudes im Hafen Ost, auf die viele der Liegeplatzinhaber schon seit Jahren warteten. So soll unter anderem der Außenbereich schöner gestaltet, das Vordach des Hauses etwas nach vorne gezogen werden, was sich indes aufgrund der Stegverhältnisse aber als nicht einfach gestalten werde. „Wir wollen das modern herrichten“, sagt der 34-Jährige.

Ratsinformationssystem, um effizienter zu sein

Im Weiteren gelte es vieles umzusetzen, was bereits im Vorjahr beschlossen worden sei. Gortat nennt hier zum einen die Einführung des Ratsinformationssystems, um Abläufe der Kommunalpolitik effizienter zu gestalten und auch, um Kosten einzusparen. Zum anderen die Sanierung kommunaler Gebäude wie das Gebäude an der Rathausstraße 6 und das Haus des Gastes.

Was war 2020 in Sipplingen los?

In Bezug auf den 2020 erstmals beschlossenen Kindergarten-Bedarfsplan sagt Gortat: „Hier sollen die Betreuungsangebote optimiert werden.“ Auch die Tagesbetreuung für ältere Mitmenschen solle in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Wohnen und Leben im Alter“ verbessert werden. Ein weiteres Thema: der Breitbandausbau. Gortat: „Sicherlich im Ortskern und im Gewerbegebiet. Wo noch, muss noch besprochen werden.“

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Einige Gebühren müssen 2021 neu kalkuliert werden

Nicht umhin komme man, Gebühren neu zu kalkulieren. Der Rathauschef nennt diesbezüglich Friedhof und Kindergarten, aber auch den Wasserzins. „Hier ist die Erhöhung wegen dem Neubau des Hochbehälters Himberg alternativlos.“

Im August erfolgte der Spatenstich für den Neubau des mehrkammerigen Hochbehälters auf der Gemarkung Himberg für die künftige Trinkwasser- und Löschwasserversorgung.
Im August erfolgte der Spatenstich für den Neubau des mehrkammerigen Hochbehälters auf der Gemarkung Himberg für die künftige Trinkwasser- und Löschwasserversorgung. | Bild: Kleinstück, Holger

Hinsichtlich der Pläne in Bezug auf das geschlossene Alters- und Pflegeheim Silberdistel teilte er mit, dass die Firma Höpkens Park c+e GmbH aus Bremen sich und das Vorhaben in der Sitzung des Gemeinderates am 18. Februar vorstellen werde. Vorgesehen ist, der Silberdistel in Form einer Genossenschaft neues Leben einzuhauchen.

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Neues Parkkonzept eines der wichtigsten Projekte

Ganz wichtig sei es, das im Dezember beschlossene Parkkonzept in dieser Saison umzusetzen: Parken auf öffentlichen Straßen soll demnach vom 1. Mai bis 15. September verboten sein. Sein Auto kann man lediglich auf einem von 142 markierten Parkplätzen abstellen und jeweils nur für eine Stunde.

Während der Dezembersitzung des Gemeinderates habe man sich darauf verständigt, dass der tatsächliche Parkbedarf der Menschen in Sipplingen auf öffentlicher Verkehrsfläche ermittelt, im Anschluss die Umsetzung geeigneter Maßnahmen geprüft und im Rahmen der Möglichkeiten auch erfolgen werde.

Rückmeldungen von Anwohnern in der Auswertung

Es gelte jetzt, die Rückmeldungen der Einwohner noch auszuwerten. „Hier werden wir sicher noch nachjustieren. Wir wollen mit dem Konzept allen Bürgerinnen und Bürgern gerecht werden“, so Gortat. Voraussichtlich Mitte Februar solle es dann nähere Erläuterungen geben.

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Bürgermeister äußert sich knapp zu Sommermonaten

Und was sagt Gortat heute im Rückblick auf die Sommermonate? Der Bürgermeister hatte ein Betretungsverbot der Uferanlagen an Wochenenden erlassen, um, wie schon zu Ostern, die Ausbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen, was aber vom Landratsamt des Bodenseekreises als übergeordnete Behörde aufgehoben wurde.

Ein danach erlassenes Parkverbot im Ort, um den Strom an Tagesgästen zu steuern, wurde kurz danach von der Verkehrsbehörde in Überlingen gestoppt.

Ende Juli 2020 wurde der Naturstrand und der angrenzende Uferbereich zwischen dem Ost- und dem Westhafen am Wochenende von 11 bis 17 Uhr kurzzeitig gesperrt. Damit wollte die Gemeinde einer Überfüllung des Strands und so auch einer Ausbreitung von Covid-19 vorbeugen. Das Landratsamt als übergeordnete Behörde jedoch widersprach einer weiteren Sperrung.
Ende Juli 2020 wurde der Naturstrand und der angrenzende Uferbereich zwischen dem Ost- und dem Westhafen am Wochenende von 11 bis 17 Uhr kurzzeitig gesperrt. Damit wollte die Gemeinde einer Überfüllung des Strands und so auch einer Ausbreitung von Covid-19 vorbeugen. Das Landratsamt als übergeordnete Behörde jedoch widersprach einer weiteren Sperrung. | Bild: Kleinstück, Holger

Hier hält sich der Bürgermeister inzwischen bedeckt. Die Entwicklung hinsichtlich der steigenden Infektionszahlen sei seinerzeit bereits abzusehen gewesen – „beurteilen dürfen dies nun Andere“, erklärt Gortat.

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