In Sachen gemeinsamer Lärmaktionsplan von Ludwigshafen, Sipplingen und Espasingen geht es voran. Die eingegangenen Stellungnahmen hat der Gemeinderat zur Kenntnis genommen. Er beschloss, den Plan der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) sowie dem Straßenbaulastträger vorzulegen. Die Umsetzung der im Aktionsplan aufgeführten Lärmminderungsmaßnahmen solle beim Straßenbaulastträger beantragt werden: Begonnen werden soll mit einer Ausweitung des Tempo-30-Bereichs auf der alten B 31 durch den Ort und eine Überprüfung beziehungsweise Sanierung von klappernden und abgesenkten Schachtdeckeln auf der Seestraße 18 bis 22.

Täglich rund 9000 Fahrzeuge auf der B 31-alt

Bereits vor zwei Jahren hatten sich die Bürgervertreter mit dem Thema beschäftigt. Das Planungsbüro Modus Consult aus Ulm hatte im November vorigen Jahres einen ersten Sachstandsbericht vorgelegt. Demzufolge habe man täglich rund 9000 Fahrzeuge auf der B 31-alt ermittelt, rund 50 Bürger seien von hohen Lärmbelastungen betroffen – und zwar weniger tagsüber, sondern insbesondere nachts, hieß es seinerzeit. Hier werde auf der Seestraße von Osten kommend die Grenze zur Gesundheitsgefährdung von 60 Dezibel überschritten. Tagsüber würden 70 Dezibel nicht erreicht. Mit dem Lärmaktionsplan solle erreicht werden, den Lärmpegel nach Möglichkeit zu unterschreiten.

Dieses Tempo-50-Schild soll verschwinden: Bis zum Ortsende Sipplingens in Richtung Überlingen gilt dann Tempo 30.
Dieses Tempo-50-Schild soll verschwinden: Bis zum Ortsende Sipplingens in Richtung Überlingen gilt dann Tempo 30. | Bild: Kleinstück, Holger

Das könnte laut Claus Kiener von Modus Consult in erster Linie mit Tempo 30 auf der gesamten Ortsdurchfahrt, zusätzlich mit einer lärmmindernden Straßenbelag und einem eventuellen Fahrverbot für Lastwagen erreicht werden. Die Ergebnisse der Lärmkartierung, eine Voraussetzung für den Lärmaktionsplan, wurden Ende November, im Gemeindezentrum Ludwigshafen vorgestellt. Im Anschluss daran konnten betroffene Bürger Stellungnahmen abgeben, die nach Möglichkeit in die Bearbeitung aufgenommen werden sollten. Gleichzeitig wurden auch die Träger öffentlicher Belange beteiligt. Auf der Grundlage der Lärmkartierung und der Öffentlichkeitsbeteiligung haben die drei Gemeinden zusammen mit den jeweiligen Baulastträgern ein abgestimmtes Vorhabenkonzept für die Lärmsanierung erarbeitet.

Nachts wird der Lärmpegel von 60 Dezibel teils überschritten

Claus Kiener teilte jetzt mit, dass nachts der Lärmpegel von 60 Dezibel an neun Gebäuden zwischen Seestraße 2 bis 48 überschritten, an weiteren neuen Gebäuden gerade erreicht werde. Aufgrund starker Nutzung der Seestraße von Radfahrern sei eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 zwischen 22 und 6 Uhr bis zum Gebäude Seestraße 2 möglich. Das Einrichten einer Tempo-30-Zone von 24 Stunden mit Radarüberwachung, wie von Bürgern gewünscht, findet dagegen keine Aufnahme in den Lärmaktionsplan. Ebenso eine Geschwindigkeitsanzeige und Überholverbotsschilder sowie Piktogramme mit der Geschwindigkeit auf der Straße in Richtung Überlingen. Nicht im Plan enthalten sein wird auch die Anschaffung eines gemeinsamen mobilen Radargeräts und eine Ampelanlage mit Schaltung auf Dauerrot bei Überschreitung der Geschwindigkeit.