Die Home and Garden in Schloss Salem, die noch bis Sonntag, 12. September geöffnet hat, scheint dieses Jahr eine noch größere Anziehungskraft zu entwickeln als in der Vergangenheit. Bereits am Morgen des Eröffnungstages strömen die Besucher in großer Zahl zu der Freizeitmesse, die dieses Jahr bereits zum 18. Mal stattfindet. Rund 100 Aussteller bieten eine breite Auswahl von Dingen an, die das Leben in Haus und Garten schöner und auch praktischer machen sollen, von Keramik über Teleskopleitern bis hin zu umweltfreundlichen Wohnwägen aus Holz.

Veranstalter hoffen auf Besucherrekord

Die Veranstalter hoffen auf einen Besucherrekord, wie Margit Metzger, Projektleiterin der Home and Garden Salem sagt. Man habe die Zahl der Aussteller noch einmal steigern können. Viele hätten, nach den Corona-Einschränkungen, einfach Lust teilzunehmen, außerdem sei Salem auch sehr beliebt. Schlossverwalterin Birgit Rückert freut sich ebenfalls über den Zulauf und darüber, dass die Messe seit 2004 jedes Jahr stattgefunden habe, selbst 2020, wofür sie auch der Gemeinde dankt.

Margit Metzger, Projektleiterin der Home and Garden Salem, fühlt sich in einem „Traumschwinger“ wohl.
Margit Metzger, Projektleiterin der Home and Garden Salem, fühlt sich in einem „Traumschwinger“ wohl. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Ein besonderes Gartenjahr am Bodensee

Mit den Landesgartenschauen in Überlingen und Lindau habe man 2021 ja ein ganz besonders Gartenjahr, doch Gärten hätten am Bodensee schon immer Konjunktur gehabt, sagt Rückert und verweist etwa auf die Klöstergärten, wo natürlich Heilkräuter und durchaus auch Exotisches angepflanzt worden sei, vor allem aber seien es Nutzgärten, und zwar Krautgärten, gewesen.

Herzliche Souvenirs von der Home and Garden.
Herzliche Souvenirs von der Home and Garden. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Rückert erinnert auch an einen Pionier aus dem 18. Jahrhundert, Philipp Theodor Popele, der als Kanzlist erst in den Diensten der Salemer Äbte und später des Hauses Baden stand und sämtliche damals bekannten Obstsorten am See in Wort und vor allem auch Bildern festhielt. „Ihm verdanken wir die Archivierung der Obstsorten“, so Rückert.

Blumenzwiebeln in großer Vielfalt dürfen bei der Haus- und Gartenmesse natürlich nicht fehlen.
Blumenzwiebeln in großer Vielfalt dürfen bei der Haus- und Gartenmesse natürlich nicht fehlen. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Bürgermeister-Stellvertreterin Petra Karg meint, es sei eine besondere Freude, dass die Messe wieder stattfinden könne. „Für uns alle ist das ein Stück Normalität. Wer möchte nicht hier durch die wunderschöne Anlage laufen und sich die schönen Dinge des Lebens anschauen?“

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Am weitesten aus dem Norden angereist

Dazu zählen etwa die mobilen Naturholzhütten und Saunen der Firma Tannhäuschen aus Harsefeld bei Buxtehude. Unternehmer Gerhard Naujoks und sein Sohn Hauke sind das erste Mal in Salem und wurden als die Aussteller präsentiert, die am weitesten aus dem Norden angereist sind.

Gerhard Naujoks, von Beruf Landschaftsgärtner, begann vor acht Jahren mit dem Bau der ungewöhnlichen Wohnwägen, die außen aus kanadischem Aspenholz bestehen und innen mit Zirbe aus dem Ötztal ausgestattet werden. Auch das Dämmmaterial, Schafwolle und Thermohanf, ist laut Naujoks Natur pur.

Ein Wohnwagen ganz aus Holz? Gerhard Naujoks (links) und Sohn Hauke aus dem hohen Norden machen‘s möglich.
Ein Wohnwagen ganz aus Holz? Gerhard Naujoks (links) und Sohn Hauke aus dem hohen Norden machen‘s möglich. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Von hoch im Norden, aus Bad Zwischenahn, kommt auch Sven Eiglmeier, der jedoch schon seit ihrem Beginn bei der Salemer Home and Garden dabei ist, unter anderem wegen des „wahnsinnig tollen Publikums“. Eiglmeier verkauft unter anderem Strandkörbe – und zwar Ostsee-Strandkörbe. Die erkenne man, wenn man von der Seite draufschaue, am Buckel, während die Nordsee-Variante gerade sei.

Auch im Südwesten fänden sie viele Kunden, vor allem Privatleute, die Strandkörbe im Urlaub an der See kennengelernt hätten. Aber der Strandkorb sei auch das perfekte Gartenmöbel, biete er doch Wind- und Sonnenschutz sowie eine perfekte Liege und er tauge ebenso als Homeoffice.

Ostsee-Strandkörbe finden auch im Südwesten viele Liebhaber.
Ostsee-Strandkörbe finden auch im Südwesten viele Liebhaber. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Für bequeme Ausruhmöbel interessiert sich ebenfalls das Ehepaar Anita und Gerhard Wachter aus Salem. Sie begutachten „Traumschwinger“, bequeme Hängesessel und –liegen. Allerdings denken sie dabei nicht an sich, sondern an das fünfte Enkelkind, das gerade unterwegs sei. Noch grübelt Gerhard Wachter aber über der Frage: „Wo hängt man das Ding am besten auf?“

Anita und Gerhard Wachter aus Salem interessieren sich für eine Hängewiege fürs fünfte Enkelkind.
Anita und Gerhard Wachter aus Salem interessieren sich für eine Hängewiege fürs fünfte Enkelkind. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Michael Denker, der in Schloss Salem eine Schmiede betreibt, denkt hingegen nicht ans Ausruhen, sondern daran, sich die Arbeit, etwa an seinen Streuobstbäumen, zu erleichtern. Er lässt sich von Kai Ritter die variablen Teleskopleitern der Firma Wakü vorführen. Die sind nicht nur „Made in Germany“ sondern sogar „Made im Ländle“. Die Firma, die erstmals auf der Home and Garden vertreten ist, sitzt in Ludwigsburg.

Michael Denker (links), der die Schmiede in Schloss Salem betreibt, interessiert sich für eine Teleskopleiter, die Kai Ritter vorführt.
Michael Denker (links), der die Schmiede in Schloss Salem betreibt, interessiert sich für eine Teleskopleiter, die Kai Ritter vorführt. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Seine Premiere in Salem hat gleichfalls der Bayer Georg Fürmeier mit seinen Südtiroler Spezialitäten. Derzeit gebe es ja nicht so viele Veranstaltungen und in Salem „war gerade ein Stand frei, da habe ich die Gunst der Stunde genutzt“. Für nicht ganz so schnell Entschlossene hat Fürmeier auch etwas im Sortiment: die Salami „Feige Sau“.

Der Bayer Georg Fürmeier bietet Südtiroler Spezialitäten feil, darunter die Salami „Feige Sau“.
Der Bayer Georg Fürmeier bietet Südtiroler Spezialitäten feil, darunter die Salami „Feige Sau“. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Zeiten, Preise und Parken bei der Home and Garden

  • Öffnungszeiten: Die Home and Garden, die sich am gleichnamigen englischen Vorbild orientiert, ist von Donnerstag bis Samstag, 9. bis 11. September, je von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag, 12. September, von 10.30 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro für Erwachsene, inklusive Führung durch das Schloss 15 Euro. Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre haben in Begleitung Erwachsener kostenlosen Eintritt. Für die Teilnahme an einer Führung durch Kloster und Schloss ist ein 3-G-Nachweis erforderlich.
  • Parkraum ist in unmittelbarer Nähe der Schlossanlage vorhanden und im Eintrittspreis enthalten. Zusätzlich wird empfohlen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen – beispielsweise den Erlebnisbus von Schloss Salem zum Bahnhof Salem in Mimmenhausen.
  • Tickets für die Schau gibt es im Internet unter www.homeandgarden-net.de oder an der Tageskasse. Der Zutritt zur Schlossanlage ist nur mit Kontaktnachverfolgung möglich – entweder per Formular oder Luca-App.