Die Euphorie 2014 muss groß gewesen sein, als im Salemer Gemeinderat das Ja zur Neuen Mitte fiel. Mit der Bildung des aktuellen Gemeinderats und den Diskussionen um das neue Rathaus, Parkplätze, Außenraumgestaltung, Verkehrs- und Wohnkonzept und vielem mehr kamen weitere Gefühle hinzu. Erschöpfung zum Beispiel angesichts mehrstündiger Tagesordnungspunkte rund um die Neue Mitte. Es zeigte sich zunehmend, dass der neue Gemeinderat diskussionsfreudig ist – vermutlich genauso diskussionsfreudig, wie es die Alträte im Hinblick auf manche Hürde gewesen wären. Einige Ratsmitglieder fragen äußerst kritisch nach, was beispielsweise die Preisgestaltung betrifft. Bürgermeister Manfred Härle sprach bei der Grundsteinlegung von einer Front gegen das Großprojekt und dankte explizit den Alträten sowie ausgewählten Fraktionen und Ratsmitgliedern für die Rückendeckung. Dass einem Bürgermeister von Zeit zu Zeit manche Ratsmitglieder näher sind als andere, ist nachvollziehbar. So funktionieren Menschen nun mal. Wer Ideen und Ansichten teilt, ist einander sympathischer. Trotzdem sind Menschen zum demokratischen Dialog fähig. Vom Gemeinderat ist er ausdrücklich gefordert. Die Worte Härles erweckten jetzt jedoch den Eindruck, dass er von diesem, zumindest was die Neue Mitte betrifft, genervt ist. Kein gutes Gefühl.