Brombeer-Mandel-Amaretto, Aprikose mit Rosmarin oder Rhabarber mit Kiwi – die Namen ihrer Marmeladensorten zergehen quasi auf der Zunge. Immer wieder neue lässt sich Caroline Gerstenhauer einfallen. Seit acht Jahren verarbeitet sie die Ernte aus ihrem Bauern- und Obstgarten in Altenbeuren zu Fruchtaufstrichen oder süß- scharfen Soßen. In den großen Einkochtopf Gerstenhauers wandert nur das, was gerade Saison hat. Ihre Kunden nähmen das im Tausch für frische Ware gern in Kauf.

Das wenige Obst, das ihr Riesengarten nicht hergibt, kauft sie bei Bauern in der Nachbarschaft oder sie bringt es von ihren Spaziergängen mit Golden-Retriever-Hündin Paula mit. "Eigentlich müsste auf meinen Produkten überall Bio draufstehen", meint die passionierte Köchin. Aber das Zertifikat ist für sie als Kleinunternehmerin zu teuer.

Die verwendeten Rezepte seien "eigentlich gar nicht so kompliziert". Vielmehr sind es die raffinierten Kombinationen, die immer wieder neue Köstlichkeiten hervorbringen, wie Gerstenhauer verrät. Karotte-Orange ist dabei ein Renner bei ihrer Kundschaft. Inspirationen holt sie sich aus ihren vielen Kochbüchern und aus dem Internet. Die Idee, Aprikosen mit Rosmarin zu verbinden, ist ihr nach einem Toskana-Urlaub gekommen. Die toskanische Küche mit vielen von der Sonne verwöhnten Kräutern liebe sie besonders. Überhaupt isst die gelernte Handelsfachwirtin viel lieber Herzhaftes als Süßes.

Das Rezept für den raffinierten Aufstrich mit Waldmeister verrät Caroline Gerstenhauer gerne.
Das Rezept für den raffinierten Aufstrich mit Waldmeister verrät Caroline Gerstenhauer gerne. | Bild: Martina Wolters

Zum Marmeladekochen ist sie über die vielen reifen Früchte in ihrem Garten und ihre Experimentierfreude gekommen. Ihr Ehemann Wolfgang habe sie ermuntert, ihre Aufstriche im kleinen Rahmen zu vermarkten. Auf seinem Schreibtisch ist auch das Blüten-Logo entstanden, das ihre "Fruchtaufstriche vom Bodensee" ziert. Außerdem ist ihr das Einkochen von klein an vertraut. Die Familie habe mit den Großeltern zusammengelebt und Mutter wie Großmutter hätten nur Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten verwandt. Erst mit 20 Jahren habe sie das erste Mal Spinat aus einem Tiefkühler gekauft, erinnert sich die heute 50-Jährige. Einige Jahre habe sie sich dann als junge Frau vom Landleben distanziert. Ihre Mutter freue sich diebisch, dass sie nun wieder dazu zurückgefunden habe.

Marmeladenverkostung für Gruppen

Mit ihrem 50. Geburtstag reifte der Plan, noch einmal etwas Neues zu beginnen. Durch ihre Tätigkeit als Pflegehelferin im Altenheim Wespach entdeckte Caroline Gerstenhauer ihre zweite Passion neben der Marmelade. Die Arbeit mit Menschen macht ihr nach eigenen Angaben so viel Spaß, dass sie mittlerweile eine pflegerische Ausbildung macht. Klar, dass dann nicht mehr so viel Zeit bleibt für ihre Marmeladenkreationen. Zurzeit hat sie deshalb die Produktion gedrosselt. Gerne kocht sie aber noch auf Bestellung oder lädt Gruppen nach Vereinbarung zur Marmeladenverkostung.

Wer selbst zum Kochlöffel greifen will, dem rät die Expertin zu sauberem Arbeiten. "Sauberkeit und einwandfreie Obstware sind das A und O." Schwierig sei es, den rechten Gelierpunkt zu erreichen. Das erfordere Konzentration. Ansonsten sieht die leidenschaftliche Marmeladenköchin das Kochen als Passion an. Es biete "wunderbare Zeit zum Nachdenken" beim Umrühren.

 

Erdbeere mit Waldmeister zum Nachkochen

Zutaten: Benötigt werden 500 Gramm Erdbeeren, 250 Milliliter Prosecco, ebenso viel Wasser, vier Stängel Waldmeister, eine halbe Zitrone und 500 Gramm Zucker zwei zu eins.

Zubereitung: Das Wasser wird zusammen mit dem Waldmeister aufgekocht und muss zwölf Stunden ziehen. Anschließend wird das Labkraut entfernt und nur noch der Sud mit den übrigen Zutaten vermengt und vier Minuten aufgekocht. Zum Schluss kommt die Fruchtmischung in gut ausgespülte und sterilisierte Gläser.

Bestellungen und Anmeldungen zu Gruppenverkostungen unter Telefon: 0 75 53/9 16 45 92

Informationen im Internet: www.marmeladerie.com