Der Salmannsweiler Hof in Salem-Stefansfeld ist jetzt endgültig Geschichte. Nachdem Andreas und Andrea Schiele den Restaurantbetrieb am 31. März eingestellt haben und den Beherbergungsbetrieb vor einigen Tagen, fand nun ein Ausverkauf der Einrichtung statt. Mit unerwartet großer Resonanz. Gastronomen und Vereinsheime, aber auch viele Privatleute griffen zu. Unter ihnen befand sich auch eine stattliche Anzahl von Stammgästen, vornehmlich Stefansfelder, die ein Erinnerungsstück ergatterten.

Wo früher im Salmannsweiler Hof die Gäste tafelten, sammelte sich bei der Inventarauflösung ein kunterbuntes Allerlei wie auf einem Flohmarkt.
Wo früher im Salmannsweiler Hof die Gäste tafelten, sammelte sich bei der Inventarauflösung ein kunterbuntes Allerlei wie auf einem Flohmarkt. | Bild: Peter Schober

Die dauernde Personalnot und staatliche Vorschriften wie die Dokumentationspflicht von Arbeitszeiten haben Andreas und Andrea Schiele bewogen, einen Schlussstrich zu ziehen. "Wir wussten zuletzt nicht mehr, ob wir noch eine Gesellschaft annehmen und bewirten können und das notwendige Personal stellen können", beschreibt Andreas Schiele die Situation, die ihm eine planbare Führung des Betriebs immer schwerer gemacht habe.

Franz Schiele: "Man muss sich Veränderungen stellen"

"Ich verspüre nicht direkt Wehmut", ließ Andreas Schiele während der Inventarauflösung in seine Seele blicken, "aber Erinnerungen, wie man die eine oder andere Investition getätigt hat, kommen schon hoch." Auch Franz Schiele, der Senior, der den Salmannsweiler Hof 1985 gegründet hat, nimmt die Situation, wie sie jetzt eingetreten ist, zumindest nach außen hin relativ gelassen. "Meine Pläne waren damals andere", räumt er ein. "Aber man muss sich Veränderungen stellen, ob man will oder nicht."

Bilder aus dem Salmannsweiler Hof fanden insbesondere unter Stammgästen als Erinnerungsstück Interesse.
Bilder aus dem Salmannsweiler Hof fanden insbesondere unter Stammgästen als Erinnerungsstück Interesse. | Bild: Peter Schober

Andreas Schiele, sein Sohn, der vom Zollbeamten auf den Beruf des Kochs umgesattelt hat, um den Salmannsweiler Hof zu übernehmen, freut sich zumindest, dass ein großer Teil des Inventars einen Abnehmer gefunden hat und nicht auf dem Müll landet. "Wir haben nicht nur in der Küche auf Qualität geachtet, sondern auch beim Inventar. "Vieles ist in gute Hände gelangt", wie er im Nachhinein sagt.

Einrichtungsgegenstände gehen in neue Hände

Das Restaurantmobiliar beispielsweise, das zum Teil aus Eichenmöbeln besteht, geht in ein Vereinsheim in der Umgebung. Der Küche und den Betten aus den zehn Gästezimmern kann man bald im Vinschgau in Südtirol wieder begegnen, wo ein Quereinsteiger aus der näheren Umgebung ein kleines Hotel eröffnet.

Andenkensammler und Schnäppchenjäger bei Inventarauflösung

Die Inventarauflösung hat aber auch viele Andenkensammler und Schnäppchenjäger auf den Plan gerufen. "Zum Teil haben die Leute gezielt nach bestimmten Dingen gesucht", erzählt Andreas Schiele. Nach Besteck, nach Geschirr, nach Sonnenschirmen. Kollegen aus dem gastronomischen Bereich interessierten sich besonders auch für die Cateringausrüstung.

Der Salmannsweiler Hof in Salem-Stefansfeld ist jetzt endgültig Geschichte.
Der Salmannsweiler Hof in Salem-Stefansfeld ist jetzt endgültig Geschichte. | Bild: Peter Schober

Vieles von der Ausstattung des Salmannsweiler Hofs hat an den beiden Tagen, an denen die Auflösung des Inventars stattgefunden hat, einen neuen Besitzer gefunden. Das lag nicht zuletzt auch an den sehr moderaten Preisen, die Andreas Schiele angesetzt hat. "Wir wollten hier nicht das große Abschlussgeschäft machen", sagt er. "Mir ist es lieber gewesen, dass etwas weiter verwendet wird, als wenn es in den Müll geworfen wird." Deshalb haben Andrea und Andreas Schiele manche Dinge auch einfach verschenkt. Das, was am Ende noch übrig war, haben Andreas und Andrea Schiele an die Caritas für einen Laden in Weingarten übergeben, in dem sich Bedürftige eindecken können.

Salmannsweiler Hof geht an einen neuen Besitzer

In den nächsten Tagen geht der Salmannsweiler Hof an einen neuen Besitzer über. Dieser will ihn zu einem Mehrfamilienhaus mit fünf Wohneinheiten umbauen. Die Wohnungen seien hauptsächlich für den Familienkreis des neuen Eigentümers vorgesehen, sagt Andreas Schiele.

Andreas Schiele hat neuen Arbeistsplatz

Er selbst leitet seit dem 1. April die Küche im Alten- und Pflegeheim Wespach. "Ich fühle mich sehr wohl in meiner neuen Funktion", sagt der 55-Jährige. "Ich habe hier geregelte Arbeitszeiten und nicht mehr diesen Druck, dem man als selbstständiger Gastronom ausgesetzt ist." Mit zunehmendem Alter hätten er und seine Frau auch das Bedürfnis nach mehr Freizeit gehabt und danach, das Leben mehr zu genießen.