Ganz beflügelt ist Sebastian Schmäh aus Stuttgart von der Verleihung der Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg für seinen Holzbaubetrieb heimgekehrt. Elf Persönlichkeiten und drei Unternehmen erhielten die Auszeichnung, mit der das Land seit 1987 herausragende Verdienste für die Wirtschaft würdigt. Obwohl Schmähs Firma schon viele Preise einheimste, darunter etwa den Landes-Denkmalschutzpreis 2018, "ist die Medaille schon die höchste Auszeichnung, die eine besondere Qualität hat", freut sich Schmäh.

Leidenschaft für den Beruf

Zuerst sei er bei dem Empfang mit rund 300 Leuten, darunter Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft, "ganz demütig" gewesen, auch angesichts der anderen Preisträger, darunter große Firmen wie Reisch aus Bad Saulgau. "Ich dachte, was will ich hier." Doch das begründete dann Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut in ihrer Laudatio: Schmäh lebe sein "Handwerk in allen Facetten" und übertrage die Leidenschaft für seinen Beruf auch auf sein Team. Und, fuhr die Ministerin fort: "Sie engagieren sich stark im Ehrenamt für das Zimmererhandwerk", ebenso in der beruflichen Ausbildung.

Beste Ausbildungsquote unter allen Preisträgern

Tatsächlich weise sein Betrieb von allen Preisträgern "mit Abstand die beste Ausbildungsquote auf", stellte Schmäh stolz fest. 25 Prozent, das heißt, ein Viertel seiner 30 Angestellten sind Azubis. Von der Ministerin, die selbst Unternehmerin war, ist Schmäh begeistert. "Eine tolle Frau, die auf jeden richtig gut eingegangen ist." Ihn habe besonders gefreut, dass unter den Gewürdigten auch junge, generationenübergreifende Betriebe gewesen seien.

Kommunen konnten Vorschläge machen

Die Medaille motiviere ihn und sein Team ungeheuer, so Schmäh. So eine Auszeichnung, die bedeutendste, die das Land in Sachen Wirtschaft vergebe, ermutige doch auch dazu, "zu sehen, wie sich so ein Betrieb wie unserer entwickeln kann und wie in kurzer Zeit ein Team heranwachsen kann". Das Land hatte im Vorfeld die Kommunen angeschrieben und um Vorschläge gebeten. Meersburgs Bürgermeister Robert Scherer, der auch mit zur Preisverleihung fuhr, hatte Holzbau Schmäh empfohlen.