Skifahren macht glücklich und ist für viele Menschen der schönste Sport der Welt. Die frische Bergluft, die herrliche Aussicht, das Carven über frisch präparierte Pisten – es gibt viele Gründe, die zeigen, warum Skifahren einfach Spaß macht. Gleichzeitig hat sich im Skisport im Laufe der vergangenen Jahrzehnte einiges verändert, sowohl klimatisch als auch unter sicherheitsrelevanten Aspekten. Die beiden Meersburger Thomas Pfau und Harry Ropertz erinnern sich.

Skier entstehen heute in Sandwichbauweise

"Skifahren ist sicherer geworden", sagt Thomas Pfau. Sowohl die Schuhe hätten sich verbessert als auch die Skibindungen. Der Inhaber eines Sportgeschäftes veranschaulicht an Skiern aus den letzten acht Jahrzehnten die Entwicklungen bei Formen und Materialien. "Einer der Ur-Ski ist dieser 75 Jahre alte Holzski mit Riemenzugbindung", erklärt er. Früher sei man diese noch mit einer Hoch-Tief-Bewegung und Gewichtsverlagerung im klassischem Hüftknick-Stil gefahren. Waren die ersten Holzbretter noch gerade, hätten die Skier in den 80er-Jahren dann eine leichte Taillierung bekommen. Es seien schon leichte Carvingski gewesen.

Vom etwa 75 Jahre alten Holzski (links) über Racingski und Kunststoffski zum modernen, breiterem Composite-Ski: so änderten sich Materialien und Formen von Skiern.
Vom etwa 75 Jahre alten Holzski (links) über Racingski und Kunststoffski zum modernen, breiterem Composite-Ski: so änderten sich Materialien und Formen von Skiern. | Bild: Lorna Komm

"Sehr innovativ war zur Zeit des Olympiasiegers Ingmar Stenmark die slowenische Firma Elan", erzählt der Fachmann. "Knielastig und hüftbreit" fuhr man dann die ersten Carvingski der 90er-Jahre mit breiter Schaufel, schmaler Mitte und breitem Ende. Nach Holz, waren Metall und Kunststoff im Laufe der Zeit verwendete Materialien, aktuell produziere man in Sandwichbauweise mit Holzkern, die sogenannten Composite-Ski, führt Pfau aus.

Ausflüge in Wintersportgebiete verteuern Hobby

"Im Verhältnis sind die Skier billiger geworden als vor 30 Jahren. Zu der Zeit kostete ein Paar Skier rund 1000 Mark", erinnert sich der Geschäftsmann, heute könne man deutlich unter 500 Euro gute Skier erwerben. Der gestiegene Anspruch der Skifahrer und der höhere Standard verteuerten die Sportart. "Früher kam man mit einfachen Schleppliften auf den Berg. Heutzutage hat man beheizte Sessel oder Kabinen", erzählt der Meersburger, der das Skifahren in Heiligenberg lernte. Plattgewalzte Pisten, der Einsatz von Kunstschnee und dass man in immer größere Höhen muss, um in schneesichere Gebiete zu kommen, verteuere seiner Meinung nach das Hobby.

Das könnte Sie auch interessieren

"Früher hatten wir den Schnee noch vor der Haustür, da war Skifahren noch eine günstige Freizeitgestaltung", erzählt der 76-jährige Harry Ropertz. Der stellvertretende Vorsitzende des Turn- und Sportvereins Meersburg (TuS) erinnert sich an Winter, die noch richtig kalt waren. "Zum Konditionstraining sind wir mit der Leichtathletikgruppe mit Fahrgemeinschaften nach Heiligenberg gefahren." Temperaturen bis Minus 25 Grad Celsius hätten sie öfter gehabt.

Auch am Bodensee eindeutig mehr Schnee

Auch am See habe man eindeutig mehr Schnee gehabt, erinnert sich der Ruheständler. So sei Langlauf von Meersburg nach Unteruhldingen möglich gewesen. Mit Trainingsanzug oder Strickjacke wären sie früher gestartet, Handschuhe habe er keine gebraucht und wenn man nass war hätte man sich eben umgezogen. "Heute ist das fast schon eine Kleiderschau", sagt der Träger von 36 Sportabzeichen und fügt an: "Meine Enkel fahren auch Ski. Die Kosten für Mützen, Handschuhe und Skistiefel sind immens."

Harry Ropertz kennt noch kalte, schneereiche Winter am See.
Harry Ropertz kennt noch kalte, schneereiche Winter am See. | Bild: Lorna Komm

Seine Skileidenschaft hat er früh an seine Kinder weitergeben, er selber habe das Skifahren bei der Bundeswehr gelernt. Erst alpin, später habe er dann zum Langlauf umgesattelt und sei erfolgreich im Biathlon geworden. "Es hat Spaß gemacht in guter Zeit mit vielen Treffern am Ziel anzukommen", sagt der ehemalige Offizier. Auch wenn er aus gesundheitlichen Gründen aktuell nicht auf die Bretter steigen könne, schaue er gerne noch Biathlonwettbewerbe im Fernsehen an, "aber die Technik ist heute ganz anders als damals".