Ein lang gestreckter, geschwungener Baukörper, der den Blick auf die Weinberge zulässt und sich harmonisch in die Landschaft einfügt: Wie ein mögliches Hotel auf dem Hämmerle-Areal aussehen könnte, stellte das in Berlin und Lörrach ansässige Architekturbüro Külby + Külby bei einer Informationsveranstaltung im Veranstaltungssaal des Vineums vor.

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Bezug zu See und Weinbergen bei Planungen wichtig

Peter Külby stellte voran, dass sie sich bei dem „extremen Standort am Bodensee in Konkurrenz mit den bestehenden Gebäuden wie der Alten Burg und dem Neuen Schloss anfangs etwas schwergetan“ hätten. Schnell sei ihnen klar geworden, dass der See und die Weinberge in die Funktion des Hotels mit einfließen müssten.

Dies erkläre auch die dahingehende Planung, den in der Mitte liegenden Eingangsbereich von der Gebäudehöhe her so niedrig zu halten. „Durch die Senke bleibt der Blick auf den dahinterliegenden Weinberg erhalten“, erklärte David Külby. Das Dach und die Rückseite des Hotelkomplexes sollen begrünt werden, sodass auch der Blick vom Weinberg in Richtung See gefällig bleibe, erläuterte er weiter.

Bürgermeister Robert Scherer hält sich in Bezug auf den Investor bedeckt

„Eine schöne Formgebung“, meinte Bürgermeister Robert Scherer und gab zu bedenken, „was ansonsten bei Ausnutzung des Baufensters auf den letzten Zentimeter bei der Höhe möglich gewesen wäre“. Auf die Frage aus dem Publikum, wer als Investor hinter dem Auftrag der Architekten stehe, antwortete Scherer, dass Weitergehendes zum jetzigen Zeitpunkt der Vorstellung eines Entwurfs „nicht gut für die Beteiligten ist“.

Wie könnte ein Hotel auf dem Hämmerle-Areal aussehen? Bürgermeister Robert Scherer und die Architekten David Külby und Peter Külby (von links) stellten einen Entwurf vor.
Wie könnte ein Hotel auf dem Hämmerle-Areal aussehen? Bürgermeister Robert Scherer und die Architekten David Külby und Peter Külby (von links) stellten einen Entwurf vor. | Bild: Lorna Komm

Ehemaliger Bürgermeister Rudolf Landwehr begrüßt Entwurf

Um den Betreiber sorgte sich auch der ehemalige Bürgermeister Rudolf Landwehr. „Das Hauptproblem ist nicht der Investor, sondern der Betreiber“, meinte Landwehr. Er hoffe, dass jemand gefunden werde, der das Hotel zur Zufriedenheit bewirtschafte. Ansonsten gefalle ihm die Planung. „Ich kenne die Entwürfe der vergangenen 25 Jahre, da ist der heute vorgelegte der Beste“, sagte der ehemalige Bürgermeister.

So sah das Hämmerle-Areal vor dem Abriss der Fabrikhallen aus.
So sah das Hämmerle-Areal vor dem Abriss der Fabrikhallen aus. | Bild: SÜDKURIER-Archiv

Hotel soll auch Geschäftsreisende und Tagungsgäste ansprechen

Auf die Frage, welche Kategorie das geplante Hotel denn haben werde, antwortete Peter Külby, dass es „de facto ein luxuriöses Hotel wird, vermutlich im Vier-Sterne-Bereich“. Da das Haus ebenfalls als Business- und Tagungshotel dienen solle, komme eine Einstufung als Fünf-Sterne-Hotel nicht in Betracht, da diese für die Zielgruppe zu teuer seien.

„Was hat Meersburg diesen Gästen denn zu bieten?“, wollte Francois Morin wissen. Die Stadt habe bereits ein sehr gutes Programm, meinte Scherer und verwies auf die gute Zusammenarbeit des Tourismusbüros, der Gastronomen und der Einzelhändler mit den Frühlings- und Herbstaktionen zur Saisonverlängerung sowie auf das Programm des Vineums auch im Winter.

Sorge um Zunahme des Autoverkehrs

Gedanken über die Zufahrt von der Töbelestraße aus in die geplante Tiefgarage machte sich Karl Roth. „Im Sommer ist die Uferpromenade voll und auf der Töbelestraße kommt es zu gefährlichen Situationen mit Autos, Bussen und Radfahrern.“ Das müsse man entzerren, meinte der Meersburger.

Puffer für Tiefgaragenausfahrt eingeplant

Robert Scherer antwortete, dass die Architekten auf diesen Umstand hingewiesen worden seien. Peter Külby bestätigte, dass auf dem Grundstück ein Puffer eingeplant sei, sodass die Autos, die aus der Tiefgarage kommen, nicht direkt auf die Straße fahren müssten.

Den zahlreich erschienenen interessierten Bürgern schien das Projekt zuzusagen, kritische Äußerungen in Bezug auf die Pläne wurden nicht laut.