„Erhalt der biologischen Vielfalt. Einfach mal machen“ ist der Titel des Gemeinschaftsprojekts Blühwiese, bei dem er vom Bezirks-Bienenzuchtverein Überlingen unterstützt wird. In Kooperation mit dem Augustinum und dem Kinderhaus Daisendorf wurde eine 3000 Quadratmeter große Fläche nahe den Rebhängen bereits gemäht und gepflügt, am 1. Oktober wird diese von den Kindergartenkindern eingesät.

Stehen hinter dem Gemeinschaftsprojekt Blühwiese, Manfred Kraft vom Landesverband badischer Imker und Kirsten Franke, Kulturreferentin Augustinum Meersburg.
Stehen hinter dem Gemeinschaftsprojekt Blühwiese, Manfred Kraft vom Landesverband badischer Imker und Kirsten Franke, Kulturreferentin Augustinum Meersburg. | Bild: Lorna Komm

„Insekten haben eine geringe Mobilität, manche Arten könnten nur etwa 80 Meter weit fliegen ohne den Nahrungstank wieder aufzufüllen“, erklärte Kraft die Bedeutung der überall verteilten blühenden Etappen. In abgetrennten Naturschutzgebieten leben die Insekten wie auf Inseln. Sie könnten sich dort nicht mit anderen Populationen vermischen.

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„Es kommt zu einer genetischen Verarmung der Arten“, erklärte Kraft, der sich seit 1986 mit Bienen beschäftigt. Deswegen seien an Ackerrändern aber auch im städtischen Bereich Blühinseln erforderlich. Dabei sei beim Saatgut darauf zu achten, dass es auf die Region abgestimmt ist und die Pollenversorgung mit Früh- und Spätblühern die ganze Saison über ermöglicht wird.

Manfred Kraft in Meersburg.
Manfred Kraft in Meersburg. | Bild: Lorna Komm

Kraft riet dazu, auf zertifiziertes Saatgut zurückzugreifen. „Das Schlagwort Bienensterben beziehen viele auf den Sympathieträger Honigbiene, dieser geht es inzwischen relativ gut“, erläuterte Kraft. Wildbienen hingegen seien gefährdeter, 208 Arten stünden auf der roten Liste und richtiger wäre es, vom Insektenschwund allgemein zu sprechen.

Vogelarten vom Aussterben bedroht

„Schwebfliegen, Hummeln und Schmetterlinge sind gefährdet und die Konsequenzen für die Nahrungskette nach oben sind noch gar nicht klar“, erklärte der Obmann. Inzwischen sei jede fünfte Vogelart vom Aussterben bedroht. Die Zuhörer nutzen anschließend ausgiebig die Gelegenheit, um Fragen zu stellen.