Runrig, die schottische Folk-Rock-Band, hat über 3000 Zuhörer bei ihrem Open-Air-Konzert auf dem Meersburger Schlossplatz begeistert. Schon früh waren die Plätze vor der Bühne belegt. Stilecht im schottischen Kilt oder im Tour-T-Shirt warteten die eingefleischten Fans geduldig auf die Band, die es seit 44 Jahren gibt. Viele Fans sind den Musikern schon Jahrzehnte treu, auch Isabell und Marc Schnekenburger, die sich seit 15 Jahren zu den Anhängern von Runrig zählen. Für das Konzert "in der schönen Atmosphäre" waren sie aus Frittlingen bei Tuttlingen angereist. Sie waren 2009 auch schon in Schottland, um die Musiker bei einem Konzert in deren Heimat zu erleben.

Isabell und Marc Schnekenburger waren bereits bei einem Konzert in Schottland, der Heimat von Runrig.
Isabell und Marc Schnekenburger waren bereits bei einem Konzert in Schottland, der Heimat von Runrig. | Bild: Lorna Komm

Auch Adelheid Eha und Wolfgang Ade war der Weg aus Rottenburg bei Tübingen nach Meersburg nicht zu weit, um ihre Lieblingsmusiker live zu erleben. Ade hatte die Band zufällig beim "Bang Your Head Festival" in Balingen kennengelernt und war begeistert von dem "krassen Gegensatz" der Folkband zu den üblichen Heavy-Metal-Bands. Seit sechs Jahren zählt er sich nun zu den Fans und zeigt dies auch deutlich durch das Tragen von Schottenrock und schottischer Mütze.

Wolfgang Ade, stilecht gekleidet mit Kilt und schottischer Mütze, und Adelheid Eha freuen sich auf den Abend.
Wolfgang Ade, stilecht gekleidet mit Kilt und schottischer Mütze, und Adelheid Eha freuen sich auf den Abend. | Bild: Lorna Komm

Schon bei den ersten Tönen des Gitarristen jubelte die Masse. Nacheinander kamen die Musiker auf die Bühne und gleich in diesem frühen Stadium des Konzerts kochte die Stimmung. Mit hoch erhobenen Händen begrüßten die "Riggies", wie die Fans sich selbst nennen, klatschend ihre Helden. Bereits beim zweiten Lied, "18th July", begleitete ein großer Chor mit "Can we ever stop believing" singend den Leadsänger Bruce Guthro. Videoprojektionen begleiteten die Songs, die von der Liebe zu den Highlands, aber auch von menschlichen Schicksalen erzählen. Auch die Schrecken des Kriegs werden thematisiert, wie bei "rise and fall".

Gitarrist Malcolm Jones zeigte bei seinem Solo, dass Runrig auch die leisen Töne beherrscht. Immer wieder gab es Soli, die Vollblutmusiker wechselten auch mal die Instrumente, spielten auf dem Akkordeon oder begeisterten mit fast schon akrobatisch anmutendem Spiel auf der Marschtrommel. Bassist Rory MacDonald bezauberte mit dem gälischen "The Story". Die neuen Songs vom gleichnamigen letzten Studioalbum wechselten mit Altbewährtem ab. "Eine gute Mischung", befand eine junge Frau aus Konstanz. Sie war in Begleitung ihrer Mutter auf den Schlossplatz gekommen, die schon Anfang der 80er Jahre bei ihrem ersten Runrig-Konzert gewesen war.
 

Die Fans erwiesen sich immer wieder als äußerst textsicher und übernahmen stellenweise, wie bei "Every river", allein den Gesang. Nach der Zugabe mit dem bekannten "Loch Lomond", erreichte dieser Chor aus tausend Kehlen zum Abschluss den Höhepunkt. Bei der Hymne "Hearts of Olden Glory" gab es kollektive Gänsehaut: Die sechsköpfige Band stand an der Bühnenkante und sang a cappella mit ihren Riggies das Lied über die heilende Wirkung Schottlands, wo sich die alterwürdigen Herzen wieder verjüngen.