Roland Döring hat damit gerechnet. Der Pächter des Gasthauses „Krone“ hat die Entscheidung, dass unter anderem die Restaurants wieder schließen müssen, nicht überrascht. „Jetzt wird die Gastronomie dafür bestraft, dass zu früh gelockert wurde und sich nicht an die Regeln gehalten wird“, sagt der Koch.

Roland Döring, Pächter der „Krone“, hat Verständnis für die Maßnahmen.
Roland Döring, Pächter der „Krone“, hat Verständnis für die Maßnahmen. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Zwar ist er sich noch nicht so sicher, ob es tatsächlich bei dieser Entscheidung bleibt oder eventuelle Klagen vor Gericht erfolgreich sein könnten. Dennoch hat er Verständnis für die Maßnahmen, auch wenn das für ihn bedeutet, die „Krone“ erneut schließen zu müssen – vorerst für vier Wochen. „Aber dass dann allerdings im Dezember wieder normal läuft, bleibt abzuwarten“, so Döring.

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Wirthshof bleibt bis in den Januar geschlossen

„Der Lockdown im Frühjahr hat uns deutlich härter getroffen als jetzt“, berichtet Claudius Wirth, Geschäftsführer von Camping und Wirthshof in Markdorf-Steibensteg. Stand Donnerstag hat er 350 Absagen registriert. Wir schließen am Sonntag, 1. November, um 16 Uhr und wollen am 11. Januar wieder eröffnen.“ Überraschenderweise habe es, ebenfalls Stand Donnerstag, 25 Reservierungen von Campingkunden gegeben, die das bevorstehende Wochenende für einen Kurzurlaub nutzen.

Allerdings hat Wirth erneut Kurzarbeit beantragt. „Aufs Jahr gesehen kommen wir mit einem dicken blauen Auge davon“, erklärt er. Der Campingbetrieb im Sommer sei mehr als gut gewesen, Stichwort Heimaturlaub. Und auch in den Randmonaten außerhalb der Hauptsaison habe das Camping zumindest ein stückweit die Verluste im Hotelbetrieb ausgeglichen.

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Kosmetikerin Georgeta Böhm blickt in eine ungewisse Zukunft

Als Dienstleisterin ist Georgeta Böhm, Chefin der gleichnamigen Markdorfer Kosmetik-Praxis, ebenfalls betroffen. „Mehr als 20 Termine müssen umorganisiert werden, normalerweise sind November und Dezember gute Monate“, gibt Böhm Auskunft. „Alles ungewiss“, sagt sie mit Blick auf den vom Bund in Aussicht gestellten Ersatz der Umsatzeinbußen von 75 Prozent. Ob dies auch für die Kosmetik-Praxis zutrifft, müsse sie mit dem Steuerberater klären.

Eigentlich wollte Böhm das 30-jährige Betriebsbestehen feiern, denn im April 1990 hat sie die Kosmetik-Praxis an der Marktstraße eröffnet. Doch daraus wurde wegen des ersten Lockdowns nichts. Auch auf eine Nachfeier hat Böhm angesichts der Corona-Regeln mit Rücksicht auf die Stammkundschaft vorsorglich verzichtet. „Da wollte ich kein Risiko eingehen“. Stattdessen habe sie als Aufmerksamkeit Geschenke zukommen lassen.

Tourismusgemeinschaft möchte weiterhin Angebote schaffen

Die Tourismusgemeinschaft Gehrenberg-Bodensee hat für die bevorstehenden Monate eine Aktion „Winterzeit – Pudelmützenzeit“ vorbereitet. „Wir wollen an der Aktion Winterzeit – Pudelmützenzeit festhalten und sind am Umorganisieren. Eigentlich wollten wir im November starten, vielleicht klappt‘s ja im Dezember. Denn den Einheimischen und Gästen soll etwas geboten werden“, bleibt Geschäftsführerin Sylvia Westermann optimistisch.

Sylvia Westermann, Geschäftsführerin Tourismusgemeinschaft Gehrenberg-Bodensee: „Wir wollen an der Aktion Winterzeit-Pudelmützenzeit festhalten und sind am Umorganisieren. Eigentlich wollten wir im November starten, vielleicht klappt‘s ja im Dezember. Denn den Einheimischen und Gästen soll etwas geboten werden.“
Sylvia Westermann, Geschäftsführerin Tourismusgemeinschaft Gehrenberg-Bodensee: „Wir wollen an der Aktion Winterzeit-Pudelmützenzeit festhalten und sind am Umorganisieren. Eigentlich wollten wir im November starten, vielleicht klappt‘s ja im Dezember. Denn den Einheimischen und Gästen soll etwas geboten werden.“ | Bild: Jörg Büsche

Ausstellung „Faszination“ in der Stadtgalerie fällt aus

Nichts geboten wird in den kommenden Wochen in der Stadtgalerie. Eigentlich sollte dort ab dem 7. November bis zum 13. Dezember die Ausstellung „Faszination“ der Markdorfer Künstlerinnen und Künstler zu sehen sein. „Wir müssen die Ausstellung leider komplett absagen“, so Organisatorin und Künstlerin Erika Streif. Der Aufwand um die Kunstwerke nur im Dezember zu zeigen, sei zu groß, sagt Streif. Sie und auch die Künstler zeigen Verständnis für die Maßnahme, die Gesundheit gehe durch. Die Ausstellung werde man nun voraussichtlich im Herbst 2021 nachholen.

Dieses Bild mit dem Titel „Faszination Farbe“ von Erika Streif sollte eigentlich in der Stadtgalerie gezeigt werden. Die Ausstellung, die am 7. November starten sollte, fällt aus.
Dieses Bild mit dem Titel „Faszination Farbe“ von Erika Streif sollte eigentlich in der Stadtgalerie gezeigt werden. Die Ausstellung, die am 7. November starten sollte, fällt aus. | Bild: Erika Streif

Bei den Fußballern ruht der Spielbetrieb

Markus Kieferle, Fußball-Abteilungsleiter des Sport-Clubs Markdorf (SCM), hat am späten Donnerstagvormittag eine Nachricht vom Südbadischen Fußballverband per E-Mail erhalten, wonach der „gesamte Spielbetrieb der Herren, der Frauen sowie der Jugend von der Oberliga Baden-Württemberg abwärts mit sofortiger Wirkung ausgesetzt ist“. Außerdem ist ein Spielverbot verhängt worden, das laut Verband zugleich auch Pokal- und Freundschaftsspiele erfasst. „

Markus Kieferle, SC Markdorf, Leiter Abteilung Fußball“Wir halten uns selbstverständlich an alle Vorgaben und Empfehlungen und sagen ab sofort alles ab. Wir stellen uns der Verantwortung für unsere Vereinsmitglieder.“
Markus Kieferle, SC Markdorf, Leiter Abteilung Fußball“Wir halten uns selbstverständlich an alle Vorgaben und Empfehlungen und sagen ab sofort alles ab. Wir stellen uns der Verantwortung für unsere Vereinsmitglieder.“ | Bild: Lang, Andreas

Der SCM als Mitgliedsverein ist außerdem aufgefordert, auch den Trainingsbetrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen. Wir halten uns selbstverständlich an alle Vorgaben und Empfehlungen und sagen ab sofort alles ab. Wir stellen uns der Verantwortung für unsere Vereinsmitglieder“, sagt Kieferle. Das Vereinsheim werde ab 2. November geschlossen sein, ergänzt er. „Diese Kombination ist für uns doppelt bitter.“ Denn erst im August sei das Vereinsheim eröffnet worden. „Dieses Angebot ist gut angenommen worden und hat sehr zur Belebung des Vereinslebens beigetragen.“

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Auch beim SV Deggenhausertal steht nun alles wieder still. „Die Tatsache, dass wir bis Ende November im Amateurfußball in den Lockdown müssen, ist meiner Ansicht nach vernünftig, um die Infektionszahlen runter zu bringen“, so Markus Mecking, Trainer der ersten Damenmannschaft.

Markus Mecking, Trainer beim SV Deggenhausertal, findet die Situation für die Fußballspieler frustrierend, weil viel trainiert wurde und nun keine Spiele mehr stattfinden können.
Markus Mecking, Trainer beim SV Deggenhausertal, findet die Situation für die Fußballspieler frustrierend, weil viel trainiert wurde und nun keine Spiele mehr stattfinden können. | Bild: Wolf-Dieter Guip

Allerdings sei es auf dem Fußballplatz laut Mecking fast nicht möglich, sich anzustecken. „Sicherlich können die Zuschauer zu einem Problem werden, wobei wir ein ausgereiftes Hygienekonzept haben. Für die Fußballspieler ist es natürlich frustrierend, weil viel trainiert wurde und nun keine Spiele mehr stattfinden können“, so Mecking.

Fitnessstudio profitiert von der Treue der Kunden

Auch auf das Training im Fitnessstudio muss in den kommenden vier Wochen verzichtet werden. „Ich kann unsere Zwangsschließung nicht ganz nachvollziehen“, sagt Martin Amann, Leiter „Balance Fitness Club“ in Markdorf.

Martin Amann, Leiter „Balance Fitness Club“, hofft weiterhin auf die Treue der Kunden.
Martin Amann, Leiter „Balance Fitness Club“, hofft weiterhin auf die Treue der Kunden. | Bild: Julia Leiber

Man habe sich an das Hygienekonzept gehalten und schließlich seien Sport und Gesundheit wichtig für ein starkes Immunsystem. Bereits nach dem ersten Lockdown hätte sich gerade die ältere Generation nicht mehr ins Studio getraut – neue Kunden blieben aus. Dennoch blickt Martin Amann optimistisch in die Zukunft. „Wir leben von der Treue unserer Kunden, die uns auch schon im Frühjahr unterstützt haben.“

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