Der Trassen-Infopfad zur Südumfahrung des Aktionsbündnisses „Stop Südumfahrung“, das die Straßenbaumaßnahme ablehnt, ist erneut das Ziel von Angriffen geworden. Wie bereits zu Jahresbeginn wurden auch diesmal wieder Tafeln umgetreten, beschädigt oder zerstört. Darauf weisen Mitglieder der Umweltgruppe (UWG) hin, die das Aktionsbündnis unterstützt.

Südumfahrungs-Gegner appellieren an Bürger

Im April habe es wieder „verstärkt Vandalismus-Aktionen“ gegeben, berichtet UWG-Mitglied Otto Maier für die Gruppe. Auf einer Reihe von Fotos der Bündnis- und UWG-Mitglieder Frieder Staerke und Fritz Käser sind die Beschädigungen dokumentiert.

Fritz Käser aus Ittendorf gehört dem Aktionsbündnis „Stop Südumfahrung“ an. Er hat die beschädigten Tafeln fotografiert.
Fritz Käser aus Ittendorf gehört dem Aktionsbündnis „Stop Südumfahrung“ an. Er hat die beschädigten Tafeln fotografiert. | Bild: Fritz Käser
Auch von Frieder Staerke, der ebenfalls dem Bündnis angehört, stammen einige der Fotos der zerstörten Tafeln. Die Umweltgruppe und das Aktionsbündnis verurteilen den Vandalismus.
Auch von Frieder Staerke, der ebenfalls dem Bündnis angehört, stammen einige der Fotos der zerstörten Tafeln. Die Umweltgruppe und das Aktionsbündnis verurteilen den Vandalismus. | Bild: Frieder Staerke

UWG und Aktionsbündnis appellieren nochmals an alle Bürger, „die Diskussion um die Südumfahrung mit inhaltlichen Argumenten und dem Respekt vor anderen Meinungen zu führen“, heißt es in dem Schreiben. Man wolle auch nochmals auf die eigene Sichtweise hinweisen, nachdem es jüngst wieder Kritik seitens der Initiative Pro Südumfahrung und in Leserbriefen gegeben habe, heißt es. So sei den Gegnern der Südumfahrung Verzögerungstaktik vorgeworfen worden, obwohl Einwendungen und Rechtsverfahren elementare Grundlagen des Rechtsstaates seien, heißt es.

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UWG: Kritische Prüfung der Umfahrung ist nicht undemokratisch

„Unsere Vorgehensweise wurde sogar als undemokratisch bezeichnet, obwohl wir als Demokraten darauf drängen, dass eine Entscheidung, welche unter ganz anderen Voraussetzungen vor 18 Jahren getroffen wurde, heute nochmals kritisch und demokratisch überprüft wird“, schreiben die UWG-Mitglieder. Die Auseinandersetzung über unterschiedliche Meinungen gehöre aber zu den elementaren Grundlagen der Demokratie.

Schon zu Beginn des Jahres hatten Unbekannte die Tafeln der Südumfahrung-Gegner im Markdorfer Naherholungsgebiet beschädigt. Nun wurden sie erneut umgeknickt oder abgerissen.
Schon zu Beginn des Jahres hatten Unbekannte die Tafeln der Südumfahrung-Gegner im Markdorfer Naherholungsgebiet beschädigt. Nun wurden sie erneut umgeknickt oder abgerissen. | Bild: UWG

Aktionsbündnis und UWG blieben bei ihrer Auffassung: „Die geplante Straße taugt nicht für eine deutliche Entlastung der B 33-Verkehrsachse Meersburg-Ravensburg.“ Stattdessen sei sie aber eine „verlockende Ausweichstrecke“ für die B-31-Achse Meersburg-Friedrichshafen. Damit werde sie Pendler- und Schwerverkehre, die den Flaschenhals Hagnau umgehen wollten, in die Markdorfer Raumschaft ziehen, schreibt die UWG. Dies wiederum führe zu erheblich mehr Verkehr in Stetten, Ittendorf, Lipbach, Kluftern und Efrizweiler.

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„Selbstverständlich nehmen wir die hohe Belastung der Anwohner der Ravensburger Straße ernst und respektieren deren Bemühungen um eine Entlastung. Es geht uns aber auch darum, unrealistische Erwartungshaltungen zu hinterfragen und zu relativieren“, schreibt die UWG. Die Erwartung einiger Straßenbefürworter, so heißt es in dem Schreiben, man werde nach einer Realisierung der Südumfahrung Blumenkübel auf die B-33-Ortsdurchfahrt von Markdorf stellen können, sei eine Illusion. Auch mit einer Südumfahrung werde für die Anwohner der Ravensburger Straße eine hohe Verkehrsbelastung bleiben, so die UWG.

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