Ungewöhnlich – laut Wörterbuch also vom Gewohnten, Üblichen, Erwarteten abweichend – ist ja gerade so einiges. Wobei vieles Ungewöhnliche inzwischen schon wieder gewöhnlich und damit normal geworden ist. Corona ist da, aber es betrifft mich (noch) nicht, ich kann es häufig verdrängen und den Alltag in vielem wie früher empfinden. Den Alltag ja, besondere Ereignisse jedoch nicht.

Kirche mit Hygienekonzept, Ordnern und Abstand

Am Wochenende waren wir bei der Kommunion meines Patenkindes. Geplant war der Gottesdienst der sechs Kinder im Freien. Leider hatte dann die Wettervorhersage Regen gemeldet und die Feier wurde in die Kirche verlegt. Auch hier mit gutem Hygienekonzept, Einweisung, Ordnern, Abstandsmarkierungen in den Bänken. So weit, so gut. Denn so ist sie eben die neue Normalität, die jetzige Situation und das, worauf wir uns noch eine Weile einstellen müssen.

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Immer noch Momente, wo man sich fühlt wie im Film

Dann liefen die Kommunionkinder mit Maske in die Kirche ein – und meine Tränen gleich mit. Tatsächlich hat mich der Anblick der Kinder mit ihren einheitlichen Gewändern und dem Mundschutz so berührt und aufgewühlt. Es hat mir wieder vor Augen geführt, was gerade los ist in der Welt und dass es auch nach über einem halben Jahr noch Momente gibt, in denen ich mich fühle wie im Film.

Einmalige Feiern, geprägt von Abstand, Maske und Hygienevorschriften

So ging es mir zu Beginn häufig, als sich alles noch so surreal anfühlte. Wie viele besondere und vor allem einmalige Feste in dieser Zeit dennoch stattfinden, geprägt von Abstand, Maske und Hygienevorschriften: Kommunion, Konfirmation, Taufen, Abschlussfeiern, Hochzeiten.

Die Kinder werden sich an ein gelungenes Fest erinnern – kaum an das Tragen der Maske

Und es wurde eine wirklich schöne, wenn auch ungewöhnliche Kommunion. Konzentriert auf sechs Kinder, statt auf 40 oder mehr, ohne eigenen Gesang, aber mit aus den Familien zusammengestellter Band, mit äußerem Abstand und innerer Verbundenheit. Die Kinder werden sich an einen schönen Gottesdienst erinnern, an ein gelungenes Fest, viele Geschenke, leckeres Essen, den Besuch der Familie – und kaum an das Tragen der Maske. Denn die gehört jetzt halt dazu – bei meiner Tochter sogar beim Spielen mit der Barbie.

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