Zur Sachlichkeit in der öffentlichen Diskussion um die Südumfahrung mahnte der Markdorfer SPD-Vorsitzende Stephan Seidel in der Vorstandssitzung des SPD-Ortsvereins an. Dies teilt die SPD mit. Polemik lenke vom Thema ab und spalte die Gesellschaft, so Seidel. Es sei jetzt wichtig, aufgrund der vorliegenden Fakten den Sachverhalt, der sich seit 2003 grundlegend verändert habe, neu zu bewerten, wird der stellvertretende Vorsitzende Ulrich Maasmeier zitiert. Neben den gestiegenen Kosten und der zu geringen Entlastungsprognose spielt auch der Klimaschutz für die SPD Markdorf eine Rolle.

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Bedenken der Bürger bewusst

Der SPD, so heißt es, sei jedoch „sehr bewusst“, dass die Bürger der Stadt unter dem starken Verkehr leiden würden und sie nehme diese Bedenken sehr ernst. „Wir haben für den Unmut der Menschen an der B 33 vollstes Verständnis“, so Stephan Seidel. Und Ulrich Maasmeier erklärte: „Ziel muss doch sein, eine langfristige Lösung zu finden, um den Verkehr in Markdorf zu verringern, diesen aus der Stadt weitestgehend fern zu halten.“

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Fokus auf den ÖPNV

Eine wesentliche Rolle spiele für die SPD der Ausbau der B 31 neu sowie die gewünschte Einführung eines flächendeckenden ÖPNV. In der Sitzung wies Seidel auch darauf hin, dass in der aktuellen Planung der Ortsteil Ittendorf nicht hinreichend genug berücksichtigt werde. Er sei der Auffassung, dass es eher zu einer Zunahme des Verkehrs in Ittendorf kommen würde. Die SPD, so heißt es, sehe die Stadtverwaltung „in der Verantwortung, nachhaltige Lösungen für Markdorf anzustreben und zu entwickeln“.

Verkehrsstau in der Markdorfer B-33-Durchfahrt: Am Mittwoch hat der Kreistag einen Antrag der Fraktionen von SPD und Grünen auf den Verzicht des Baus der Südumfahrung abgelehnt.
Verkehrsstau in der Markdorfer B-33-Durchfahrt: Am Mittwoch hat der Kreistag einen Antrag der Fraktionen von SPD und Grünen auf den Verzicht des Baus der Südumfahrung abgelehnt. | Bild: Toni Ganter

„Klares Signal an den Kreis“

Äußerungen in der Öffentlichkeit, eine Verhinderung der Südumfahrung sei undemokratisch, widerspricht die SPD. Die Mitglieder seien sich einig, dass „die Demokratie auch von Veränderungen und unterschiedlichen Standpunkten lebe“. Daher spreche sich die SPD auch für einen neuen Bürgerentscheid zur Südumfahrung aus. Man wisse, dass der Baubeschluss eine Sache des Kreises und nicht der Stadt sei, heißt es. Es solle aber ein „klares politisches Signal aus Markdorf in Richtung des Kreises gesendet werden“. Auf diese Weise könne man „der veränderten Situation sowie der Demokratie durch eine Bürgerbeteiligung gleichermaßen gerecht werden“, schließt Seidel.