Seit dem Narrenweckruf der Historischen Narrenzunft Markdorf ist es amtlich: Der neue „Narrenbolizei“ heißt Michael Bauer, er übernimmt das Amt von Heinz Schwenninger, der nach 24 Jahren in Narren-Rente geht. Bei der Narrenschellenübergabe hatte Heinz Schwenninger alle Mühe, seine Tränen zurückzuhalten, so sehr hatte er sein Amt mit Herzblut ausgefüllt. „Ich weiß aber, dass ich einen mehr als würdigen Nachfolger gefunden habe“, sagte er im Gespräch mit dem SÜDKURIER sichtlich gerührt. Michael Bauer nimmt sich die neue Aufgabe sehr zu Herzen: „Wenn ich ehrlich bin, habe ich die Nacht vor Aufregung so gut wie gar nicht geschlafen“, erzählte er. Er habe großen Respekt vor dem Amt.

Maskennummer "110"

Der neue „Narrenbolizei“ ist Markdorfer, 54 Jahre alt und seit 1971 als Hänseler in der Narrenzunft. "Narrenvater" Hubert Rössler sei auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, ob er sich vorstellen könne, das Amt des „Narrenbolizei“ zu übernehmen. Nach kurzer Bedenkzeit habe er sich entschlossen, zuzusagen. „Es passt eigentlich ganz gut, als Hänseler habe ich die Maskennummer 110, sprich die Notrufnummer. Das muss also so eine Art Fügung gewesen sein“, erzählte Bauer. Er habe großen Respekt davor, wie sein Vorgänger dieses Amt ausgefüllt habe, aber er wolle keine Kopie sein und einen eigenen Charakter darstellen. So will er unter anderem auf den angeklebten Bart verzichten.

Mehr Aufgaben für den "Narrenbolizei"

Mit dem Amt bekommt Bauer auch mehr Aufgaben, so muss er künftig als Narrenrat an zirka zehn bis elf Narrenratssitzungen teilnehmen und statt 30 Arbeitspunkten als Maskenträger nun als Narrenrat 50 Arbeitspunkte für einen Sprungbändel vorweisen.

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Hänseler-Häs wird nicht verstauben

Seine Uniform hat er gemeinsam mit Dietmar Bitzenhofer entworfen. Er wird künftig eine rote Weste tragen. Die Uniform-Jacke ist aus einem wärmeren Stoff hergestellt und der Überhangmantel praktischer gestaltet. Um dieses Amt bestmöglich ausfüllen zu können, wird Michael Bauer sein Amt als Abteilungsleiter Leichtathletik beim TV Markdorf niederlegen. Das Hänseler-Häs muss aber nicht verstauben, er darf es in Absprache mit der Führungsspitze zu gewissen Anlässen gegen das "Narrenbolizei"-Häs eintauschen.

Dreirad als Dienstfahrzeug

Das Dreirad als Dienstfahrzeug wird Michael Bauer von Heinz Schwenninger übernehmen, dies aber nur bedingt bei Umzügen zum Einsatz bringen. Da habe er bereits einige Wünsche – insbesondere von der Damenriege der Gruppe Alt-Markdorferin – erhalten, wie Bauer erzählte. Sein Vorgänger habe in seinem Dreirad-Koffer stets einen Eierlikör sowie ein Schnäpsle zum Aufwärmen dabei gehabt. „Vielleicht mache ich noch ein Fläschchen Sekt als Kreislaufstabilisator dazu."

Zunftmeisterin Birgit Beck untermauerte die Bedeutung des "Narrenbolizei": "Dieses Amt ist mit einer großen Verantwortung verbunden, er präsentiert die Zunft in der Öffentlichkeit und führt all unsere Umzüge an."